Es gibt keinen inhärenten Konflikt

…zwischen den Interessen von Ausländern und Inländern. Oder zwischen rationalen Menschen allgemein. Ich schreibe das, nachdem ich ein Bild auf Facebook gesehen habe, das die Interessen eines „deutschen Mannes“ den Interessen von „Ausländern“ entgegenstellt. Zwar ist eine Überreaktion in unserer aktuellen Lage beinahe verständlich, aber hier werden Erklärungen dennoch an der falschen Stelle gesucht.

Wenn es keinen inhärenten Konflikt gibt, wie ich behaupte: Was ist mit den ganzen „Flüchtlingen“ oder Einwanderern, die dem deutschen Sozialstaat ein Vermögen kosten? Ist es nicht ein Konflikt zwischen uns und denen, wenn die unser Geld bekommen? Oder wenn bestimmte nordafrikanische und muslimische Flüchtlinge unsere gesetzlichen und kulturellen Grundregeln nicht akzeptieren? Ja, das ist ein Konflikt. Aber kein inhärenter oder natürlicher und notwendiger Konflikt, sondern einer, der politisch und ideologisch bedingt ist. Und das ist ein wichtiger Unterschied.

Zunächst einmal eine Feststellung, die eigentlich offensichtlich sein sollte: Es sind nicht die Einwanderer, die entscheiden, dass sie vom deutschen Staat Geld bekommen. Es ist der deutsche Staat, der entscheidet, ihnen Geld zu geben. Eine demokratische Mehrheit hat Angela Merkel gewählt, obwohl ihre Irrationalität und moralische Orientierungslosigkeit schon lange klar zu erkennen sind. Insofern können sich sehr viele Deutsche erst einmal bei sich selbst bedanken für diese Entscheidung, deren Folgen nun alle auszulöffeln haben.

Im Gegensatz zu dem, was viele Libertäre nun opportunistisch behaupten, müsste man nicht den gesamten Sozialstaat abschaffen, um diesem Problem Herr zu werden – dem Problem, dass Staatsleistungen Empfänger dieser Leistungen anziehen. Man müsste lediglich gezielt Leistungen für Asylbewerber reduzieren. Dadurch würde die Attraktivität von Deutschland für Drittwelt-Muslime und unausgebildete Einwanderer und Kriminelle erheblich abnehmen.

Zweitens gibt es einen kulturell-ideologischen Konflikt zwischen dem Westen und vor allem dem Islam, der dazu führt, dass sich einige, wenn nicht sogar relativ viele junge muslimische Männer in Deutschland nicht so verhalten, wie man es als Mindeststandard erwarten würde. Zweifellos ist das ein echter Konflikt und ich denke, man sollte ihm tatsächlich auch mit Einwanderungsrestriktionen begegnen.

Auch dieser Konflikt ist aber nicht notwendig. Offene Grenzen haben vor allem eine absolute Grundvoraussetzung: Sie sind für Menschen gedacht, die gerne in einem anderen Land ein besseres Leben führen möchten, die ihr Potenzial nutzen möchten, die Chancen nutzen möchten. Das ist die Grundannahme der Befürworter offener Grenzen, darunter etwa der libertäre Professor Michael Huemer, der im empfehlenswerten Buch Wider die Anmaßung der Politik auf dieser Grundlage argumentiert. Gäbe es nur solche Menschen, sollte es offene Grenzen geben. Man wird übrigens auch dann noch registriert als Einwanderer oder Bürger! Dies als Info für die Einwanderungsgegner, die das nicht wissen. Unfassbarerweise werden viele Einwanderer hier und heute nicht registriert, was alles mit der Unfähigkeit der Politik, aber nichts mit dem Konzept der „Offenen Grenzen“ zu tun hat! Kein Mensch, der noch ansatzweise bei Verstand ist, möchte Massen von Einwanderern ohne jegliche Registrierung oder behördliche Erfassung in ein Land lassen, auch wenn es alles nette Leute sind.

