Feminismus: „Spießrutenlauf“ durch New York?

Die New Yorker sind unglaublich nette Menschen. Bei einem Spaziergang durch die US-Metropole wird man zumindest als Frau regelmäßig freundlich begrüßt. Siehe als Beweis dieses Video:

Kommentare der Männer:

„Wie geht es dir heute?“

„Lächle doch mal.“

„Hallo, schöne Dame. Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag.“

„Hi, wie gehts dir, Mädchen?“

„Hallo Schönheit!“

„Wie gehts dir an diesem Morgen?“

„Ich wünsche dir einen schönen Abend!“

„Gott segne dich!“

…und so weiter. Fast ausnahmslos freundliche Kommentare dieser Art durfte sich eine Frau beim zehn Stunden an verschiedenen Tagen währenden Spaziergang durch New York anhören. Das zweiminütige Video zeigt dabei nur die „schlimmsten“ verbalen „Entgleisungen“ der Männer, die aus dem Material von einer radikal-feministischen Organisation zusammengeschnitten wurden.

Diesen höflichen Umgang miteinander haben wir in Deutschland leider verlernt. Ich werde jedenfalls nie von irgendwem – außer meinen Nachbarn – begrüßt, wenn ich unterwegs bin. Erst recht sagt nur selten mal eine Frau, dass ich schön aussehe. Ich würde mich freuen, wenn mir das häufiger passieren würde. Versetze ich mich also in die Lage der Frau, die hier laut der radikal-feministischen Organisation „Hollaback“ schändlichst „belästigt“ wird, so kann ich nur sagen: Ich würde mich wie ein Prinz fühlen, würden mich Frauen derart ansprechen. Ich würde gerne systematisch auf diese „sexistische“ Weise schändlichst „belästigt“ werden.

Die großen deutschen Medien haben sich gleichgeschaltet und sind ausnahmslos anderer Meinung. Sie lassen sich unkritisch vor den Karren von Hollaback spannen, die mit diesem Videoclip unverhohlen Spenden sammelt. Noch nie wurde das Objektivitätsgebot derart konsequent die Toilette runtergespült, wie bei dieser medialen Spendensammelaktion für eine radikale Interessensgruppe:

FAZ: Dokument des täglichen Spießrutenlaufs

Focus: Der Spießrutenlauf einer Frau in New York

Stern: Sexuelle Belästigung. So fühlt es sich an, als Frau durch New York zu gehen

Welt: Belästigungen, die einer Frau Angst machen

Stimmt, es ist auch ein unbeholfener Mann im Video zu sehen, der wohl ein geringes Selbstvertrauen hat. Er lief der Frau eine Weile hinterher und fragte sie, ob sie nicht mit ihm reden möchte, weil er zu hässlich für sie ist? Armer Kerl – aber sexuelle Belästigung sieht anders aus. Ein anderer Mann läuft einige Minuten lang neben ihr her, ohne etwas zu sagen, bevor er verschwindet. Vielleicht wollte er nur in dieselbe Richtung und wir neigen dazu, uns anderen Passanten bei der Schrittgeschwindigkeit anzupassen – oder er war ein gefährlicher Vergewaltiger, der lediglich niemanden vergewaltigt hat. Der Unterschied lässt sich anhand des Videos nicht feststellen, für Hollaback existiert er offenbar nicht.

Aber wenn das keine sexuelle Belästigung ist, wie würde die dann aussehen? So zum Beispiel:

„Hey, super Titten, Schlampe!“

„Ich will dich ficken!“

„Schieb mal deinen geilen Arsch hier rüber!“

So etwas hat allerdings kein einziger Mann im Video gesagt. Berührt hat die Frau auch keiner. Also gab es keine sexuelle Belästigung. Es gab viele Männer, die sich sehr freundlich geäußert haben und es gab einige, die nicht wussten, wie sie sich gegenüber der Frau verhalten sollten und einen, der unhöflich lange neben ihr hergelaufen ist. Das war alles.

