Meine Ideen gehören mir!

Update: Die Kampagne will Assoziationen mit der Kampagne „Mein Bauch gehört mir“ wecken. Ich habe da wohl zu logisch gedacht. „Mein Ende gehört mir“ folgt aus „Dein Leben gehört dir“, weil das Sterben zum Leben gehört. Es folgt nicht aus einem Bauch, der einem gehört. Da jedoch die GBS überhaupt nicht der Meinung ist, dass wir der Eigentümer unseres eigenen Lebens sind, denkt man an die noch höhere Umverteilung, die Michael Schmidt-Salomon fordert, ergibt die Assoziation mit meinen liberalen Ideen tatsächlich keinen Sinn. Diese marxistischen Ideen mit meinen Ideen in Verbindung zu bringen ist so, als würde man eine Krankheit mit ihrem Heilmittel gleichsetzen. Also: Mea Culpa.

Andererseits hat die Gegenüberstellung, wie der hiesige Kommentator Meier anmerkte, eine weitere Aussage: Die Giordano Bruno Stiftung fokussiert sich mit der PR-Arbeit für Abtreibung und Sterbehilfe auf den Tod. Über das gute Leben hat sie nichts Vernünftiges zu sagen. Objektivisten fokussieren sich auf das Leben und behandeln Abtreibung und Sterbehilfe als Randthemen.

Plakat der Giordano Bruno Stiftung für die Sterbehilfe-Kampagne (Bild: Giordano Bruno Stiftung)

Aktuelles Plakat der Giordano Bruno Stiftung für die Sterbehilfe-Kampagne, 2014 (Plakat: Giordano Bruno Stiftung)

Dein Leben gehört dir! Vortrag von Andreas Müller

Dein Leben gehört dir! Vortrag von Andreas Müller von 2013. (Plakat: Andreas Müller)

 

 

5 Kommentare zu “Meine Ideen gehören mir!

  1. Thomas Bertow sagt:

    Es dürfte klar sein, dass „Mein Ende gehört mir“ auf die Kampagne „Mein Bauch gehört mir“ anspielt, und nicht auf den Weltbestseller des großen Philosophen Andreas Müller.

    • Das ist natürlich die gewollte Assoziation. Aber der Tod gehört zum Leben, nicht zum Bauch. Gut, dass es philosophisch Sinn ergibt, wäre im Grunde eher unwahrscheinlich. Insofern wird den alten Kollegen in der Tat egal sein, was ich so mache. Leider bekomme ich weiterhin ihren Newsletter. Muss ich mal abbestellen.

      Nun ist mein Vortrag (da steht „Plakat“) natürlich kein „Weltbestseller“. Das wäre einigermaßen erstaunlich. Schade, dass ich nicht wichtig genug bin, um meine Blogeinträge überhaupt zu lesen, bevor man sie kritisiert. Übrigens interessiert Philosophen nur, ob sie Recht haben, nicht ob sie von Thomas Bertow oder von der Welt oder von Gott für einen großen Philosophen gehalten werden oder nicht. Das sind die Fragen, die Michael Schmidt-Salomon interessieren.

  2. Maier sagt:

    Die gbs ist die Stiftung des Todes. Sind wirbt für Abtreibung und Sterbehilfe. Christlichen Abtreibungsgegnern begegnet man auch gerne mal auf handgreifliche Art – eine ziemlich komische Form des Humanismus.

    Über das „gute Leben“ weiß die gbs hingegen nicht viel interessantes zu sagen, außer dass man irgendwie fair, glücklich und vergnüglich leben soll. Dalai-Lama-Niveau eben.

    Ansonsten kommt von der gbs dann noch Altruismus, Etatismus, sozialdemokratisch-ökologisches Gutmenschen-Gelaber – Sklavenmentalität im Grunde.

    Die Gegenüberstellung der beiden Plakate bringt den Unterschied von gbs und wahrer Freigeistigkeit poitiert auf den Punkt. Passt doch perfekt.

    • Die Gegenüberstellung der beiden Plakate bringt den Unterschied von gbs und wahrer Freigeistigkeit pointiert auf den Punkt.

      Das ist sehr nett und freut mich wirklich. Ich muss aber in dem Kontext sagen, dass ich ebenfalls dafür bin, dass eine Frau selbst über zumindest die Frühabtreibung bestimmen sollte. Über die Spätabtreibung grundsätzlich auch, aber da könnte ich mir gesetzliche Einschränkungen vorstellen (und so auch Ayn Rand). Ich war ursprünglich für die uneingeschränkte Freiheit, Spätabtreibungen zu machen, aber nach einer Diskussion mit einer christlichen Freundin bin ich mir nicht mehr so sicher. Es könnte schon sein, dass da der Respekt für das menschliche Leben eingeschränkt wird, wenn man auch Säuglinge noch kurz vor der Geburt töten kann. Auch ist diese Idee einer Frau, die sich ein Kind wünscht, überhaupt nicht zu vermitteln – und ich denke, aus guten Gründen.

      Sterbehilfe, sofern als ausdrücklicher Wunsch eines klar denkenden Patienten geäußert, auch das kann ich mir in bestimmten, extremen Lebenssituationen vorstellen. Ich unterstütze diese Kampagne der gbs inhaltlich also mehr oder weniger. Die Idee mit den Fotos – vor allem, dass man selbst eines machen und es auf die Website laden kann – finde ich geschmacklos. Es geht hier um ein ernsthaftes Thema. Ja: Das eigene Leben gehört einem individuellen Menschen ausschließlich selbst und auch über sein Ab-Leben muss er also bestimmen dürfen. Aber das ist kein Thema für irgendwelche Spielereien, dass Leute Selfie-Bilder mit dem Handy von sich machen, auf denen sie tot aussehen. Und die dann mit ihren Freunden teilen. Wirklich total daneben. Und mal wieder absolut typisch für Michael.

      Außerdem gingen die Angriffe auf Abtreibungsgegner nicht von der gbs aus, sondern von Linksradikalen, die sich irgendwo in dem humanistischen Spektrum herumtreiben.

      Die übrige Kritik finde ich leider zutreffend.

      • Maier sagt:

        Ich bin nicht gegen Abtreibung und auch nicht gegen Sterbehilfe. Der Punkt ist nur der, dass die gbs ziemlich viel (würdelosen) Radau macht, um das Thema Tod.
        Gleichzeitig hat sie wenig Ahnung vom Leben des Menschen, worauf es eigentlich ankäme. Was die Gewalt gegen friedliche Demonstranten angeht, so sind die gbsler zwar nicht selbst gewalttätig, aber sie lassen ihre linken Schläger-Freunde ungehemmt gewähren. Das läuft also aufs gleiche raus. Der hvd (Schwester der gbs) war Veranstalter(!) der Gegendemo und hat den Ablauf der Aktion zugelassen. Medien wie der hpd nennen dieses Kesseltreiben dann „bunte Volksfeststimmung“ – oder so ähnlich. Das ist infam.

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