Nächstes Webinar „Die Quelle des Wissens“ Mittwoch, 19:00 Uhr!

Objektivistische Epistemologie Teaser (Andreas Müller)

Das Webinar „Zurück zur Vernunft! Teil 1: Die Quelle des Wissens“ wird noch einmal am Mittwoch um 19:00 Uhr stattfinden. Die drei Teile bauen inhaltlich aufeinander auf. Wer sich also für die nächsten beiden Teile interessiert oder generell für das Thema, sollte am besten am Mittwoch reinschauen. Nach den Infos zum Webinar möchte ich noch auf einige Fragen der Teilnehmer vom Sonntag ausführlicher eingehen.

Termin: Mittwoch, 26.11.2014, 19:00 Uhr.

Titel: “Zurück zur Vernunft! Teil 1: Die Quelle des Wissens”

Dauer: 60 Minuten

Die Diskussion kann wie zuvor über die 60 Minuten hinausgehen. Ich bleibe wie immer gerne da, bis alle Fragen beantwortet sind und bis jede Kritik ausgeräumt ist.

Inhalt: Woher kommt unser Wissen? Teilt uns Gott Erkenntnisse durch Offenbarung mit? Erfasst uns die Wahrheit nach langer Meditation? Sollen wir lieber auf Autoritäten oder Experten vertrauen? Die objektivistische Philosophie von Ayn Rand sagt: Nichts davon! Wir beziehen unser Wissen aus der Realität – mit Hilfe unseres eigenen Verstandes! In der dreiteiligen Webinar-Reihe „Zurück zur Vernunft!“ erklärt der objektivistische Denker Andreas Müller, wie wir an Erkenntnisse gelangen.

Das erste Webinar der Reihe heißt: „Die Quelle des Wissens“. Es behandelt die Frage, wie unsere Begriffe entstehen. Mit anschaulichen Beispielen erklärt der Aufklärer, warum Begriffe keine beliebigen Konventionen sind, warum Wissen kein Wunder ist und die Vernunft keine Nebensache – sondern das großartigste, einzigartige Vermögen des Menschen!

Die drei Teile bauen inhaltlich aufeinander auf.

Materialien: Präsentation zum Download (im Veranstaltungszeitraum – außerdem gibt es die Präsentation über Ästhetik vom letzten Mal zum Download)

Die Präsentation habe ich seit Sonntag etwas verbessert. Die Teilnehmer vom letzten Mal können sich die neue Version am Mittwoch gerne auch runterladen.

Preis: 14 Euro

(10 Euro sind der Mindestpreis bei edudip.com für Webinare – ich möchte die Veranstaltung auch für Studenten bezahlbar machen.)

Zur Anmeldunghttps://www.edudip.com/w/111204

Tipp: Die Teilnehmer sollten sich am besten schon etwas früher anmelden, die Anmeldung dauert ein paar Minuten.

Nun zu ausführlicheren Antworten auf Teilnehmerfragen vom letzten Mal und Infos über Teil 2 und 3:

Die nächsten Teile der Reihe befassen sich mit folgenden Themen:

Teil 2:

Verlässlichkeit der Sinne: Antworten auf die Skeptiker (Ist die Realität nur ein Traum?, Was ist mit Sinnestäuschungen?, etc.)

Rationale Sicherheit

Vernunft und Gefühl

Das Willkürliche,

Der schwarze Schwan

Teil 3:

Wie gelangen Wissenschaftler an ihre Erkenntnisse?

Induktion

Galileo und Newton

Erweiterte Antworten auf Fragen vom Sonntag

1. Haben neugeborene Säuglinge Wissen? (Ist Wissen teilweise angeboren?)

Nein. Wir erhalten Wissen, indem wir die Realität durch unsere Sinne wahrnehmen und die Sinnesdaten konzeptuell integrieren (sie beim Namen nennen, definieren, in unser übriges Wissen einordnen).

Alles Wissen beruht auf der Wahrnehmung. Wissen steckt nicht in den Genen.