Verharmlosung? Was, wenn die das mit mir machen? Wie schon gesagt: Ich möchte ausdrücklich, dass Frauen das mit mir machen. Das wäre großartig. Es ist selten auch schon mal vorgekommen und ich habe mich sehr darüber gefreut.

Wer es anders sieht: Angenommen, man sieht als Mann eine schöne Frau auf der Straße an sich vorbeilaufen, an der man interessiert ist. Was soll man tun, was soll man sagen? Wenn „Guten Morgen“ schon zu sexistisch ist, bleibt nichts mehr übrig. Im Grunde können wir gar nichts tun. Wir werden dafür verurteilt, Männer zu sein und als solche Frauen schön zu finden oder uns für sie zu interessieren. Auf den Straßen finden ausschließlich Demonstrationen radikaler Feministen gegen eine „Vergewaltigungskultur“ statt, die angeblich von Männern ausgeht, die „Gott segne dich!“ und „Ich wünsche dir einen schönen Abend“ sagen. Es gibt keine einzige Demonstration von Machos, die Frauen für alles Übel der Welt verantwortlich machen. Man fühlt sich wie der letzte Dreck, nur weil man als Mann geboren wurde. Und das soll man auch. Und die Medien – schockierenderweise wirklich die Medien – peitschen einem die eigene Minderwertigkeit als Mensch mit XY-Chromosomen noch richtig feste ein. Ich glaube, wir haben da ein Problem.

27 Kommentare zu “Feminismus: „Spießrutenlauf“ durch New York?

  1. Maier sagt:

    Warst Du mal in einem Arab-Country? (o.ä.) Weißt Du nicht, wie es sich anfühlt, wenn Dich alle zwei Minuten ein super-aufdringliches ekelhaftes distanzloses Arschloch anlabert? Am ersten Tag glaubst Du noch „oh, sind die aber gastfreundlich hier.“ Dir wird aber sehr schnell klar: hier stimmt was nicht, die interessieren sich ja gar nicht wirklich für mich! Diese Freundlichkeit ist ein Fake! Die wollen nur alle was von Dir! Und zwar deine Kohle! Deine Uhr. Dein Auto. Alles. Die wollen Dir ihren Müll (Teppiche, Drogen, Döner etc.) andrehen. Oder Dich ausrauben.
    Und so ähnlich ist es bei dieser Frau. Diese ganzen Kotzgesichter interessieren sich einen Scheißdreck für sie. Sie wollen nur ein bestimmtes knappes Gut. Sonst nichts. Und wenn sie nicht weitergehen würde, wenn sie den riesen Fehler machte, nur einmal ganz kurz zu zögern oder zu reagieren … dann würden sie sie bis an ihre Haustür verfolgen. Und nie wieder gehen.
    Die Welt funktioniert in manchen Kulturen und Miljöös ganz anders, so dass wir uns das mit unserer bürgerlich-humanistischen Vorbildung nur schwer vorstellen können, wie es scheint.
    (Und ich halte übrigens überhaupt nichts vom Feminismus.)

    • Selbst wenn, die Motivation ist Spekulation, ist unsichtbar, unhörbar, mag so oder anders sein. „Guten Morgen“ hört man. Und ich denke außerdem nicht, dass die alle nur Sex wollen. Dafür gibts auch keinen Beweis. In der arabischen Welt laufen die Dinge anders.

      • Und wenn sie nur Sex wollen, fände ich es eigentlich trotzdem noch nett, auf die Art angesprochen zu werden.

        • Maier sagt:

          Ich bin ein großer Feuerbringer-Fan, aber bei diesem Artikel haben Sie sich total verrannt. Die Weltfremdheit liegt wahrscheinlich daran, dass Würzburg bisher von Kulturbereicherern und Verslumung weitestgehend verschont blieb. So kommt es einem wohl gar nicht in den Sinn, sich mal zu fragen, ob der Vergleich der Typen aus dem Video mit den Bürgern unserer zivilisierten Kleinstadt überhaupt passt. …
          Die Zeiten werden sich auch in Würzburg ändern, so dass sich auch die Frauen dieser Stadt eines Tages ihre Haare dunkel färben werden (wie es die Skandinavier bereits tun) um besser geschützt zu sein. Und wenn auch das nicht mehr hilft, werden dazu übergehen sich zu verschleiern. Die Bekopftuchung war ursprünglich nichts anderes, als ein Schutz vor Übergriffen.

