Sind Steuern Diebstahl?

Sind Steuern Diebstahl Teaser

Und ihr dachtet schon, mir würden langsam die provokanten Titel ausgehen!

Voraussichtlich am Sonntag um 19:30 Uhr werde ich via Skype eine Diskussionsrunde zum Thema „Sind Steuern Diebstahl?“ moderieren. Es gibt auch eine kleine Präsentation von mir mit den Grundpositionen zum Thema. Im Gegensatz zu den ausführlicheren Webinaren ist die Diskussion gratis. Es kann gerne jeder mitmachen, der sich vorher bei mir meldet. Interessenten mögen mir bitte ihren Skype-Namen schicken: feuerbringer(at)hotmail.de oder via Facebook-Nachricht.

Ich habe mich auch mit Google Hangouts befasst und finde es an sich gut, aber für diesen Zweck ist mir aus verschiedenen Gründen Skype lieber. Ich hoffe, ihr habt alle ein Skype-Konto. Wenn nicht, es ist gratis, und so auch Anrufe via Skype. Die Präsentation werde ich hier im Blog anbieten und sie euch außerdem am Anfang der Diskussion auf Skype schicken. Bei Skype könnt ihr wählen, ob nur eure Stimme zu hören ist oder auch ein Webcam-Bild von euch zu sehen. Erfahrungsgemäß mögen die meisten Leute keine Videoanrufe.

Ich hoffe, den Uneingeweihten ist jetzt nicht ihr Monokel herausgefallen angesichts dieses unorthodoxen Themas. In der libertären Szene ist es tatsächlich umstritten, ob Steuern als wahlweise Diebstahl, Raub oder Erpressung anzusehen sind oder nicht. Am Samstag habe ich auf der „Recht & Freiheit“-Konferenz der Students for Liberty mit einigen Publizisten und Organisationsvertretern über das Thema gesprochen und es ist ganz klar, dass viele Leute in der libertären Szene auch in Deutschland glauben, dass der Staat sie beraubt.

Der Durchschnittsdeutsche rühmt sich damit, brav seine Steuern zu zahlen und ist empört, wenn es irgendwer nicht tut. Es gibt libertäre Denker, die es für moralischer erachten, Steuern zu hintergehen. Ohne Zustimmung nimmt einem jemand das hart erarbeitete Geld ab, schreiben sie. Wer sagt, dass die Mehrheit so etwas darf? Wer sagt, dass Staatsvertreter so etwas dürfen, nur weil sie gewählt wurden? Von den Libertären wurden sie ja nicht gewählt. Auch Objektivisten, die Anhänger von Ayn Rands Philosophie, sind größtenteils der Meinung, dass Steuern zumindest moralisch falsch sind. Man sollte die Regierung freiwillig finanzieren, schrieb auch Ayn Rand selbst.

Es gibt einige Abweichler unter den Objektivisten wie William R. Thomas, Programmdirektor der Atlas Society, die Steuern als solche für legitim erachten. Ebenso gibt es viele Minarchisten mit einem anderen philosophischen Hintergrund, die kein Problem mit Steuern haben. In einem bald hier erscheinenden Essay werde ich mich William R. Thomas anschließen und erklären, warum Steuern als solche kein Diebstahl sind, sondern moralisch legitim. Ja, obwohl sie durch Zwang produktiven Bürgern weggenommen werden. Und obwohl Ayn Rand etwas anderes gesagt hat. Ich denke nämlich, dass es an der Stelle einen Widerspruch in ihrer Philosophie gibt. Ich gehöre also mal wieder zu den moderaten Kuschelbären unter den radikalen Kapitalisten.

Ich freue mich wie immer auf eure Teilnahme!