Gedanken zur Einwanderung

Vernunft - in Ewigkeit, Amen. (Bild: Andreas Müller)Nach einigen Diskussionen mit verschiedenen Leuten, die Pegida etwas näher stehen als ich, möchte ich auf Einwände gegen meine relativ liberale Einwanderungspolitik antworten. Und außerdem erklären, worin sie überhaupt besteht.

1. Zunächst eine Bemerkung zur letzten Satire „Deutsche Humanisten mehrheitlich gegen Gewalt„. Man hofft ja bis zuletzt, dass man auch verstanden wurde, aber erfahrungsgemäß werden Satiren regulär von einigen Leuten nicht kapiert. Vor allem von humorlosen Verbandsfunktionären. Von daher: Die Satire kommentiert unsere Erwartungshaltungen gegenüber des muslimischen Bevölkerungsanteils. Wenn Umfragen zeigen – und das tun sie – dass unheimlich große Prozentsätze der Muslime, selbst im Westen, „manchmal“ oder „häufig“ Gewalt gegen Ungläubige befürworten, so steht in den zugehörigen Nachrichtenberichten, wie „moderat“ es doch wäre, dass weniger als die Hälfte der Muslime uns umbringen will. Und es wird impliziert, dass sie damit nur auf die Diskriminierung reagierten, die wir zu verantworten hätten. Noch immer wollen laut Selbstaussage abertausende Muslime im Westen uns konvertieren, uns als Dhimmis unterjochen oder uns ermorden (das unheilige Trio des islamischen Verhältnisses zu Ungläubigen) – aber wenigstens sind es unter 50 Prozent.

Wisst ihr, Leute, ich wage zu behaupten, dass beispielsweise Christen und Atheisten uns überhaupt nicht umbringen wollen, wenn wir nicht genau das glauben, was sie wollen. Dass irgendein markanter Anteil der muslimischen Bevölkerung das anders sieht, ist verheerend. Das kann man ernsthaft nur als „moderat“ bezeichnen, wenn man davon ausgeht, dass Muslime eigentlich durch die Bank rasende Selbstmordbomber sein müssten. Dann liest man, dass es „nicht einmal“ die Hälfte ist – und mit der Prämisse freut man sich, wie „moderat“ sie doch sind. Was ja auch ein interessantes Licht auf jene wirft, die Muslime mit solchen Berichten verteidigen möchten. Offenbar haben sie eine extrem negative Meinung über Muslime, die noch viel negativer ist als jene der Islamkritiker – und sie sind dann ganz erleichtert, dass Muslime doch nicht ganz so sehr spinnen, wie sie dachten.

Um ein paar Zahlen zu nennen: 35 Prozent der französischen Muslime sagen laut einer Pew-Umfrage, dass die Ermordung von Zivilisten durch Selbstmordattentate gerechtfertigt sein kann. Dieser Meinung sind auch 25 Prozent der spanischen Muslime und 24 Prozent der britischen Muslime. Siehe für eine Übersicht entsprechender Umfragen: http://www.thereligionofpeace.com/pages/opinion-polls.htm. Die Umfragen stammen nicht von rechten Anti-Muslim-Gruppen, sondern von professionellen Umfrageinstituten wie Pew Research.

2. Da ich aus ökonomischen Gründen für relativ offene Grenzen bin, muss daraus offenbar eine Auffassung bezüglich der Einwanderung von Gruppen und einzelnen Personen folgen, die uns feindlich gesonnen sind. Wirtschaftsflüchtlinge stellen keine Bedrohung dar, sondern eine Bereicherung für ein freies Land. Jeder Marktteilnehmer profitiert vom Handel. Es sollte keine Handelsbeschränkungen geben – auch nicht gegenüber Nationen, die selbst gegenüber dem Ausland Einfuhrzölle und dergleichen verlangen. Offenbar denke ich darum, dass wir auch Leute ins Land lassen sollten, die offen feststellen, dass sie unser Land erobern und uns entweder versklaven oder töten wollen, wenn wir uns nicht bekehren lassen.

