Thomas von Aquin über den Islam

Benozzo Gozzoli, „Triumph des Hl. Thomas von Aquin über Averroes“ (1468/84). Thomas sitzt zwischen Aristoteles und Platon, vor ihm liegt niedergeworfen Averroes

Benozzo Gozzoli, „Triumph des Hl. Thomas von Aquin über Averroes“ (1468/84). Thomas sitzt zwischen Aristoteles und Platon, vor ihm liegt niedergeworfen Averroes (ein muslimischer Philosoph).

In dieser Reihe übersetze und veröffentliche ich die Meinungen von nicht-muslimischen historischen Persönlichkeiten aus Ost und West über den Islam. Diesmal äußert sich der Aristoteliker Thomas von Aquin (1225-1274), einer der bedeutendsten Philosophen der Geschichte. Katholische Christen verehrten ihn als Heiligen. Die atheistische Denkerin Ayn Rand sagte über ihn: „Ich halte Thomas von Aquin für den größten Philosophen neben Aristoteles.“ (Letters 634).

Thomas von Aquin äußert sich in seiner Summa gegen die Heiden (1260) über den Islam. Das ist ein Handbuch für katholische Missionare, die unter Muslimen oder Juden leben. Der Philosoph schreibt darin folgendes (Buch 1, Kapitel 6.4):

„Mohammed hat den Menschen sexuelle Vergnügungen versprochen, zu denen uns die Fleischeslust antreibt. Damit hat er sie zu seiner Sekte verführt. Seine falsche Lehre enthält auch Anweisungen, die zu seinen Versprechungen passen. So ließ er der sinnlichen Begierde freien Lauf. Wie zu erwarten waren es nach solchen Vergnügungen dürstende Männer, die ihm dabei folgten. Was Beweise für die Wahrheit seiner Lehre angeht, hat er nur solche genannt, die ein jeder mit seinem natürlichen Vermögen verstehen kann, der über nur sehr wenig Geist verfügt.

Tatsächlich hat er die göttlichen Wahrheiten, die er lehrte, mit vielen Märchen und mit völlig erfundenen Lehren vermengt. Er hat keine Zeichen auf eine übernatürliche Weise [Wunder] gewirkt, was der einzig angemessene Beleg für eine göttliche Eingebung bei einem Lehrer der göttlichen Wahrheit [Prophet] ist. Im Gegenteil sagte Mohammed, dass er mit der Macht seiner Waffen gesandt wurde – und das sind Zeichen, an denen es nicht einmal Räubern und Tyrannen mangelt.

Davon abgesehen sind ihm keine Gelehrten, keine in den göttlichen und menschlichen Dingen unterrichtete Menschen, von Anfang an gefolgt. Diejenigen, die an ihn glaubten, waren brutale Männer und Wüstenwanderer, die absolut keine Ahnung von irgendeiner göttlichen Lehre hatten. Durch ihre große Zahl zwang Mohammed mit der Macht seiner Waffen andere gewaltsam, ihm zu folgen.

Ferner erwähnen ihn die göttlichen Verkündigungen von früheren Propheten überhaupt nicht. Im Gegenteil: Er verfälscht fast alle Zeugnisse des Alten und Neuen Testaments, indem er seine eigenen Lügenmärchen daraus macht. Das kann jeder erkennen, der seine Lehre untersucht. Es war von daher eine gewitzte Entscheidung seinerseits, seinen Anhängern zu verbieten, das Alte Testament und das Neue Testament zu lesen. Sonst hätten ihn diese Bücher der Fälschung überführt. Es ist also klar, dass jene, die Mohammed irgendetwas glauben, dies aus Leichtgläubigkeit tun.“

Reihe: Historische Persönlichkeiten über den Islam

Teil 1: Al-Razi

Teil 2: Tocqueville

Teil 3: Thomas von Aquin

Teil 4: Schopenhauer

Teil 5: Antony Flew

Teil 6: Winston Churchill