Deutsche Humanisten mehrheitlich gegen Gewalt

Deutsche Humanisten haben sich in einer repräsentativen Umfragen größtenteils gegen Gewalt ausgesprochen. Die meisten Humanisten streben mit friedlichen Mitteln die Weltherrschaft an. (Bild: PygloriCafe. pc140410g.JPG. Morguefile.com. Lizenz: M)

Deutsche Humanisten haben sich in einer repräsentativen Umfrage mehrheitlich gegen Gewalt ausgesprochen. Die meisten Humanisten streben mit friedlichen Mitteln die Weltherrschaft an. (Bild: PygloriCafe. pc140410g.JPG. Morguefile.com. Lizenz: M)

Berlin. In einem Verhältnis von zwei zu eins haben deutsche Humanisten ihre Ablehnung von Enthauptungen, Selbstmordattentaten und chemischer Kriegsführung in einer neuen repräsentativen Studie über ihre gesellschaftlichen Haltungen ausgedrückt.

Bei der Umfrage des Pew-Instituts, die vom 15.-23. Dezember durchgeführt wurde, wurden 2500 zufällig ausgewählte Humanisten auf deutschen Weihnachtsmärkten befragt. Die Interviews wurden in Nürnberg, Berlin und München durchgeführt.

„Wenn es hier eine Nachricht gibt, dann wie bemerkenswert moderat die humanistische Gemeinschaft ist“, sagte der Pew-Direktor Frank Schubert, der die Umfrage leitete und der auch für den Deutschen Humanistischen Verband tätig ist. „Man erhält wirklich einen Eindruck von einer dynamischen Kultur, die zum deutschen Mainstream gehört oder jedenfalls nahe dran ist.“

Schubert wies auf die zentralen Ergebnisse der Studie hin, laut der nur 29 Prozent der Befragten der Meinung waren, dass „blutige, willkürliche Gewalt gegen Gläubige“ „immer“ oder „häufig“ legitim sei – im Vergleich zu 56 Prozent, die eine solche Gewalt für „selten“ oder „nie“ gerechtfertigt hielten. Die Zustimmung zur Gewalt war unter jungen Humanisten etwas höher und wenn sie sich gegen römisch-katholische Christen richtete, aber sie blieb stets unter einer Mehrheit.

„Die einzige demografische Gruppe, die mehrheitlich mörderische willkürliche Gewalt unterstützte, waren die 18-35-jährigen männlichen Mitglieder des Humanistischen Verbands in Berlin“, sagte Schubert. „Und das war gerade so über der Fehlertoleranzschwelle. Und selbst wenn, so sagte weniger als die Hälfte (41-46 Prozent), dass sie sich persönlich freiwillig melden würde, um die Gewalt auszuüben.“

Um die Ergebnisse weiter zu stützen, wies Schubert darauf hin, dass nur sechs Prozent der Befragten die Pew-Mitarbeiter während der Umfrage tätlich angegriffen hatten.

Obwohl eine Mehrheit von 87 Prozent der Befragten die Meinung teilte, dass „die Welt in einem globalen humanistischen Eroberungsfeldzug und ewiger perfekter Herrschaft unterworfen“ werden müsste, so gab es viele Meinungsverschiedenheiten über die Art, wie dieses Ziel zu erreichen sei. Über 95 Prozent unterstützten „Frühstück mit Pfannkuchen“ und „Popcorn-Spendensammler“, aber die Unterstützung war mit 80 Prozent geringer für „Kühe umwerfen“ und „die Häuser von Gläubigen mit Toilettenpapier einhüllen“. Die Unterstützung ging sogar noch weiter zurück für gewalttätige Eroberungsmethoden wie „Selbstmordattentate“ (28 Prozent), „Enthauptung“ (24 Prozent) und „Gläubige mit meinem Schneemobil überfahren“ (23 Prozent).

„Insgesamt betrachtet zeigen die Ergebnisse, dass die deutschen Humanisten deutlich einen moderaten, Mainstream-orientierten Weg zur Weltherrschaft befürworten“, sagte Schubert. „Diese Leute sind im weiten Sinne gut in die deutsche Gesellschaft assimiliert und sofern Sie kein römischer Katholik sind, gibt es wahrscheinlich wenig, worüber Sie sich Sorgen machen müssten.“

Schubert bemerkte, dass der Optimismus über die Ergebnisse durch die düsteren ökonomischen Realitäten gezügelt werden sollten, die viele in der humanistischen Gemeinschaft betreffen. Beinahe 65 Prozent der weiblichen Befragten sagte, dass sie mehr als 30 Minuten vom nächsten Supermarkt entfernt lebte, während eine große Mehrheit der Männer sagte, dass sie sich „häufig“ oder „manchmal“ Sorgen mache, dass sie nicht genug Geld für Golfplatzgebühren und Fabergé-Eier haben könnte.

Ebenso verstörend ist der Bericht vieler Befragter, laut dem sie seitens Nicht-Humanisten Diskriminierung erfahren hätten. Häufig erwähnte Beispiele von Diskriminierung durch Nicht-Humanisten lauteten “war ganz hochnäsig” (48 Prozent), “machte persönliche Bemerkungen über meinen Auflauf“ (37 Prozent), „würde mich nicht unsere Gemeinschaftstoilette benutzen lassen“ (36 Prozent) und „Würde nicht stillstehen, damit ich ihn umbringen kann“ (22 Prozent).

„Es ist wichtig für uns alle, dass wir dieser Art von aggressiver anti-humanistischer Gegenreaktion widerstehen und dafür sorgen, dass sie sich in unserer Gesellschaft willkommen fühlen“, sagte Schubert.

Friedrich Koch, der Sprecher des Humanistischen Verbands, stimmte dem zu.

„Ja, wir haben uns jetzt wirklich genug assimiliert, oder?“, sagte Koch. „Jetzt seid ihr dran.“

(Quelle: Iowahawk: Midwest Lutherans Largely Reject Violence, variiert und übersetzt von Andreas Müller)