          • Die Typen in dem Video sind übrigens keine Muslime, wobei es in den USA sowieso keine so großen Probleme mit gewalttätigen muslimischen Einwanderern gibt wie etwa in Schweden. Da ist kein einziger Muslim zu erblicken, sondern viele Schwarze (die teils vielleicht etwas mit der „Black Culture“ zu tun haben, aber das ist bereits Spekulation – dass es Muslime sind beruht allem Anschein nach auf gar nichts außer Fantasie). Die im Video werden jetzt nicht zur Oberschicht gehören, aber sie verhalten sich auch nicht offensiv unfreundlich oder aufdringlich, mit Ausnahme von einem, der die Frau zu lange begleitet und nichts sagt. Könnten Sie Ihre anderslautende Auffassung am Video belegen?

  2. Skeptiker sagt:

    Versetze ich mich also in die Lage der Frau, […], so kann ich nur sagen: Ich würde mich wie ein Prinz fühlen, würden mich Frauen derart ansprechen.

    Du gehst davon aus, dass du dich uneingeschränkt in die Lage der Frau versetzen kannst, aber du hast deine Biographie, deine Erfahrung darin, wie dich Leute behandeln und deine bisherige Sozialisation als Mann absolviert.

    Dass Frauen auf solche „Anmache“ anders reagieren als Männer, weil sie nicht nur auf ihre Schönheit und ihre körperliche Attraktivität reduziert werden woll, wäre eine Erklärung dafür warum sich ein Mann schlechter in diese Frau hineinversetzen kann. Diese Erklärung dürfte nicht zufällig die These sein, die viele Feministinnen (vielleicht in anderer Form) vertreten. Wenn man also gegen diese argumentieren will, muss man sich mit dieser These inhaltlich auseinandersetzen. 😉

    Stimmt, es ist auch ein unbeholfener Mann im Video zu sehen, der wohl ein geringes Selbstvertrauen hat. Er lief der Frau eine Weile hinterher und frage sie, ob sie nicht mit ihm reden möchte, weil er zu hässlich für sie ist?

    Auch wenn ich ein gewisses Verständnis für den Mann aufbringen kann, kann ich doch die Frau verstehen, die dieses Verhalten belästigend findet.
    Dieser Mann bittet (und erzwingt gewissermaßen) die Frau dazu, zu rechtfertigen, wieso sie ihn nicht anspricht. Es wird nicht einfach stehen gelassen, dass die Frau einfach nur die Straße entlang gehen möchte oder andere Ziele hat als einen Mann kennen zu lernen, sondern es wird gewissermaßen als „Normalfall“ angesehen, dass eine Frau auf einen Mann reagiert. Ausnahmen, die den Normalfall nicht entsprechen, müssen daher besondere Ursachen haben.

    Um vielleicht etwas verständnis zu wecken: Was würdest du sagen, wenn dir ein Verkäufer hinterherrennt und dich fragt, ob du seine Produkte (z. B. eine Uhr) für minderwertig hältst, weil du nicht bereit warst sie zu kaufen. (Obwohl du vielleicht auf der Suche nach antiquarischen Büchern warst.) So einen Verkäufer würde man zu recht als belästigend empfinden, oder?

    • Um vielleicht etwas verständnis zu wecken: Was würdest du sagen, wenn dir ein Verkäufer hinterherrennt und dich fragt, ob du seine Produkte (z. B. eine Uhr) für minderwertig hältst, weil du nicht bereit warst sie zu kaufen.