Es ist ja auch eine schwierige Frage. Einerseits bin ich einer weltfremden libertären Ideologie verpflichtet, die mein Gehirn kontrolliert, andererseits stehen mir irgendwelche unbequemen Fakten im Weg. Was soll ich nur tun? Es ist so wie das Kreuzworträtsel, das mir kürzlich große Schwierigkeiten bereitete. Ein anderes Wort für „Homo sapiens“. Sechs Buchstaben. Die ersten fünf Buchstaben sind „Mensc“. Wer sollte das jemals wissen können?

Natürlich bin ich dagegen, dass Menschen mit einem islamofaschistischen Weltbild nach Deutschland einwandern. Nun gibt es aber auch Flüchtlinge, die vor solchen Leuten weglaufen. Es gibt echte moderate Muslime wie „Muslims Against Islamofacism“, das „American-Islamic Forum for Democracy“, diverse muslimische Freidenker und andere Gruppen dieser Art. Soll man die auch nicht ins Land lassen? Ich finde schon. Wie man das in der Praxis systematisch, bürokratisch geordnet unterscheiden kann, ist eben die Frage.

3. Der Staat sollte überhaupt kein Geld für Flüchtlinge ausgeben, keine Einrichtungen für sie bauen und gar nichts. Vielmehr sollten Asylanten die gleichen Rechte haben wie hiesige Staatsbürger, sobald man sie denn aufnimmt. Sie sollten sofort arbeiten dürfen. Nun wurde eingewendet, dass sie es alleine gar nicht schaffen würden. Das ist allerdings genau die Situation, die Einwanderer im Amerika des 18. und 19. Jahrhundert vorfanden. Wer wirklich einen guten Grund hat, einzuwandern, der nimmt auch anfängliche Herausforderungen auf sich. Klar, ein paar Islamofaschisten werden dann lieber nicht einwandern und das wäre ja ungemein tragisch. Ferner bin ich überzeugt, dass private Wohltätigkeitsorganisationen aus dem Boden sprießen und sich um jene sorgen würden, die wirklich Hilfe benötigen und sie auch verdienen. Ein paar Islamofaschisten würden dann nicht mehr staatlich subventioniert werden und das wäre ja ungemein tragisch. Aber wir werden es überleben.

4. Flüchtlinge und sonstige Einwanderer sind mir also willkommen, solange sie mich nicht unterjochen oder abmurksen wollen. Nun wird gerne angeführt, dass einige einheimische Deutsche ebenso die Demokratie ablehnen und Gewalt gegen Andersdenkende befürworten (etwa Nazis). Tja, das ist gewiss der Fall. Nur sind die leider eben bereits hier. Darum brauchen wir nicht noch mehr von diesen Spinnern aufzunehmen. Irgendwie klar, oder?

7 Kommentare zu “Gedanken zur Einwanderung

  1. Harold Harry Francis Callahan sagt:

    Klingt alles sehr zustimmungsfähig.

    Immigration macht natürlich Sinn, wie manchmal auch die Emigration, wie ich mir als zweimaliger Remigrant erlaube anzumerken, hmm, warum ist Immigration per se gut?
    Sie bildet Gesellschaften weiter, kann aushelfen, wenn es mit den Weibern nicht so gut klappt, die Fertilität betreffend, bei einer seit 1970 in der BRD gegebenen Fertilitätsrate von ca. 1,4 kommt es zu einer Zweidrittelung je Generation, also nach bspw. vier Generationen sind nicht mehr viele da, und der Bevölkerungsrückbau hätte schwere bis schwerste wirtschaftliche und politische Konsequenzen, auch die Stimmungslage berücksichtigend.

    Insofern ist, bei allem Gutgemeinten und bei aller gutgemeinten bundesdeutschen Blödheit, auch eine ganze Menge Pech im Spiel, bestimmte Immigranten meinend; unter anderen Umständen hätten sich Rechte mit ihrer Kritik nur lächerlich gemacht….

