Kant musste lange warten

…aber jetzt kommt die Aufklärung zurück!

Mein nächstes Webinar behandelt die Frage, ob Wissen möglich ist und wie wir an Wissen gelangen. Im Widerspruch zum Zeitgeist sagen wir Objektivisten: Ja, Wissen ist möglich. Du kannst die Welt verstehen. Und es gibt eine klare Methode, wie du das tun kannst.

Unter anderem werden Fragen wie diese beantwortet – und nicht nur aufgeworfen, wie man das heute gerne tut:

1. Was ist Wissen?

2. Warum ist Wissen möglich? (u.a. Replik auf Gegenargumente wie Sinnestäuschungen, Träume)

3. Wie gelangt man an Wissen?

4. Wie funktioniert die Induktion (was tun Wissenschaftler, um an Erkenntnisse zu gelangen)?

Die Möglichkeit von Wissen wurde ab Descartes in der modernen Philosophie, inklusive der späteren Aufklärungsphilosophie, bestritten. Während der Aufklärung des 18. Jahrhunderts wandten sich Philosophen wie David Hume und Immanuel Kant gegen die Möglichkeit, Wissen über die objektive Realität erhalten zu können. In dieser Hinsicht, könnte man sagen, geht es objektivistischen Denkern eher um eine Rückkehr der Renaissance als der Aufklärung. Allerdings kann man weiter differenzieren zwischen der Frühaufklärung mit ihren Wissenssystemen wie jenes Carl von Linné und der destruktiven Spätaufklärung, als die Möglichkeit der Erkenntnis von Kant begraben wurde.

Tatsächlich wähle ich also Beispiele aus der Renaissance und Frühaufklärung – vor allem, was Isaak Newton über die Induktion sagte und wie Galileo Galilei bei seinen Forschungen vorging.

Wie beim Webinar über Ästhetik möchte ich anschaulich und auch für Laien verständlich etwas erklären, das für die Teilnehmer einen praktischen Nutzen hat. Wer nämlich nicht an die Macht seines eigenen Verstandes glaubt, der bekommt im Leben viele Probleme. Er glaubt, er müsste sich auf andere Menschen verlassen, auf „Experten“ oder den Staat oder Gott, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Wir glauben heute oftmals an Ernährungsberater, weil wir selbst nicht mehr wissen, was wir essen sollen, an Paternalisten, die uns vorschreiben, wie viel Sport wir treiben sollen und welche Versicherung wir brauchen, an Finanzexperten, die unser Geld für uns ausgeben. Ich habe sogar mal ein Mädchen kennengelernt, dass sich von einer anderen verkuppeln ließ – von ihr vorschreiben ließ, mit wem sie ihr Leben verbringen soll. Wir sind vermeintlich inkompetent, um an wichtige Erkenntnisse für unser Leben zu gelangen. Schuld ist letzten Endes die moderne Philosophie. Die frohe Botschaft des nächsten Webinars lautet hingegen:

Du kannst dich auf deinen eigenen Verstand verlassen.

Ihr müsst euch allerdings noch etwas gedulden für das Webinar. Ein solches Thema zugänglich und verständlich zu vermitteln ist alles andere als einfach. Und je besser ich das mache, desto besser gefällt euch das Ergebnis.

Um noch ein paar Fragen der Teilnehmer von den letzten Webinaren zu beantworten:

1. Leider kann ich die Webinare nicht aufzeichnen. Das ist erst mit einem Paket beim Anbieter edudip.com möglich, das mir für den Anfang zu viel kostet. Immerhin erhöht das den Wert der Webinare. Ich veranstalte die Online-Seminare nach aktuellem Stand der Planung zwei Mal und wer nicht hingeht, bekommt vielleicht in seinem ganzen Leben nicht mehr die Gelegenheit dazu.

2. Die Teilnehmer – und nur die Teilnehmer – erhalten die Vortragsfolien. Für die künftigen Bezahlseminare werde ich außerdem weitere Informationen in Form von Texten für sie zur Verfügung stellen.

3. Stellt sich die Frage, was ich nun mit dem Philosophiebereich des Feuerbringer-Magazins mache. Ein Teilnehmer fragte, ob ich den Ästhetik-Bereich nun erweitere. Vielleicht ein wenig. Was ich auf jeden Fall tun werde, ist einen weiteren Vortrag von Fred Ross vom Art Renewal Center ins Deutsche fertig übersetzen (hier findet man den letzten). Das ist sicher ein Trost für das, was den Freunden des Philosophie-Bereichs durch die exklusiven Webinar-Texte entgeht. Es gibt außerdem weiterhin Artikel von mir im FB-Magazin und bei Novo Argumente. Wäre ich weniger altruistisch, als ich es leider noch immer bin, könnte ich natürlich sagen, dass mir alle Leser egal sind, die keine Gegenleistung bieten wollen. Andererseits braucht man ja auch ein wenig Werbung.

8 Kommentare zu “Kant musste lange warten

  1. Aeterus . sagt:

    Freu mich schon auf das nächste Webinar, das letzte war wirklich super.
    Da ist man auch gerne bereit etwas für zu Zahlen.

  2. Missing Link sagt:

    Bernd sagt:
    Klingt wirklich super, besonders im Hinblick auf die „Evolutionäre Erkenntnistheorie“ gegenüber der „Idealistischen“ von Kant.

  3. Ingo Neitzke sagt:

    Spannend. Das erinnert mich an den immer noch ungelesenen Dan Ariely (‚Denken hilft zwar, nützt aber nichts‘) und Philoso42.

    Ich habe mir wieder bestätigt, dass mich Vorlesungen überfordern. Selbststudium passt besser zu meinem Tempo. Andreas, suchst du noch oder hast du schon eine Plattform zum unbefristeten Verleihen oder Verkaufen gefunden?

    • Hallo Ingo,

      meine Planung sieht so aus, dass ich bei edudip bleibe und sobald ich genug damit verdiene, investiere ich in das Paket, das Aufzeichnungen erlaubt. Das ist also grundsätzlich möglich beim aktuellen Veranstalter, kostet mir für den Anfang aber noch zu viel. Vimeo ist leider noch teurer und für mich nicht so geeignet. Dort gibt es größtenteils andere Inhalte.

      LG, Andreas

      • Ingo Neitzke sagt:

        So sei es, Andreas. Ich halte für deine Inhalte eine Webinar-Plattform ebenfalls für geeigneter, als eine Video-Plattform, da man mehr Flexibilität zur Einbindung unterschiedlicher Medienformate erwarten kann.

        Da ich die edudip-Entwickler bereits genug beschäftige, hier 2 Tipps für euch, falls ihr Lust habt durch Verbesserungsvorschlägle angenehm aufzufallen 🙂 :

        Im eigenen Konto fehlt noch eine Übersicht ‚ Meine abbonnierten Trainer ‚
        Der Trainer Feuerbringer wird noch nicht gefunden. Vermutlich weil das Pseudonym zwar hier, aber nicht im Profil hinterlegt ist.

        • Danke für deine Unterstützung.

          Im Profil wird „Feuerbringer“ auch erwähnt:

          „Sein Pseudonym “Feuerbringer” spielt an den griechischen Titanensohn Prometheus an, der den Menschen einst das Feuer und mit ihm das Recht brachte, unabhängig von den Göttern zu leben.“

          Wahrscheinlich müsste ich es bei meinem Namen dazuschreiben, aber das halte ich für übertrieben. Klingt auch etwas seltsam.

  4. Harold Harry Francis Callahan sagt:

    Cool, die Kommentatorik ist umgestellt worden.

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