      So schlimm wäre das nicht. Jedenfalls würde ich keine große Bewegung gegen den Uhrenverkäufer gründen und mir eine Verschwörungstheorie über das Uhrenverkäuferiat ausdenken. Zudem rennt der Mann in dem Video, der das sagt, der Frau eben nicht hinterher. Er läuft eine Weile lang neben ihr, aber nur sehr kurz. Der Mann, längere Zeit neben ihr läuft, sagt gar nichts.

      Dass Frauen auf solche “Anmache” anders reagieren als Männer, weil sie nicht nur auf ihre Schönheit und ihre körperliche Attraktivität reduziert werden wollen

      Also, Frauen fühlen sich eher geschmeichelt, wenn man ihre Schönheit lobt. Wenn das die letzten paar Jahrtausende so war, wird es heute nicht anders sein. Die denken sich nicht, dass man sie auf ihre Schönheit „reduziert“, wenn man ihnen sagt, dass sie schön sind.

      Dass es auch blöde Sprüche gibt den Frauen gegenüber, ist sicher so, aber in dem Video gibt es nur sehr wenige davon zu hören. Eine Frau wird sich eher sorgen, wenn sie niemand mehr „belästigt“. Der Tag kommt früh genug.

      • Jedenfalls ist „Einen schönen Tag“ und „Guten Abend“ nicht belästigend. Das kann man drehen und wenden, wie man will und sich auf den Kopf stellen beim Versuch, so zu argumentieren.

        Ich fühle mich jedenfalls beleidigt durch die ganze Belästigungs-Paranoia. Ich sage überhaupt nichts zu Frauen, denen ich auf der Straße begegne. Ich schaue ihnen vielleicht kurz in die Augen, damit sie sich als menschliche Subjekte anerkannt sehen oder nicke grüßend und sage maximal „Hallo“, wenn sie mich ansehen. Ich laufe weder absichtlich neben noch hinter irgendwem her. Meistens bin ich auf meine Musik oder Hörbücher fokussiert. Und trotzdem haben sich schon Frauen von mir belästigt gefühlt. Also sind die nicht mehr ganz richtig im Kopf.

      • Wenn eine Frau mich fragen würde, warum ich sie scheinbar nicht interessant finde, dann wäre das völlig in Ordnung.

        • Bernd sagt:

          Eigentlich kann man zu dem ganzen Thema nur lachen. Wer es ernst nimmt, ist selbst schuld. Es ist ein typisch aufgeblasenes Problem von Menschen, bei denen durch die Wohlstandsverwahrlosung in der Sozialisierungsphase etwas schief gelaufen ist. Die Fähigkeit, Belästigungen abzuwimmeln, sollte eigentlich zur Grundausstattung weiblicher Eigenschaften gehören. Da, wo es wirklich gefährlich wird, haben Frauen ohne Schutzbegleitung sowieso nichts zu suchen.
          In den 50ern haben wir als Halbwüchsige hübsche Mädels reihenweise angesprochen, mal mit, mal ohne Erfolg, und niemand hat irgendwo ein Problem gesehen.
          Daß so wenig „passiert“ ist, lag sicher an der strengen elterlichen Aufsicht und der rigiden Sexualmoral (Kuppelparagraph).

          • Nun, als gesellschaftliches Phänomen sollte man es schon ernstnehmen. Wenn alle großen Medien sich auf die Seite von den radikalen Feministen schlagen, dann ist das ein Problem.

          • Bernd sagt:

            „Nun, als gesellschaftliches Phänomen sollte man es schon ernstnehmen….“
            Wenn man alle heutigen gesellschaftlichen Probleme ernst nehmen wollte, käme man aus dem Weinen gar nicht mehr heraus. In Notzeiten, und diese werden wiederkommen, das ist sicher, lösen sich diese Probleme von selbst.
            Wenn man rückblickend die gesellschaftlichen Probleme vergangener Jahrhunderte betrachtet, wirken sie auf uns heute auch nur noch erheiternd.