Ich habe bei der Frage etwas gezögert, weil das nicht bedeuten soll, dass gar nichts angeboren ist. Säuglinge haben bestimmte angeborene Reflexe. Wir nehmen die Welt außerdem auf eine bestimmte Art und Weise wahr, unsere Sinnesorgane haben eine bestimmte Natur, eine bestimmte Funktionsweise.

2. Wie kann man den Übergang von der Newton’schen Mechanik zu Einsteins Relativitätstheorie interpretieren?

Ich habe die „Mainstream-Antwort“ auf diese Frage gegeben: Einsteins Erkenntnisse negieren die Newton’schen Gesetze (größtenteils – abgesehen von absolutem Raum und absoluter Zeit) nicht, sondern erweitern sie. Wir wissen nun mehr über bestimmte Sonderkonditionen wie Lichtgeschwindigkeit und die Raumzeit, die bei Newton eben nicht hinreichend auf Beobachtungen beruhte. Newtons Gesetze sind innerhalb ihres Kontexts noch immer größtenteils richtig. Wir wissen dank Einstein jetzt mehr – aber wir haben vorher auch schon etwas gewusst und Newtons Gesetze beruhen schließlich ebenso größtenteils auf Beobachtungen. Siehe auch: Raumzeit.

Die objektivistischen Denker Leonard Peikoff und David Harriman (der auch Physiker ist) sind gegenüber der modernen Physik sehr kritisch eingestellt. Sie glauben, dass einige Theorien nicht hinreichend durch empirische Beobachtungen gestützt werden und dass sie eher schlechte Philosophie sind als Wissenschaft. Sie kritisieren bestimmte, vor allem epistemologische Aspekte von Relativitätstheorie, Urknalltheorie, Quantenphysik und Stringtheorie.

Nun gibt es von der Quantenphysik unterschiedliche Interpretationen. Dass Schrödingers Katze gleichzeitig lebendig und tot ist, bis wir sie beobachten und somit ihr Schicksal entscheiden – das kann in der Tat nicht sein. Es ist metaphysisch unmöglich. Entweder lebt die Katze oder sie ist tot, egal, ob wir sie beobachten oder nicht. Da kann mir auch jemand einen Zauberstab in die Hand drücken und mich auffordern, eine Katze von den Toten auferstehen zu lassen. Ebenso ist es unmöglich, dass ein Teilchen verschwindet und an anderer Stelle wieder auftaucht, ohne auf irgendeine Art dorthin gelangt zu sein. Diese beiden Interpretationen kann man mit bloßer Philosophie ausschließen. Aber damit ist natürlich nicht die gesamte Quantenphysik Unsinn – nur bestimmte Interpretationen von bestimmten Experimenten und Gedankenspielen. Und es gibt ja auch andere Interpretationen.

Die Stringtheorie macht laut mehreren Physikern keine falsifizierbaren Aussagen und ist im Grunde keine wissenschaftliche Theorie (sie ist eine rationalistische Philosophie, findet Peikoff). Falls sie nicht auf Beobachtungen beruht, ist sie in der Tat keine Wissenschaft.

Die Urknalltheorie muss man nicht so interpretieren, dass der Urknall der Anfang der Existenz, des gesamten Universums ist. Das wäre dann in der Tat inkompatibel mit der objektivistischen Metaphysik. Aber das besagt die Urknalltheorie auch nicht. Das Universum könnte durchaus schon immer dagewesen sein.

Die Relativitätstheorien sind durch viele Experimente bestätigt (Tests der speziellen Relativitätstheorie, Tests der allgemeinen Relativitätstheorie). Ob sie darum auch metaphysisch wahr sind oder nur gute Modelle darstellen, die überprüfbare Aussagen machen – weiß ich nicht. Mit Einsteins Philosophie (Spinzozismus) stimme ich nicht überein.

Was Wissenschaft angeht, bin ich eher auf der Linie der Atlas Society und nicht auf der Linie des Ayn Rand Institute. Wenn ich die Wissenschaften und die Wissenschaftsgeschichte überhaupt erwähne, dann nur als Illustrationen für philosophische Aussagen und in Übereinstimmung mit der Mainstream-Position von Wissenschaftlern (ja, inklusive Klimawandel). Und wenn ich etwas nicht weiß, dann sage ich, dass ich es nicht weiß.

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