    • Missing Link sagt:

      Bernd sagt:
      @haroldharryfranciscallahan:disqus
      Richtig. Hugenotten und Juden wären die richtigen Einwanderer.

      • Harold Harry Francis Callahan sagt:

        Beispielsweise.

        Fernost-Asiaten sollen ebenfalls nett sein, den Respekt als Konzept kennend und klug.
        Wüsste auch nicht, was gegen Einwanderung aus Südamerika oder aus dem, vielleicht am besten: christlichen, Afrika spricht, oder gegen Slawen.
        Oder gab es schon Heckmeck mit diesen Gruppen?

        Insofern scheint mir die allgemeine liberale Sicht auf die Einwanderung „nur“ ein wenig ungünstig „überlagert“, diese „überlagernde“ Besonderheit anzuerkennen und zu reagieren ist vermutlich für die nächsten Jahrzehnte entscheidend, wenn es nicht zum absehbaren zivilisatorischen Rückbau kommen soll.

        • Missing Link sagt:

          Bernd sagt:
          http://www.kath.net/news/48883

          „Juden verlassen zuhauf Westeuropa, besonders Frankreich, um nach Israel auszuwandern. Der Grund ist der zunehmende Antisemitismus, vor allem von Seiten radikaler Muslime. Nach Angaben der Jewish Agency, der offiziellen Einwanderungsorganisation des Staates Israel, ist die Zuwanderung nach Israel im vergangenen Jahr um 32 Prozent im Vergleich zu 2013 gewachsen. Die Zahl der aus Westeuropa zugewanderten Juden stieg um 88 Prozent auf 8.640 Personen….“

          • Harold Harry Francis Callahan sagt:

            Mir musst Du das nicht mitteilen…

          • Missing Link sagt:

            Bernd sagt:
            @haroldharryfranciscallahan:disqus
            Das war nur eine ironische Ergänzung zu meinem obigen Wunsch nach jüdischer Einwanderung…und natürlich auch an alle anderen Mitleser gerichtet.

  2. Martin sagt:

    Wobei noch anzumerken wäre:
    „Nun wird gerne angeführt, dass einige einheimische Deutsche ebenso die
    Demokratie ablehnen und Gewalt gegen Andersdenkende befürworten (etwa
    Nazis). Tja, das ist gewiss der Fall. Nur sind die leider eben bereits
    hier. Darum brauchen wir nicht noch mehr von diesen“

    Und die Kernfragen sind natürlich: Wie hoch ist denn der Anteil der einheimischen, die dieser Meinung sind und wie hoch ist der Anteil bei den Einwanderern und Flüchtlingen (und sich als Flüchtlinge ausgebenden Einwanderern) ?

    Und was das angeht: “
    Wisst ihr, Leute, ich wage zu behaupten, dass beispielsweise Christen und Atheisten uns überhaupt nicht umbringen wollen, wenn wir nicht genau das glauben, was sie wollen. “

    Braucht man sich ja nur mal vorzustellen, wie die Fahimis und Özoguze und die anderen Integrations-/Migrations-/Islambevorzugungsbeauftragten abdrehen würden, wenn die Nicht-Muslime dasselbe Weltbild mit umgekehrten Vorzeichen vertreten würden, wie die Muslime.
    „Pew Research (2010): 60% of Jordanians have a positive view of Hamas (34%
    negative).“

    Man stelle sich vor, 60 Prozent der Deutschen hätten ein positives Bild der NPD. Im Weltbild und im Antisemitismus dürften sich beide kaum unterscheiden. Aber die einen sind der Gottseibeiuns und die Araber sind unterdrückte Freiheitskämpfer. Ghandis mit AK-47s oder sowas.

    Ich glaube, einem Großteil der Pegidas und wie sie alle heißen und mir ist vor allem eins gemeinsam: (auch wenn „der Westen“ und auch ich unseren eigenen Maßstäben oft nicht gerecht werden“: Wir haben vor allem die Schnauze voll vom Arschlochbonus für Muslime.
    Gleiches Recht für Alle, Gleiche Maßstäbe für Alle, gleiche Klatsche für Alle.

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