          • Skeptiker sagt:

            Es ist ein typisch aufgeblasenes Problem von Menschen, bei denen durch die Wohlstandsverwahrlosung[…]

            Das ist die Einschätzung des Problems einer Person, die das Problem offenbar nicht betrifft. Es ist leicht, eine Schwirigkeit als klein zu betrachten, die man selbst gar nicht hat. 😉

            Die Fähigkeit, Belästigungen abzuwimmeln, sollte eigentlich zur Grundausstattung weiblicher Eigenschaften gehören.

            Vielleicht wollen Frauen diese Fähigkeit zukünftig nicht mehr erwerben müssen, indem einfach andere Leute die Fähigkeit erwerben, sich mehr zurück zu halten?

            In den 50ern haben wir als Halbwüchsige hübsche Mädels reihenweise angesprochen, mal mit, mal ohne Erfolg, und niemand hat irgendwo ein Problem gesehen.

            Damals brachten Frauen zum Teil auch die Zustimmung ihres Mannes, um eine Arbeit zu ergreifen und ähnliches. Das etwas in der Vergangenheit übliche Praxis war allein ist kein Argument.

      • Skeptiker sagt:

        Jedenfalls würde ich keine große Bewegung gegen den Uhrenverkäufer gründen und mir eine Verschwörungstheorie über das Uhrenverkäuferiat ausdenken.

        Der Fall ist nicht absolut vergleichbar, aber wenn so etwas öfter passiert würde man natürlich den Uhrverkäufer meiden und, wenn man das auch bei anderen Uhrverkäufern (es müssen nicht alle sein) feststellt, bald ein negatives Bild von diesem Beruf haben.
        Sowas ist in der Praxis wirklich mit manchen Berufen passiert.

        Also, Frauen fühlen sich eher geschmeichelt, wenn man ihre Schönheit lobt.

        Das kommt sehr auf den Kontext an, aber es stimmt natürlich.

        Dass es auch blöde Sprüche gibt den Frauen gegenüber, ist sicher so, aber in dem Video gibt es nur sehr wenige davon zu hören. Eine Frau wird sich eher sorgen, wenn sie niemand mehr “belästigt”. Der Tag kommt früh genug.

        Das ist schon eine ziemlich klischeehafte Formulierung, nicht wahr?

  3. Klimax sagt:

    Natürlich ist es ein riesiges, aufgeblasenes Ding, das sich feministische Ideologen ausgedacht haben, um mal wieder an sich zu erinnern. Und wer nicht empört sein will, ist selbstverständlich frauenfeindlich. Das erinnert an die Brüderle-Geschichte, bei der die geschauspielerte Empörung ähnlich absurd herüberkam. Alle paar Monate müssen Feministen deswegen auf sich aufmerksam machen, weil man sonst der Wahrheit zu nahe käme, daß es nämlich in Sachen Frauenemanzipation genau nichts mehr zu tun gibt. Es hängt aber inzwischen eine ganze staatlich subventionierte Industie daran, in der jeder einzelne seine Gleichschaltungs- ähh, ich meine natürlich Gleichstellungsstelle gern behalten will. Also muß die Welt ganz furchtbar frauenfeindlich sein und bleiben. Diese staatlichen Stellen werden jedenfalls nie zu einem anderen Schluß kommen.

  4. Katti sagt:

    Psychologisch interessant. Grün und Feminismus scheint wirklich das neue Doof zu sein. Aber, meine liiieben Männer, wie doof muss erst der Partner meiner Gleichgeschlechtlichen sein!
    Wir können wenigstens festhalten, daß es sich hier nicht um „alte weiße Männer“ handelt, oder hab´ich mich verguckt?
    Ein Tipp für die Homa sapiensa, die ein ohne Polizeistaatsmethoden nicht lösbares, indes sehr stark gefühltes Problem hat: einfach eine Burka überstreifen. Sie ist auch ein Tipp zur Kaschierung etwaiger
    Figurprobleme…Ihr wißt schon: BauchPoOberschenkel!
    „Alle großen Medien“: vielleicht hat die Männerwelt gerade ihre Asche-aufs-Haupt-Tage…

  5. Friedrich Sommer sagt:

    Das Problem an Ihrer Argumentation ist, dass sie die Frage „Belästigung ja oder nein“ an einem vermeintlich objektiven, kontextunabhängigen Wortsinn festmachen wollen.

