Im Kino siegt das Primitive

Das Magazin Gamestar hat die 23 finanziell erfolgreichsten Filme aufgelistet. Sie haben nur gemeinsam, dass sie mit opulenter Tricktechnik gemacht sind. Die drei erfolgreichsten Filme bedienen obendrein die irrationalen Ressentiments und Ängste und Wahnvorstellungen der Bevölkerung.

In der Liste sind, wie man fairerweise sagen muss, einige gute bis sehr gute Filme zu finden, darunter The Dark Knight, Der Hobbit 1, Alice im Wunderland (neue Realverfilmung) und The Dark Knight Rises. Allerdings stehen diese auf einer Erfolgs-Ebene mit Filmen wie zwei Teilen der Transformers-Reihe, Avatar und Star Wars: Episode 1.

Gemein ist diesen Filmen nur, dass sie mit aufwändigen Spezialeffekten gemacht sind. Gewiss sind Spezialeffekte eine Spezialität der Kinoleinwand und ein Grund, speziell ins Kino und nicht ins Theater zu gehen. Ein solches Gewicht sollten sie für den Erfolg eines Filmes aber mit Sicherheit nicht haben.

Die drei erfolgreichsten Filme überhaupt sind diejenigen, die am stärksten irrationale Ängste und Ressentiments bedienen. Titanic von James Cameron ist ein Propagandafilm gegen den Kapitalismus und wohlhabende Unternehmer, die darin entweder als bösartige, rücksichtslose Mörder oder wie naive und hilflose Neureiche dargestellt werden. Es wird eine starre Klassengesellschaft dargestellt, wie sie für das Mittelalter typisch war – und das in der Hochzeit des britischen Kapitalismus, der sich gerade dadurch ausgezeichnet hat, dass zahlreiche Menschen aus armen Familien durch ihr eigenes Können reich geworden sind. In den Köpfen von linken Propagandisten wie Cameron ist der Kapitalismus dasselbe wie die mittelalterliche Ständeordnung. In beiden Gesellschaften haben Menschen aus für Cameron unerklärlichen, mysteriösen Gründen unterschiedlich viel Geld.

Der erfolgreichste Film überhaupt, Avatar, treibt Camerons linke Ressentiments auf die Spitze. Hier wird eine primitive, einen Baum anbetende Stammeskultur einer fortschrittlichen, technisch hochentwickelten Zivilisation entgegengestellt – und die primitive Gesellschaft wird als moralisch überlegen gezeigt. Die Zivilisation erscheint moralisch verkommen, geldgierig und rücksichtslos. Einen größeren Gefallen hätte Cameron den Feinden der freien Welt nicht mehr machen können als diesen unerträglichen, manipulativen Propagandafilm. Cameron hat übrigens auch persönlich in Brasilien gegen den Bau eines Staudamms gekämpft, weil sich einige Ureinwohner dagegen aufgelehnt hatten. Er nutzt die Errungenschaften unserer Zivilisation, um sie zu zerstören. Die freie Gesellschaft hat es Cameron ermöglicht, zu einem der erfolgreichsten Regisseure zu werden und das nutzt er nun, um Propagandafilme gegen die freie Welt zu drehen.

Jurassic World, der dritterfolgreichste Film, ist noch eine Stufe dümmer als Jurassic Park. Die Aussage von Jurassic World ist ebenso, dass wir die Natur nicht antasten sollen. Diesmal werden auf einer Insel aus den Genen verschiedener Tiere Dinosaurier erschaffen, die es nie gegeben hat. Das Ziel ist es, sie immer eindrucksvoller zu gestalten, damit mehr Menschen den Park besuchen. So ähnlich wie die immer besseren, neuen iPads. Man sollte vielleicht erwähnen, dass Zoos allerdings nichts dergleichen tun. Wie auch immer: Am Ende besiegt der klassische T-Rex einen der neuen Mode-Dinos und beherrscht wieder die Insel. Im Film kommt auch ein böser Militärvertreter vor, der die Dinosaurier als Biowaffen nutzen möchte. Es werden also antikapitalistische, ökologische und anti-militaristische Klischees und Ressentiments aneinandergereiht. Nur die Darstellung der Entfremdung von Mann und Frau, die beide unabhängig leben und Karriere machen und am Ende wieder zusammenfinden, finde ich gut gemacht und intelligent.

Der Erfolg solcher Filme erinnert mich an den Komponisten Richard Halley aus Ayn Rands Roman Atlas Shrugged. Der Komponist erschafft fröhliche Meisterwerke der klassischen Musik. Er wird jahrzehntelang nicht anerkannt, bis er eines Tages auf einmal Erfolg hat und stehende Ovationen erhält. Es gibt keinen Grund, warum er auf einmal erfolgreich ist, denn an seinem Schaffen hat er nichts Grundlegendes verändert. Das ist der Moment, als er in den Streik geht. Halley möchte für seine Errungenschaften anerkannt werden und nicht durch bloßen Zufall und willkürliche Trends erfolgreich sein. Allerdings ist unsere Zeit im Grunde noch irrationaler. Es ist nicht so, als ob Genies willkürlich irgendwann mal anerkannt werden oder auch nicht, sondern das explizit Böse, Niedrige, Irrationale ist erfolgreicher als alles andere.