Das Irrationale unter der Lupe

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Mein nächstes Philosophie-Webinar findet statt am:

Freitag, 9.Januar um 19:30 Uhr.

Link zur Anmeldung: https://www.edudip.com/w/114128

Titel: Zurück zur Vernunft! Teil 2: Das Irrationale

Im Online-Seminar geht es um:

1. Das Misstrauen gegenüber unseren Sinnen

Philosophen wie René Descartes und Immanuel Kant bezweifelten, dass wir mit unseren Sinnen die Realität wahrnehmen. Im Webinar erfährt man, warum sie sich irren. Und, warum es wichtig ist: Unser Leben hängt davon ab, dass wir uns darum bemühen, die Realität zu erkennen.

2. Ausblenden

Den Kopf in den Sand stecken, das Nicht-Wahrhaben-wollen: Viele Menschen möchten nichts über Aspekte der Realität erfahren, die ihnen unangenehm sind. Auch, wenn sie für ihr Leben eine Bedeutung haben. Warum wir unsere Furcht vor den Fakten mehr fürchten sollten als alle noch so unangenehmen Fakten – das erfährt man im Webinar.

3. Willkür

Wie viele Menschen bestimmte Dinge, die es gibt, nicht sehen möchten, so möchten sie Dinge sehen, die es nicht gibt. Wir sollten willkürliche Behauptungen aus unserem Denken verbannen. Es ist bereits genug Arbeit, über die Realität nachzudenken – da muss man man beliebigen Behauptungen keine Zeit widmen.

4. Vorrang der Gefühle

Gefühle sind wichtig, vor allem in menschlichen Beziehungen. Sie sagen uns, was gut für uns ist, und was nicht. Gefühle können uns aber täuschen. Darum sollte man wissen, woher Gefühle kommen, wie sie entstehen und wozu sie dienen. Im Webinar erfährt man, was nötig ist, um emotionale Harmonie zu erreichen – die Harmonie zwischen Vernunft und Gefühl.

5. Erpressung der Realität

Wenn man etwas möchte und die Realität spielt nicht mit – so bleibt als letztes Mittel der Versuch, die Realität zu erpressen. Das zeigt sich etwa darin, wenn man nicht zum Arzt geht, obwohl man weiß, dass man krank ist und sich nur selbst damit schadet. Es gibt sogar eine moderne Philosophie, welche die Erpressung der Realität als Tugend einfordert. Im Webinar erhält man das Gegengift.

6. Rationale Sicherheit

Können wir uns jemals sicher sein? Im Gegensatz zum Mainstream der modernen Philosophie behauptet die Denkerin Ayn Rand: Ja. Wir müssen zunächst akzeptieren, dass der Mensch fehlerhaft ist und dass es keine göttliche Allwissenheit gibt. Wir können jedoch als Menschen kontextuell sicheres Wissen erwerben. Was es damit auf sich hat, darüber klärt das Webinar auf.

Anmerkung: Werfen Sie ruhig mal einen Blick auf die Bewertungen von der letzten Veranstaltung und von meinen anderen Seminaren. Wenn Sie das Thema interessiert – es lohnt sich!

Zur Anmeldung: https://www.edudip.com/w/114128

Ergänzung:

Da einige Kommentatoren versucht haben, das Seminar anhand dieser Ankündigung zu verreißen, nunmehr ein paar grundsätzliche Denkanstöße:

a) Ein Seminar ist nicht mit seiner Ankündigung zu verwechseln. In der Ankündigung stehen zentrale Inhalte aufgelistet, aber man erfährt keine näheren Erläuterungen und Argumente. In Ankündigungen steht lediglich, worum es im Seminar gehen wird.

b) Objektivisten behaupten keineswegs, dass die „Wahrnehmung immer 100% korrekt ist“, sondern es geht um eine Replik auf Idealisten und Skeptiker, die behaupten, dass es gar nicht die externe objektive Realität ist, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen oder dass wir nicht wissen könnten, wie das Verhältnis von Sinnen und Bewusstsein aussieht. In der Philosophie gibt es einen großen Streit um die grundsätzliche Verlässlichkeit der Sinne. Es ist mir klar, und es ist jedem anderen klar, dass wir manchmal träumen, halluzinieren oder Ankündigungen mit Seminaren verwechseln. Das bedeutet aber nicht, dass wir mit unseren Sinnen etwas anderes wahrnehmen würden als die objektive Realität, die etwas anderes ist als von dieser Realität unabhängige Bewusstseinsinhalte.

c) Wenn man etwas nicht weiß, dann fragt man. Wenn einem nicht bekannt ist, worum es bei der philosophischen Frage nach der Verlässlichkeit der Sinne nun schon seit Jahrtausenden geht, dann versucht man zunächst, es herauszufinden. Man wirft hingegen niemandem vor, verrückte Thesen zu vertreten, weil man vermutet – und man sollte so etwas nicht ohne hinreichenden Grund vermuten – dass wohl verrückte Thesen vertreten werden. Das gebietet, mit Verlaub, der Anstand. So wie Sie nicht zum Bäcker gehen und ihm ohne guten Grund vorwerfen, seine Brötchen wären vergiftet, so gehen Sie bitte nicht zum Philosophen und werfen ihm vor, er würde die Existenz von Sinnestäuschungen, Träumen, Halluzinationen einfach leugnen.

