Pegida ist der Mob (Update)

Update: Ich wurde darauf hingewiesen, dass die Medien die Bedeutung von Pirinccis KZ-Kommentar verfälscht haben, indem es aus dem Kontext genommen wurde. Tatsächlich sagte der Autor:

„Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt zu haben, dass man ihm schulterzuckend die Ausreise empfehlen kann, wenn er gefälligst nicht pariert. Es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZ sind ja derzeit außer Betrieb.“

Es geht Pirincci also darum, dass vielmehr die Politik ihr Volk aus der Sicht der Politiker leider nicht in ein KZ stecken könne, wenn es nicht der Flüchtlingspolitik zustimmt. Das bedeutet etwas völlig anderes, als dass sich der Autor den Wiedereinsatz von KZs, diesmal gegen Flüchtlinge wünschen würde. Fragwürdig ist es auch, aber trotzdem etwas anderes.

Ansonsten hat er allerdings wirklich ziemlich üble Sachen gesagt.

Selbst nachhören (YouTube-Aufzeichnung). Ich bleibe dabei, dass Pegida der reinste Abschaum ist.

Mir ist richtig schlecht geworden, als ich die neuesten Berichte über Pegida gelesen habe. Anfangs konnte man ja noch Zweifel haben, ob sich da auch vernünftige Leute hin verirrt haben mögen, aber jetzt nicht mehr.

Mein Beitrag über Ayn Rands Ethik und ihr Verhältnis zur Flüchtlingskrise wurde nun schon 104 Mal auf Facebook geteilt (was erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass Rands Ethik sonst keine Rolle im deutschen Diskurs spielt). Ich hoffe, dass niemand etwas aus dem Kontext zitiert und missbraucht für so eine widerliche Ideologie wie die von Pegida. Man möchte keinen Applaus aus der falschen Ecke bekommen. Also, meine Gründe für die Befürwortung einer Regulierung von Einwanderung und Asyl im Unterschied zu völlig offenen Grenzen sind vor allem:

1. Die Einhaltung von Gesetzen, die ausgerechnet die Politik nicht verletzen dürfte (wie Schengen-Abkommen) zwecks Erhalt eines funktionierenden Rechtsstaats,

2. Der Schutz der individuellen Rechte der Bürger vor reaktionären Muslimen und islamistischen Terroristen (die natürlich nur eine Minderheit unter den Flüchtlingen sind! Trotzdem ein Grund zur Besorgnis) und

3. Ethik: Die Tatsache, dass wir Flüchtlingen zwar helfen können, uns aber nicht für sie aufopfern müssen, uns also nicht selbst großen Schaden dabei zufügen müssen (etwa durch auf lange Sicht zu hohe Ausgaben, wenn weiterhin Hunderttausende Flüchtlinge ins Land kommen, die ja aufgrund der gegebenen Gesetzeslage zunächst nicht arbeiten dürfen, sondern vom Staat versorgt werden müssen).

Mit „Ausländern“ per se habe ich gar kein Problem. Ich wohne in einem multikulturellen Vorort und ich empfinde das als meine Heimat. Ich will gar nicht unter „reinen Deutschen“ leben, das wäre für mich nicht mehr mein Land. Dieser Aspekt des „Fremden“ ist mir völlig gleichgültig. Fast alle meiner besten Freunde waren bislang Polen und Russen (bzw. Deutsche, die oder deren Eltern aus diesen Ländern stammen, wie auch immer). Mein Problem sind die freiheitsfeindlichen Ideen gerade von jungen muslimischen Flüchtlingen (wie Antisemitismus und Homophobie) und natürlich von dezidierten Islamisten, woraus sich m.E. ein Sicherheitsproblem für uns ergibt – sowie die anderen, gerade aufgezählten Punkte. Es geht nicht um „Fremde“, „Ausländer“, „andere Kulturen“ als solche, ist mir alles egal.

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