Gentechnik: Ich seh nix, ich hör nix und ich weiß nix!

Die amerikanische Lebensmittelbehörde FDA hat gerade den sogenannten „Genlachs“ zugelassen. Das ist ein Lachs, der besonders schnell wächst und insofern schnell zu einem Nahrungsmittel für uns Menschen verarbeitet werden kann. Die Lebensmittelbehörde hat ihn zugelassen, weil er gesundheitlich unbedenklich ist. Auch negative Einwirkungen auf die Umwelt seien nicht zu befürchten. Greenpeace kritisierte das Vorhaben. Auch andere sind gegen Gentechnik voreingenommen. Es ergeben sich aufschlussreiche Überschneidungen…

Anm: Sie müssen die Quellen unter dem Artikel auch lesen, sonst ergibt der ganze Beitrag keinen Sinn…

Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte die Zulassung des Genlachses, denn: „Bis heute ist es den Gentech-Konzernen nicht gelungen, die gesundheitliche und ökologische Unbedenklichkeit genetisch veränderter Lebensmittel zu belegen.“ Moment, dieses Zitat stammt aus einer anderen Quelle, entschuldigen Sie den Fehler! Hier Greenpeace zum Thema: „Angeblich ist der Lachs absolut ungefährlich und entspricht den amerikanischen Sicherheits- und Lebensmittelstandards. Welche Daten als Grundlage für die Zulassung verwendet wurden, bleibt jedoch unklar.“

Das ist die übliche Strategie von Greenpeace: Zweifel säen. Sie haben keine Fakten, die für ihre Position sprechen. Sie können nicht für ihre eigene Position argumentieren. Greenpeace ist ausschließlich in der Lage, Zweifel an der Position der Gegenseite zu wecken. Der Verdächtige wurde zur Tatzeit von mehreren Zeugen am anderen Ende der Stadt gesehen, seine Fingerabdrücke sind nirgends am Tatort zu finden, er kannte das Opfer nicht, hatte kein erkennbares Motiv, bei ihm wurde keine Tatwaffe gefunden, aber, aber: Er hat braunes oder leicht blondes Haar und ein Zeuge beschrieb den Täter als „blond“!

Ferner macht Greenpeace den Leuten Angst, dass das TTIP-Abkommen, vor dem sich viele Leute gerade auch fürchten, den Genlachs ohne Kennzeichnung nach Deutschland bringen könnte, „da das Freihandelsabkommen TTIP, für dessen Zustandekommen sich CDU und SPD vehement einsetzen, solche Verbraucherinformationen als „nichttarifäre Handelshemmnisse“ ansehen könnte, die künftig untersagt sein sollen.“ Einen Augenblick, da habe ich jetzt meine Quellen wieder durcheinandergebracht! Hier ist die Stellungnahme von Greenpeace: „Die europäischen Regeln zur Kennzeichnung von Gentechnikprodukten sind den USA ein Dorn im Auge und drohen durch TTIP als ’nicht tarifäres Handelshemmnis‘ verschlechtert zu werden oder zu verschwinden.“

Schließlich gibt Greenpeace zu bedenken: „Bisher kann niemand sagen, welche Folgen für den Menschen zu erwarten sind.“ Oh, halt, wie peinlich, wieder die falsche Quelle! Hier das richtige Zitat: „Unsicher bleibt außerdem, ob Langzeitwirkungen durch den Genuss beobachtet wurden“. Zudem wisse man nicht, „wie sich die mögliche Ausbreitung des Genlachs in der Natur auf die Umwelt auswirken könnte.“ Eine mögliche Auswirkung wird auch genannt: „Desweiteren bringt die Anwendung der Gentechnik bei der Lebensmittelproduktion ökologische Gefahren mit sich, zerstört sie doch die biologische Vielfalt.“ Ach ne, der letzte Satz war wieder die andere Quelle.

Da wurde ich etwas verwirrt bei diesem Beitrag, was die zitierten Quellen angeht. Zu meiner Entschuldigung muss man mir zugutehalten, dass die beiden Quellen wirklich schwer voneinander zu unterscheiden sind. Sie haben praktisch dieselbe Position zum Thema Gentechnik und nutzen dieselbe Strategie, um den Bürgern (neuerdings nur noch „Verbrauchern“) grundlos Angst einzujagen.

Quellen:

Greenpeace: Genlachs auf der Speisekarte

NPD: TTIP zwingt uns Deutschen riskanten Genfraß auf