    Nicht jedes “Schieb mal deinen geilen Arsch hier rüber!” muss a priori sexuelle Belästigung sein. Das könnte auch einvernehmlicher dirty talk sein. Umgekehrt ist es denkbar, dass ein “Hi, wie gehts dir, Mädchen?” zumindet unangemessen ist.

    Intentionalität und Kontext muss man mitbedenken.

    Klar fühlen sich Frauen geschmeichelt, wenn man ihre Schönheit lobt. Doch nur bei bestimmten Rahmenbedingungen.

    Ansonsten, über Sinn und Aussagekraft dieser Aktionen, gabs ja schon mehrmals, will ich mich nicht äußern, das ist „Kulturkampf“ und auf der pro/contra Ebene philosophisch uninteressant.

  6. Rüdiger sagt:

    Den Tag über habe ich ein bisschen die Gedanken über dieses Thema kreisen lassen.

    Vorab einmal: es gibt durchaus auch Frauen, die diese „Catcalls“ geniessen:

    http://nypost.com/2014/08/18/enough-sanctimony-ladies-catcalls-are-flattering/

    Zwar meinen einige Kommentatoren, das müsste eine Satire sein, dafür finde ich aber im Text keine Anzeichen. Die Anzahl der „Catcalls“ ist auf jeden Fall ein Indikator für Attraktivität, denn ein hässliches Entlein wird niemand für seine Schönheit preisen.

    Im Ganzen kommen die Probleme m.E. von der Reduktion auf unser rein Biologisches. Wir sind aber Menschen, Kulturwesen, keine Tiere, und für uns Menschen ist es besser, wenn die Sexualität mit einem Tabu belegt ist, wenn sie ein hinter vielen Hüllen verborgenes Geschenk für wahrhaft Liebende ist (sozusagen das n. Kapitel einer Beziehung mit n>>1).

    Wenn all das nicht mehr gilt, wenn wir uns selbst auf die rein tierische Ebene reduzieren, dann kommen eben die nackten Triebfakten zum Tageslicht. Diese lauten:

    – Der Mann hat einen stärkeren Triebdruck als die Frau, er muss also den grösseren Aufwand treiben, um an Sex heranzukommen, und er ist daher tendenziell in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den Frauen, die weniger auf Sex angewiesen sind als er.
    – Die Frau kennt und nutzt dieses Missverhältnis der Geschlechter. Sie weiss, dass ihr Schoss ein „Leckerli“ darstellt, nach dem Männer wegen ihres stärken Triebes schmachten. Durch Gewähren oder Entzug von Sexualität kann sie ihren Partner zu einem gehorsamem Gefolgsmann machen.
    – Damit dies funktioniert, muss sie besonders streng über seine Kontakte mit anderen Frauen wachen.
    – Der Preis, den Frauen bei diesem völlig vertierten Geschlechterverhältnis bezahlen, ist, dass sie überall mit der sexuellen Notdurft von Männern konfrontiert sind. Ein Kompliment z.B. ist sicher etwas Schönes – aber nicht wenn die sexuelle Brunft seinem Autor aus den Augen spricht. Und das Kompliment erfreut auch mehr, wenn es von einem Menschen kommt, der meine Wertschätzung geniesst als von einem x-beliebigen Fussgänger, den ich überhaupt nicht kenne. Von daher glaube ich sofort, dass viele Frauen einen Spalierlauf wie in dem Video als unangenehm erleben.

