Pegida, Teil 3

Wie erwartet sind meine islamkritischen Leser nicht alle einverstanden mit meiner Ablehnung von Pegida. Von daher noch ein paar Anmerkungen:

1. Es gibt berechtigte Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Bewegung, wie sie sich präsentiert. Ich verstehe, dass man sich eine islamkritische Bewegung wünscht, die Missstände und falsche Toleranz anprangert. Im Programm von Pegida geht es lediglich in 2 von 19 Punkten um den Islam (!). Der Rest befasst sich mit „Migranten“, „Asyl“, „Flüchtlingen“, außerdem steht zusammenhangloses Zeug über Gender-Mainstreaming und Bürgerbeteiligung drin.

2. Gut, meine Meinung über Demonstrationen ist sehr exzentrisch. Nehmen wir an, ich hätte kein grundsätzliches Problem mit Demonstrationen. Dann würde ich mir wünschen, dass Pegida nicht einfach „Wir sind das Volk“ und ähnlich inhaltsarmes Zeug auf die Plakate schreibt, sondern das, was sie eigentlich wollen (wenn sie es eigentlich wollten).

3. Eine Bewegung sollte 1. Ein klares Anliegen haben und 2. Das Anliegen irgendwo näher erklären. Pegida hat weder ein klares Anliegen (Flüchtlinge, Islam, Gender-Mainstreaming, …?), noch Erklärungen.

4. Pegida erhält in Ostdeutschland viel mehr Unterstützung als im Westen. Warum?

Daraus schließe ich, dass Pegida nun einmal nicht die Bewegung ist, die sich vernünftige Bürger wünschen, die Missstände im Umgang mit dem Islam hinterfragen.

Die politische Reaktion auf Pegida ist noch schlechter als Pegida selbst:

– Der „Alle Nazis“-Reflex

– die Verachtung der eigenen Bürger durch die Politiker, die von ihnen gewählt wurden („verängstigte Kleinbürger“)

– die Verteidigung des Islams vor Kritik (übrigens keine Staatsaufgabe)

Von der Berichterstattung in den Mainstream-Medien halte ich ebenso mal wieder nichts. Das Objektivitätsgebot besagt ganz klar, dass man diejenigen, über die man berichtet, zu Wort kommen lassen muss. Also darf man nicht in den meisten Artikeln nur über Pegida schreiben und Leute zitieren, die dagegen sind. Man müsste ausgewogen Vertreter von Pegida zu Wort kommen lassen. Das findet so nicht statt, also steigert sich Pegida in eine paranoide Medienkritik hinein, die über das Ziel hinausschießt. Selber schuld.

Ein Kommentar zu “Pegida, Teil 3

  1. Harold Harry Francis Callahan sagt:

    „Pegida“ redet jedenfalls nicht mit den „Standard-“ oder „Qualitätsmedien“, was die Truppe allein bereits sympatisch macht.

    Dass nicht immer die Richtigen demonstrieren liegt in der Natur der Sache, Liberale haben bspw. nicht die Tendenz auf der Straße herumzurennen; nichtsdestotrotz ist und bleibt der I, der zu D gehören soll, das Übel unserer Zeit.

    Harry

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