Integration der Wölfe

"Das Ende war mies." "Ja, die Menschen haben überlebt." (c) Cox & Forkum

„Das Ende war mies.“ „Ja, die Menschen haben überlebt.“ (c) Cox & Forkum

Manfred Silberberg war auf Facebook so nett, meinen letzten kritischen Beitrag über die Wolfsansiedlung einer Replik zu würdigen. In Ton und Inhalt ist die Replik zeitgemäß. Mir wurde also die Ehre zuteil, selbst als libertärer „einsamer Wolf“ ausnahmsweise am deutschen gesellschaftlichen Diskurs auf einer Ebene teilhaben zu dürfen. Niemand wird ausgeschlossen, lernt man ja heute in den Integrationsschulen.

Hier die Essenz der Argumentation des verehrten Herrn Silberberg:

Selten so einen Blödsinn gelesen!

Sie haben wahrscheinlich in der Jugend zu viele Märchenbücher mit bösen Wölfen gelesen [an einen anderen Diskussionsteilnehmer gerichtet]

Der Untertitel des Feuerbringermagazines lautet doch : „Zurück zur Vernunft“ Vernunft kann ich in allen Artikeln zu diesem Thema nicht lesen.

So viel also zum inhaltlichen Teil der Replik.

Falls jemand diese Art von Replik für unangemessen erachtet, so muss ich ihn darauf hinweisen, dass ich regelmäßig eine solche oder in der Regel viel gröbere Antwort auf meine Artikel erhalte, ziemlich egal welche und wo ich sie veröffentliche. Ein Bekannter berichtete mir kürzlich von einer unfreundlichen Antwort, die er von einer Dame erhielt, die Mitfahrgelegenheiten anbietet. Sie hatte ihn in recht barschem Ton davon in Kenntnis gesetzt, dass sie ihn nicht von seinem Aufenthaltsort abholen würde (was andere Anbieter regelmäßig tun und was er nur höflich angefragt hatte). Das belastete ihn einige Tage.

Als Publizist hat man heute in Deutschland derweil keine Wahl mehr, als mit ausgestrecktem Mittelfinger beim Frühstück die ersten Social-Media-Nachrichten zu lesen und mit ausgestreckten Mittelfinger die letzten Social-Media-Kommentare zu vernehmen, bevor man zu Bett geht. Mehr als ein paar Minuten kann einen der Ghetto-Ton auch nicht ärgern, weil dann bereits die nächste geschmackvolle Anmerkung die Sinne betört.

Die trotzige Haltung dieser Replik des hoch verehrten Herrn Silberberg verorte ich bei seiner Unsicherheit bezüglich dieses Themas. Wäre er sich seiner Sache sicher, müsste er nicht von Anfang an so nachdrücklich auf seine unfehlbaren Einsichten verweisen, mit denen er sich indoktriniert hat.

Hier nun die Argumente, die ihn halb überzeugt haben und bei welchen er so tut, als hätten sie ihn voll überzeugt:

Es wird keine übermäßige Ausbreitung des Wolfes geben, erstens würde es die Natur selber richten wenn dem Wolf die Nahrungsquellen knapp werden zweitens braucht der Wolf große Waldflächen mit Rückzugsgebieten, die hier in unserem zersiedelten Land eher selten sind. @ Benedikt Mälzer : Keine Panik, sie weren höchstwarscheinlich nie einen Wolf zu Gesicht bekommen,denn er meidet die Menschen.. Keine Angst, die Beschreibung entspricht nicht der Realität.

1. Die Natur würde es selbst richten, wenn dem Wolf die Nahrungsmittel ausgehen.

Die Nahrungsmittel des Wolfes sind, wie man ja nun festgestellt hat, unsere Nutztiere. Wölfe fressen die Schafe und andere Tiere von Landwirten auf. Dafür erhalten die Landwirte eine Entschädigung ihres jeweiligen Bundeslands. Sicher werden dem Wolf seine Nahrungsmittel – nämlich unsere Nahrungsmittel – irgendwann ausgehen. Spätestens, sobald sich das Halten von Nutztieren ökonomisch nicht mehr lohnt.

Offenbar geht es dem verehrten Diskutanten jedoch um das „ökologische Gleichgewicht“, das in freier Natur besteht. Interessanterweise sieht das ökologische Gleichgewicht, das hier zu Rate gezogen wird, allerdings vor, dass Raubtiere in freier Natur nicht einfach alle Beutetiere auffressen und dann aussterben. Wenn man schon mit der „Natur“ argumentiert, sollte man wohl auch wissen, wie die Natur funktioniert.

2. Der Wolf braucht große Waldflächen mit Rückzugsgebieten

Wie man aus der Erfahrung in den Vereinigten Staaten weiß, wo ebenfalls wilde Tiere angesiedelt wurden, macht es den Wölfen gar nichts aus, in die Städte umzuziehen, wenn man sie lässt. Unsere Zivilisation ist ein Schlaraffenland, das von Raubtieren aufgefressen werden möchte. In den USA wurden auch schon Menschen von Wölfen in Städten getötet. Dank der brillanten Ideologie der Tierrechtler. Die Leute glauben jetzt nämlich, dass Wölfe Menschen nicht angreifen würden. Das sind wandelnde, missverstandene, vom Menschen grundlos gefürchtete Kuscheltiere. Nur primitive Mittelalter-Bauen mit Fackeln und Heugabeln fürchten Wölfe, wie sie schon das Monster von Doktor Frankenstein grundlos fürchteten (obgleich das Monster in der Geschichte einige Menschen umbringt, aber was solls).

Siehe hierzu: The Beast in the Garden: A Modern Parable of Man and Nature

3. Der Wolf meidet die Menschen

Das kann man so nicht sagen

4 Kommentare zu “Integration der Wölfe

  1. Harold Harry Francis Callahan sagt:

    Waldspaziergänge gewinnen jedenfalls besondere Spannung, wenn bspw. Wölfe, Bären und Giftschlangen aus ökologischem oder ökologistischem Interesse der Natur wieder beigefügt werden.

    Insofern scheint sich zuvörderst diese Frage zu stellen: „Warum?“ (vs. „Warum nicht?“).

    MFG
    Dr. W

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