Gutmenschen-Hassprediger gegen Pastor

Prähistorisches Museum (Jacques Tilly, Giordano Bruno Stiftung)

Prähistorisches Museum (Jacques Tilly, Giordano Bruno Stiftung)

Das bildungsferne Gutmenschentum empört sich. Ein evangelikaler Pastor hat es gewagt, zu behaupten, dass der islamische und der christliche Gott nicht identisch seien. Was für jeden eine Selbstverständlichkeit sein mag, dessen Gehirn nicht in Pfefferminzsoße gekocht wurde, ist der herrschenden Klasse von intoleranten Multi-Kulti-Tyrannen fremd.

Sogar Politiker von SPD und Grünen haben sich gegen den Pastor Olaf Latzel ausgesprochen. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob sie ein Verfahren einleiten will, etwa wegen Volksverhetzung (oder wegen irgendetwas, das ihr gerade einfällt. Sie hat ja bereits ihre Aufgabe, dem Recht zu dienen, bereitwillig der zensierenden Willkür eines intoleranten Mobs geopfert. Da werde ich lieber offen und ehrlich von der Gestapo verhaftet, als von einer „Staatsanwaltschaft“ geprüft, die es wagt, uns unsere Rechte und Freiheiten streitig zu machen, die sie zu schützen geschworen hat. Wenn ich könnte, würde ich sie sofort wegen Landesverrats in den Kerker werfen und den Schlüssel genüsslich bei einem Schluck guten Rotweins verspeisen).

Was hat der böse Pastor nun gesagt? Er hat:

den Buddha als „dicken, alten, fetten Herren“ bezeichnet, das islamische Zuckerfest als „Blödsinn“ und katholische Reliquien als „Dreck“.

Oh nein. Hat er nicht wirklich, oder? Oh Gott. Die gentechnikfreie Kuschelgott-Fraktion hat einen weiteren Grund zu weinen. Und ich auch, dass ich mit derartigen geistigen Nicht-Entitäten in einem Land leben muss, die ihren eigenen Predigern die Vermittlung ihrer eigenen Religion verbieten wollen, wenn es mal nicht alles in den Zeitgeist passt, was er sagt – und was in ihrem eigenen heiligen Buch steht.

Natürlich müsste man konsequenterweise sehr viele Schriften des evangelischen Glaubensbegründers Martin Luther zensieren lassen. Ohne dass die „evangelischen Gläubigen“ in Bremen, die keine Ahnung von ihrem eigenen Glauben haben und die praktisch nichts über ihren Glaubensgründer wissen, sich dem oder irgendetwas bewusst wären, sagte Martin Luther etwa folgendes – das auch nicht zu unserem Zeitgeist passt:

„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da.“

„Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen… Es ist ein gerechtes Gesetz, dass sie getötet werden, sie richten viel Schaden an.“
(Predigt von 1526, Weimarer Ausgabe 16, S. 551)

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Zum andern, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben …“
(Luther: Handbuch der Judenfrage, S. 233-238)

„Denn die Hand, die das Schwert führt und tötet, ist dann auch nicht mehr eines Menschen Hand, sondern Gottes Hand, und nicht der Mensch, sondern Gott henkt, rädert, enthauptet, tötet und führt den Krieg. Das alles sind seine Werke und sein Gericht.“
(Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526)

„Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt, von denen ich einige gesehen habe, so halte ich dafür, dass sie entweder vom Teufel entstellt, aber nicht von ihm gezeugt sind, oder dass es wahre Teufel sind.“(Opery exegetica, Erlanger Ausgabe, II., S. 127)“ (Luther über behinderte Kinder)

(Quelle)

Wo wir schon von Hasspredigern reden. Ich hasse ungebildete Menschen, die anderen den Mund verbieten wollen. Die nicht wissen, was „ihr“ Glaube eigentlich beinhaltet und die lediglich nach dem Zeitgeist entscheiden, dass jemand nicht mehr offen diesen Glauben predigen darf (den ich als Atheist nicht teile, aber ich glaube an die Freiheit anderer, zu predigen, was sie wollen!). Ich hasse den intoleranten gutmenschlichen Multi-Kulti-Mob. Ich hasse gefügige Staatsanwaltschaften, die sich nicht dem Recht, sondern dem Zeitgeist unterwerfen. Ich hasse Politiker, die meinen, sie dürften sich in innerkirchliche Angelegenheiten einmischen und Predigern den Mund verbieten. Ihr seid keine guten Menschen, ihr seid die neue Gestapo. Ihr seid die neue Pest, die uns die Freiheit nimmt.

9 Kommentare zu “Gutmenschen-Hassprediger gegen Pastor

  1. Wolfgang Russ sagt:

    Was geht das staatliche Institutionen an was ein Prediger von sich lässt? Da ist doch seine Gemeinde gefragt. Und kirchliche Vorgesetzte.

    • Nathan Warszawski sagt:

      Hasspredigten gehören verfolgt. Hier handelt es sich nicht um Hasspredigten.

      • Harold Harry Francis Callahan sagt:

        Test – nur um mal zu sehen, ob hier überhaupt geantwortet werden kann, nachdem zwei Versuche der Benachrichtigung *irgendwie* nicht gingen.

        • Harold Harry Francis Callahan sagt:

          Hmm, OK, also dritter Versuch:

          Aber nur, wenn gewusst wird, was freie Meinungsäußerung genau zu ‚Hasspredigten‘ macht. Die Grenzen der freien Meinungsäußerung bestehen in denjenigen Systemen, die den Ideen und Werten der Aufklärung folgend gesellschaftlich implementieren konnten, in Aufrufen zur Gewalt, in Aufrufen zu Gesetzesverstößen, in Aufrufen, die Panik erzeugen müssten, der Ruf „Bombe!“ im voll besetzten Theater wäre hier der Klassiker, und bei der Pornographie, wobei es hier schon schwierig wird.

          MFG
          Harry
          (der sich ’nicht liberal‘ als Verdacht notiert hat)

      • Enrico Huettig sagt:

        … und noch ein argumentfreier Kommentar.

        • Harold Harry Francis Callahan sagt:

          Zumindest besondere Empfängerzufriedenheit, jene Nachricht betreffend, kann sich wohl nicht ad hoc, im Sinne eines Must-Have, hier und jetzt einstellen, zumindest nicht bei allen.

          Korrekt.

          Harry

  2. Nathan Warszawski sagt:

    „Da werde ich lieber offen und ehrlich von der Gestapo verhaftet“
    Wirklich?

  3. Harold Harry Francis Callahan sagt:

    ‚Dreck‘ könnte justiziabel sein, ansonsten…

    Ein evangelikaler Pastor hat es gewagt, zu behaupten, dass der islamische und der christliche Gott nicht identisch seien. Was für jeden eine Selbstverständlichkeit sein mag, dessen Gehirn nicht in Pfefferminzsoße gekocht wurde, ist der herrschenden Klasse von intoleranten Multi-Kulti-Tyrannen fremd.

    …wieder nett formuliert.

    MFG
    Harry (der auch das mit der in der Kommentatorik angemängelten ‚Gestapo‘ bemerkt hat, scheint aber solid formuliert)

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