„Irrationalität ist die Ursache aller Konflikte.“

Der kulturell-ideologische Konflikt ist real und sehr ernst. Er hängt allerdings von dem ab, was der Name schon verrät: Eine Ideologie oder Kultur, die nicht auf das aufgeklärte Eigeninteresse ausgelegt ist. Es geht manchen Menschen eben nicht darum, im vernünftig verstandenen Eigeninteresse in ein anderes Land zu gehen, um dort etwa bessere Karrierechancen zu haben. Es gibt Leute, die in ein anderes Land gehen, um dort die Scharia einzuführen, um Ungläubige umzubringen oder die einfach nur „unzüchtig“ bekleidete Frauen vergewaltigen wollen, die Feuerwerkskörper oder etwas Schlimmeres auf Deutsche schießen, weil sie sie verachten, die kurz gesagt ihren irrationalen Launen und ihrem Willen zur Macht freien Lauf lassen möchten.

Aus diesem Grund bin ich für offene Grenzen innerhalb der freien Welt, also zwischen Nationen mit einem liberalen Rechtsstaat und einer aufgeklärten Kultur. Sicher, man kann über die Kriterien und Grenzen dafür streiten, aber es gibt eindeutig welche. Saudi-Arabien, Nordkorea und der Iran sind zum Beispiel klar unfrei. Deutschland und die USA sind frei. Besser wäre es, sich Individuen anzusehen, ob diese mit unserer freiheitlichen Kultur ansatzweise vereinbare Vorstellungen haben. Von Ausnahmefällen abgesehen – etwa Menschenrechtsaktivisten in islamischen Ländern – halte ich das aber für schlicht nicht umsetzbar. Man kann immer lügen und ankreuzen „Ich bin kein Terrorist“, wie man das etwa tun muss, wenn man in die USA einreisen will. Welcher noch so dämliche Terrorist kreuzt bitte an „Ich bin ein Terrorist“? Also bin ich für grundsätzlich geschlossene Grenzen gegenüber vor allem der islamischen Welt.

Das Gesetz ist immer ein grober Keil. Gerade darum sollte es sehr vorsichtig zum Einsatz kommen. Aus diesem Grund habe ich auch so meine Probleme mit dem geplanten Anti-Grapschen-Gesetz, angesichts der Tatsache, dass es schon Gesetze gegen sexuelle Belästigung und Vergewaltigung gibt. Ich glaube nicht, dass irgendein Mann klar weiß, wann und wie das Anfassen einer Frau exakt in ihrem Sinne ist und wann und wo nicht – vor allem, wenn die Frau nicht kommuniziert und sich stattdessen sofort bei Autoritäten beschwert. Genau das Problem gibt es an amerikanischen Universitäten, wo männliche Studenten regelmäßig fälschlich beschuldigt werden, Frauen zu nötigen oder zu vergewaltigen. Männer können keine Gedanken lesen. Dann wiederum gibt es eindeutig Fälle, wo das Grapschen unangebracht ist – und dafür gibt es schon Gesetze gegen sexuelle Belästigung. Das Problem ist eher die Umsetzung, aber es ist eher nicht die Gesetzgebung.

Dieser Konflikt liegt also nicht in der Natur von „Inländern“ und „Ausländern“ – die geografische Lage einer Person ist völlig irrelevant. Vielmehr geht es um Kultur, Ideologie und daraus folgendem Verhalten. Diese lassen sich grundsätzlich ändern. Allerdings ist es nicht unser Problem, die Überzeugungen von Menschen in der islamischen Welt zu ändern. Leider ist es nun aber zu unserem Problem gemacht worden, die Überzeugungen von Muslimen in unserem eigenen Land zu ändern, obwohl auch das eigentlich nicht nötig sein sollte.

Es gibt keinen existenziellen, fundamentalen Konflikt zwischen rationalen Menschen. Sie können sich immer friedlich einigen. Aber es gibt nicht nur rationale Menschen, sondern viele sehr irrationale Menschen. Und das ist der Grund für alle Konflikte. Nicht der Umstand, in welchem Land jemand wohnt.