    Wenn wir auf dieses Niveau heruntergekommen sind, dann ist es wirklich wie bei den Tauben:

    Der geile Täuberich plustert sich auf, umgurrt das Weibchen, das meist genervt das Weite sucht – bis irgendwann mal ein Weibchen zu wenig Widerstandskraft hat, seinem Drängen nachgibt und sich „nehmen“ lässt. Das nennt man dann glückliche Partnerschaft.

    Der Science-Fiction-Autor Robert Anton Wilson hat einmal gesagt – typisch 60er Jahre – dass die Gesellschaft erst dann wirklich frei sei, wenn die Menschen auf der Strasse miteinander kopulieren, ohne dass dies grosses Aufsehen erregt.

    Er könnte nicht falscher liegen. Das wäre unser Abstieg in die totale Vertierung, eine solche Gesellschaft wäre am Ende. Die Rettung der Sexualität liegt darin, dass wir sie wieder, wie eine Blüte, mit schützenden Blütenblättern umgeben.

    Zusammengefasst meine ich: Dass ein lockeres harmloses Kompliment oder gar nur ein Gruss gleich als Wunsch nach Sex aufgenommen wird, liegt an der Überbetonung von Sex in unserer Gesellschaft.

    Und, ja, wir Männer müssen uns diesen biologischen Schuh nicht anziehen: Wir sind keine asozialen Triebschweine, sondern Kulturwesen – oberhalb der animalischen Ebene beginnt es ja erst interessant zu werden!

    • Bernd sagt:

      @Rüdiger
      „Den Tag über habe ich ein bisschen die Gedanken über dieses Thema kreisen lassen.“
      Du machst dir ja immer viele Gedanken, das ist sehr gut.
      http://www.welt.de/geschichte/article133964786/Sex-war-das-Boom-Gewerbe-auf-dem-Kirchenkongress.html
      „Wir sind keine asozialen Triebschweine, sondern Kulturwesen – oberhalb der animalischen Ebene beginnt es ja erst interessant zu werden!“
      http://www.asiafinest.com/forum/index.php?showtopic=8258&st=0

      Vielleicht hättest du noch einen zweiten Tag nachdenken sollen über die Frage, zu wieviel Prozent der Mensch Kulturwesen und zu wieviel Prozent Naturwesen ist und wer von beiden meist (Gott sei Dank, sonst wäre die Menschheit schon vor 200000 Jahren ausgestorben) die Oberhand behält, wenn sie im Clinch liegen. (Denke nur an die Eßgewohnheiten, Übergewicht beim heutigen Nahrungsüberangebot und die Notwendigkeit in früheren Jahrtausenden, möglichst viel in sich hineinzustopfen, wenn es mal gerade etwas zu essen gab.)
      “ Die Rettung der Sexualität liegt darin, dass wir sie wieder, wie eine Blüte, mit schützenden Blütenblättern umgeben.“
      Na klar, sonst kommen die Bienchen nicht mehr zum Bestäuben.

      • Rüdiger sagt:

        Wenn das eine Antwort auf meine Kritik sein soll, dass wir in einer sexualisierten Gesellschaft leben und diese Sexualisierung Ursache vieler aktueller Problemen in den Beziehungen zwischen den Geschlechtern ist – dann ist sie dürftig.

        Der Verweis darauf, dass irgendwelche Bischöfe vor 600 Jahren in der Gesellschaft allgemein anerkannte moralische Standards hinsichtlich Sex gebrochen haben, sagt überhaupt nichts darüber, ob diese moralischen Standards gut oder schlecht sind. In meinen Augen sind sie gut.

        Und auch um das Aussterben der Menschen mache ich mir bei im Privaten gehegten Sex keine Sorgen. An Bestäubern ist sicher auch dann kein Mangel, wenn einmal eine sorgsamere Auswahl in diesem Bereich zur Norm wird.

