Moses Kampf gegen einen Stein

Steine. Sie sehen harmlos aus - bis sie dir deine Klamotten klauen! (Bild: morguefile.com. Lizenz: M)

Steine. Sie sehen harmlos aus – bis sie dir deine Klamotten klauen! (Bild: morguefile.com. Lizenz: M)

Ich lese gerade die Sammlung der Hadithe von Al-Buhari. Die Hadithe sind Anekdoten über Mohammed, die angeblich von seinen Begleitern, Frauen, Bekannten, Fan-Club stammen. Sie gehören zusammen mit dem „Leben des Propheten“ und dem Koran zu den drei zentralen Schriften des Islams. Man kann den Koran ohne die anderen beiden Schriften im Grunde nicht verstehen. Auf der Habenseite weiß ich jetzt verdammt alles über die kleine Waschung und was Frauen tun dürfen und was nicht, während sie ihre Tage haben. Der bislang absurdeste Hadith beschreibt einen Kampf zwischen Moses – auch im Islam ein Prophet – und einem hinterhältigen Stein. Ja, einem Stein.

Zitat:

Abu Huraira berichtet:

Der Prophet (S) erzählte:

„Wenn die Kinder Israels sich wuschen, zogen sie sich nackt aus und betrachteten einander. Moses aber pflegte sich allein zu waschen. Die Leute sagten: ‚Bei Gott! Was hält Moses nur davon ab, mit uns zusammen zu baden? Bestimmt hat er ein körperliches Gebrechen, das er vor uns geheim halten will!‘

Eines Tages entfernte sich Moses wieder, um ein Bad zu nehmen. Sein Kleid legte er auf einen Stein. Da lief der Stein plötzlich mit dem Kleid davon. Moses rannte hinter ihm her und rief: ‚Mein Kleid, o Stein! Mein Kleid!‘ So hatten die Kinder Israels Gelegenheit, ihn nackt zu sehen. Sei sagten ‚Bei Gott, Moses hat kein körperliches Gebrechen!‘

Schließlich konnte Moses den Stein ereilen, und er begann, auf ihn einzuschlagen.“

Abu Huraira ergänzte zu seinem Bericht:
Bei Gott! Der Stein hat wirklich sechs oder sieben Kerben von diesen Schlägen!

Quelle: Al-Buhari: Die Sammlung der Hadithe. Ausgewählt, aus dem Arabischen übersetzt und herausgegeben von Dieter Ferchl. Reclam 2013.

Ich habe bis zum Ende darauf gewartet, bis jemand unter dem Stein auftaucht. Ich dachte, ein Kind hätte Moses vielleicht einen Streich gespielt, um ihn hervorzulocken. Dann dachte ich, vielleicht ist der Stein tatsächlich eine Schildkröte.

Aber der Stein ist keine Schildkröte. Er ist wirklich einfach ein Stein. Ein Stein, der herumlaufen kann.

Nur eine Schlussfolgerung erschien mir möglich: Auf jeden Fall werde ich meine grundlegenden Überzeugungen über das Universum von Leuten beziehen, die glaubten, dass Steine irgendwo herumlatschen und Propheten ihre Kleider stehlen. 1,6 Milliarden Muslime können nicht irren.

Ich war zuvor ein wenig skeptisch. Aber diese Offenbarung hat mich wirklich überzeugt. Ein Stein, der laufen kann? Viel wundersamer als Wasser, das in Wein verwandelt wird. 1:0 für den Islam.

Und bekämpft die Steine, wo immer ihr sie findet! Für diesen unendlichen Quatsch köpfen deutsche Konvertiten in Syrien Entwicklungshelfer.

4 Kommentare zu “Moses Kampf gegen einen Stein

  1. Martin sagt:

    Vielleicht machen Steine das ja auch nur, wenn sie naß werden. Wie Gremlins.
    Oder nackige Propheten sehen. Kann man -wegen der heutzutagigen Prophetenverknappung- natürlich schlecht empirisch überprüfen.

  2. Rüdiger Plantiko sagt:

    Al-Buhari – eine zähe Lektüre für einen Nichtmoslem. Vor allem, wenn man sie von vorne bis hinten durchliest. Die Reclam-Ausgabe, die Du liest, ist übrigens gekürzt „ad usum Delphini“.

    Aus ihr sind die für den europäischen Leser perversesten Sachen offenbar schon herausgestrichen:

    Sehr oft, wenn David Wood auf seinem youtube-Kanal ( User Acts17Apologetics ) – oder ein anderer Islamkritiker – ein al-Buhari Hadith zitierte und ich es in der Reclam-Ausgabe nachschauen wollte, die ich mir mal angeschafft hatte, fiel mir auf, dass der betreffende Hadith bei Reclam unterschlagen worden war.

    Hier ist ein Link auf eine umfassendere Ausgabe in Deutsch: http://www.way-to-allah.com/dokument/Auszuege_aus_Sahih_Al-Bukhari.pdf Ob *dies* allerdings die komplette Sammlung ist, kann ich nicht sagen.

    • Ich weiß nicht, ob die Ausgabe wirklich um die schlimmsten Hadithe bereinigt wurde. Da steht durchaus mehrmals drin, dass Muslime alle Ungläubigen bekämpfen sollen, bis überall der Islam herrscht oder bis sie die Kopfsteuer als Dhimmis bezahlen oder bis sie tot sind.

      • Rüdiger Plantiko sagt:

        Ich dachte nicht so sehr an den ideologischen Teil – Kampf gegen die Ungläubigen und Streben nach Weltherrschaft – der ja leidlich bekannt ist und mit wenig Mühe bereits aus dem Koran allein abgeleitet werden kann (z.B. Sure 8.39 und 2.191, wie es die klassischen Koraninterpreten wie Ibn Khaldun und der Mainstream-Islam ausserhalb des Westens ja auch tut, siehe http://wikiislam.net/wiki/Qur%27an,_Hadith_and_Scholars:Scholars_on_Jihad ).

        Sondern an seltener zitierte Absurditäten und – in unseren Ohren – wirklich perverse Dinge. Zum Beispiel Kamelurin als Universalheilmittel (Sahih Buhari 8:82:794) , das Beschlafen der bereits verstorbenen Gattin im Grab (Sahih Buhari 2:23:374), wie es der ägyptische Präsident Mursi in seiner kurzen Amtszeit wieder legitimiert hatte (legal bis zu drei Tage nach dem Tod der Gattin, wenn ich mich richtig erinnere), u. dgl. mehr.

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