13 Kommentare zu “Das Irrationale unter der Lupe

  1. Nathan Warszawski sagt:

    „Unser Leben hängt davon ab, dass wir uns darum bemühen, die Realität zu erkennen.“
    Das beweist philosophisch nichts.

    • Das behaupte ich auch nicht. Das ist nur die grobe Inhaltszusammenfassung eines Online-Seminars, kein philosophischer Essay.

    • Missing Link sagt:

      Bernd sagt:
      „Das beweist philosophisch nichts“.
      Das ist richtig, aber naturwissenschaftlich. Hier befindet sich Rand in Übereinstimmung mit den Naturwissenschaften.
      Philosophie und Naturwissenschaften gehören zusammen. Wer dies bezweifelt, lustwandelt in der Esoterik oder im Biologismus.

      • Nathan hat schon recht. Du hast auch recht, dass es naturwissenschaftlich ein klarer Fall ist. Allerdings sind philosophische Fragen grundlegender. Es wäre etwa denkbar, dass die Naturwissenschaften gar nicht die Wirklichkeit erforschen, sondern Kants phänomenologische Welt.

        • Missing Link sagt:

          Bernd sagt:
          @feuerbringer:disqus
          Hast du nicht die technische Möglichkeit, das Erscheinen solcher Kommentare (Alexia) zu verhindern? Ich hatte nämlich schon einen Gegenkommentar fertig, der natürlich dann gegenstandslos war.

      • Harold Harry Francis Callahan sagt:

        Irgendwelche ‚Beweise‘ liegen wohl nicht vor, die Realität / die Sachlichkeit [1] betreffend, noch irgendwo sonst im Bereich der Naturwissenschaft.
        Erkenntnis liegt aber vor.

        Die Philosophie oder Liebe zum Denken ist sozusagen die Mutter von Allem, die Einzelwissenschaften sind nach und nach aus der Philosophie herausgelöst worden, aber philosophische Kenntnisse bleiben „höchst“ wichtig, bspw. wenn sogenannte Evidenz gewonnen werden soll auf Seite des Naturwissenschaftlers.

        MFG
        Dr. W

        [1] Manche unterscheiden streng bspw. zwischen Realität, Wirklichkeit (das was wirkt, Stichwort: Meister Eckhart), Welt (das, was da ist oder da zu sein scheint), Uni- oder Multiversen (zeitgenössische physikalische Sicht) und theozentristischen (das, wo es auch schon mal schnell dunkel werden kann) Sichten.

        • Missing Link sagt:

          Bernd sagt:
          @haroldharryfranciscallahan:disqus
          Danke für den Nachhilfeunterricht! 🙂

  2. Jochen M sagt:

    Wirds diesmal nur den einen Termin geben? (Liegt für mich n bisschen ungünstig, aber auch machbar.)

  3. Alexia sagt:

    Hmm.

    1) Ein paar Philosophen behaupten, dass Menschen die Welt gefiltert und/oder verfälscht wahrnehmen.
    2) Andreas Müller behauptet, dass das falsch ist, also menschliche Wahrnehmung immer 100% korrekt ist.
    3) Andreas Müller zeigt, dass Menschen Fakten ausblenden, neue erfinden (und selbst glauben), auf oft unzuverlässige Gefühle vertraut und gar die Anerkennung der wahrgenommenen Realität verweigern – also Behauptung 1) richtig und 2) falsch ist(?) – und warum das schlecht ist.

    Oder überspitzt: „Dieses Auto hat keine quadratischen Räder, weil es mit quadratischen Rädern seinen Existenzgrund (Fahren) nicht erfüllen kann. Also müssen wir die quadratischen Räder abnehmen und runde anbauen.“

    „Unser Leben hängt davon ab, dass wir uns darum bemühen, die Realität zu erkennen.“
    Ich hatte dazu schon woanders etwas gesagt, wiederhole es aber noch einmal:
    Es reicht für das reine Leben vollkommen aus, wenn lediglich ein ausreichend großer Anteil der Realität wahrgenommen wird und die Verfälschungen eine gewisse Menge nicht überschreiten.
    Natürlich ginge es qualitativ besser ohne (oder mit weniger) Verfälschungen und Ausblendungen. Das ändert aber nichts daran, dass die Menschheit bisher trotz eben dieser irgendwie überlebt hat. Die Existenz realitätsverleugnender Religionen und ihre räumliche und zeitliche Verbreitung ist das beste Beispiel.

    Oder überspitzt: „Ein Auto braucht nicht unbedingt perfekt runde Räder. Zwölfeckige Räder rollen auch hinreichend gut. Wir können gern versuchen, sie runder zu gestalten, sollten dazu aber anerkennen, dass sie im Augenblick nicht allzu rund sind.“

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