        • Bernd sagt:

          @Rüdiger
          „Wenn das eine Antwort auf meine Kritik sein soll, dass wir in einer sexualisierten Gesellschaft leben und diese Sexualisierung Ursache vieler aktueller Problemen in den Beziehungen zwischen den Geschlechtern ist – dann ist sie dürftig.“
          Die Menschen lebten schon immer in einer sexualisierten Gesellschaft, nur das offene Reden darüber war zeitgeistabhängig sehr unterschiedlich.
          Antwort dürftig ?…Gut, daß du nicht mein Oberlehrer bist, sonst wäre ich jetzt durchgefallen.
          „…allgemein anerkannte moralische Standards hinsichtlich Sex…“
          Aha, interessant, deine Standards sind also allgemein anerkannt.
          „Und auch um das Aussterben der Menschen mache ich mir bei im Privaten gehegten Sex keine Sorgen.“
          Das habe ich nicht behauptet, sondern „vor 200000 Jahren“ geschrieben, also nicht nur denken, sondern bitte auch sorgfältig lesen! Durch die heutige Ernährungslage und den medizinischen Fortschritt spielt die Häufigkeit des Sexualverkehrs für das Fortleben der Menschheit nur noch eine untergeordnete Rolle. Dies ist sehr schön abzulesen an der Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung:
          Steinzeit: ca. 21 Jahre
          Römisches Reich: ca. 22 Jahre
          England 1350-1400 (Pest): ca. 18 Jahre
          Mittelalter (allgemein): ca. 28 Jahre
          Afrika 1950: ca. 38 Jahre
          2010: ca. 55 Jahre
          Europa 1950: ca. 66 Jahre
          2010: ca. 75 Jahre

          „Nicht gerade genetisch, aber doch in jahrhunderttausendelanger „stammesgeschichtlicher Anpassung“ als tiefverwurzelter Erfahrungsschatz fixiert könnte auch jener Vorwurf sein, den Eibl-Eibesfeldt von den weiblichen !Ko-Buschleuten immer wieder hörte.
          Tagaus, tagein halten die Frauen (die etwa drei bis vier Stunden auf dem Feld arbeiten) ihren Männern vor, statt auf die Jagd zu gehen, seien sie schrecklich faul und dächten immer nur an eines.“
          http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42972004.html

  7. Thomas Freydanck sagt:

    Hier ein Kommentar zu dieser Geschichte den ich sehr lesenswert finde:

    http://ueberschaubarerelevanz.com/2014/10/30/erstaunlich-unspektakular/#more-8660

  8. […] Obwohl auch von einigen Kritikern der Aktion darauf hingewiesen wurde, dass es ja meistens Komplimente waren, die der schönen Frau zugerufen wurden, und bis auf einen unerwünschten Begleiter, der […]

  9. […] Bloggerkollege Feuerbringer amüsiert sich über das (mit versteckter Kamera gedrehte) Video einer j… Ist ja gar nicht so schlimm, was regt die sich so auf, mir als Mann täte das umgekehrt gefallen usw. So seine Argumentation. […]

  10. Maier sagt:

    Die Söhne Allahs besitzen kein Monopol auf Frauenfeindlichkeit. In der Karibik, in weiten Teilen Afrikas und anderer Erdteilen der Dritten Welt sieht es nicht viel besser aus, was das angeht. Die ausländischen Gangsterbanden, die europäische Vorstädte terrorisieren, sind vorwiegend auch keine missionierenden Religioten, sondern eher Schläger, Rapper und Drogendealer. Diese Leute sind meistens nicht fromm. Sie sind bloß Angehörige und Überträger einer unzivilisierten, verwahrlosten „Kultur“. Genau wie auch die Typen auf Deinem Video verwahrlost und unzivilisiert sind. Ich bin zwar kein Proktologe, aber ich erkenne Arschlöcher.

    • Sie könnten wohl mehr mit ihrem Leben anfangen. Am Ende zählt bei der Beurteilung in diesem Fall aber, was sie tatsächlich tun. Und tatsächlich belästigen, bedrohen, nötigen sie die Frau eben nicht. Es mag noch so viele Leute geben, die das tun, aus diesen oder jenen Ländern, aber das Video ist einfach kein Beleg für die Belästigung von Frauen.

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