Hauptargument gegen Tierrechte

Ich habe aus meinen Ausführungen über Tierrechte das zentrale Argument herausgearbeitet, warum ich Tierrechte ablehne:

Wir erreichen Wissen ausschließlich durch den Gebrauch unserer Vernunft. Wir denken in Begriffen – konzeptuell. Dieses Vermögen erlaubt es uns, über Moral zu sprechen, Moral zu verstehen und uns moralisch zu verhalten. Wenn wir keine Vernunft haben, haben wir keine Rechte.

Die Sprachfertigkeiten von Laboraffen schaffen es immer wieder in die Schlagzeilen. Vieles spricht dafür, dass diese von Tierrechtlern wie Peter Singer grob überinterpretiert werden. Affen können den Zusammenhang zwischen Dingen in der realen Welt und Symbolen auf der Tastatur auswendig lernen. Ihr Gedächtnis hat sich dabei als sehr gut erwiesen. Von „Verstehen“ kann aber keine Rede sein. Sie wissen, dass sie eine Banane bekommen, wenn sie auf bestimmte Tasten klicken – wie es die Forscher vorgemacht haben. Könnten Affen Sprache wirklich verstehen, dann könnten sie wie Menschen denken.

Könnten Affen wie Menschen denken, dann könnten sie nicht nur auf Knöpfchen drücken, sondern sie hätten schon längst kulturell entwickelt. Dann wären sie in der Lage, kausale Erklärungen zu suchen. Sie könnten Wissenschaft betreiben oder sie würden zumindest natürliche Phänomene auf das Wirken der Götter zurückführen. Affen tun jedoch überhaupt nichts, was sie fundamental von anderen Tieren unterscheiden würde. Sie haben nicht einmal eine primitive Wissenschaft, noch eine darauf aufbauende Technologie – wie ein Zelt oder Kleider aus Tierhäuten –, noch beten sie Götter an. Sie bleiben immer auf demselben Entwicklungsstand. Das ist ein deutliches Zeichen, dass sie zu konzeptuellem Denken eben nicht fähig sind. Die sogenannten „Menschenaffen“ sind am Ende auch nur Tiere.

Menschenaffen lernen in freier Natur von ihren Eltern gar nichts, nicht einmal Nüsse knacken. Die führenden Primatologen David und Ann Premack haben dies nach jahrzehntelanger Beobachtung festgestellt. Der Mangel an begrifflichem Denkvermögen ist auch der Grund, dass sie sich nie kulturell entwickeln. Affen haben keine Gebäude errichtet, keine Kochrezepte geschrieben, keine verschiedenen Arten von Toilettenpapier entworfen, ihre Sexualpraktiken in keinem Kamasutra notiert. Sie kennen kein romantisches Dinner, keine Zeitung oder auch nur mündliche Erzähltraditionen, keine Sportarten oder Spielplätze. Affen erzählen keine Geschichten – für den Schriftsteller Terry Pratchett sind wir gar der „Geschichten erzählende Affe“.

Affen folgen schlicht und ergreifend ihren Instinkten, wie andere Tiere auch. Wie Biber, die Dämme bauen und Vögel, die Nester basteln, kennen manche Schimpansen einen Trick: Stöcke spitzen, um Termiten zu angeln. Sie bauen niemals auf diesem Wissen auf und entwerfen etwa Äxte, Pfeil und Bogen oder eine Feuerstelle zum Grillen. Es gibt also einen grundsätzlichen und absoluten Unterschied zwischen Menschen und Tieren. Menschen sind zwar ebenso Geschöpfe des natürlichen Evolutionsprozesses, aber wir haben uns von unseren Ursprüngen emanzipiert.

Aus: Müller, Andreas: Tiere haben keine Rechte: http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001626