Antony Flew über den Islam

Antony Flew: An Introduction to Western Philosophy: Ideas and Argument from Plato to PopperIn dieser Reihe übersetze und veröffentliche ich die Meinungen von historischen Persönlichkeiten über den Islam. Diesmal äußert sich der britische Philosoph Antony Garrard Newton Flew (1923–2010). Antony Flew ist für die Formulierung des „Kein wahrer Schotte“-Fehlschlusses bekannt.

„Kein wahrer Schotte“ ist ein Trugschluss der folgenden Form:

Argument: „Kein Schotte gibt Zucker in seinen Haferbrei.“

Antwort: „Aber mein Onkel Angus ist Schotte, und er gibt Zucker in seinen Haferbrei.“

Widerlegung: „Ja, aber kein wahrer Schotte gibt Zucker in seinen Haferbrei.“

Das Argument ist darum ein Trugschluss, weil das Beispiel („Mein Onkel Angus ist Schotte, und er gibt Zucker in seinen Haferbrei“), das die Prämisse („Kein Schotte gibt Zucker in seinen Haferbrei“) widerlegt, in der Schlussfolgerung („Ja, aber kein wahrer Schotte gibt Zucker in seinen Haferbrei“) im Nachhinein aus der Definition von „Schotte“ herausgenommen wird. Eigentlich ist das Argument falsch, da es doch Schotten gibt, die Zucker in ihren Haferbrei geben. Anstatt dies zuzugeben, wird Angus nicht als Schotte anerkannt, damit die Prämisse erhalten werden kann, dass kein Schotte Zucker in seinen Haferbrei gibt.

In der Islam-Apologetik wird der „Kein wahrer Schotte“-Trugschluss wie folgt gebraucht:

Argument: „Muslime verabscheuen Gewalt.“

Antwort: „Osama bin Laden war ein Muslim. Und er verabscheute nicht die Gewalt.“

Widerlegung: „Ja, aber Osama bin Laden war kein wahrer Muslim.“

Das Problem besteht jeweils darin, dass keine eindeutige Definition von „Schotte“ oder „Muslim“ verwendet wird. Was ist eigentlich ein Schotte? Was ist ein Muslim? Definiert man einen Schotten als Bürger Schottlands, dann ist Angus ein Schotte. Definiert man einen Schotten als jemanden, der bestimmte Traditionen und Rituale lebt, wie keinen Zucker in seinen Haferbrei zu geben, dann ist Angus kein Schotte. Ob Osama bin Laden ein Muslim war, lässt sich am sinnvollsten durch einen Blick auf die Grundlagentexte der islamischen Religion (Koran und Sunna) feststellen. Wird in den Grundlagentexten Gewalt verabscheut? Nein, das ist nicht der Fall. Also ist die Prämisse widerlegt, dass Muslime Gewalt verabscheuen.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Antony Flew dem zugestimmt hätte. Denn er sagte Folgendes über den Islam:

„Ich würde den Islam nie mit einer anderen Haltung als mit Furcht und Entsetzen betrachten, denn sein grundlegendes Ziel ist die Eroberung der Welt für den Islam. Die muslimisch-arabischen Armeen versuchten Israel in seiner Geburtsstunde zu erdrosseln, weil ganz Palästina als „Haus des Islam“ angesehen wurde. Darum wird der Kampf für die Rückkehr der überlebenden Flüchtlinge und ihrer zahlreichen Nachfahren bis zum heutigen Tage gefochten.

[…] Den Islam kann man wohl am besten auf eine marxistische Art als die vereinigende und rechtfertigende Ideologie des arabischen Imperialismus bezeichnen. Der Koran ist kein Vergleich zum Neuen Testament (wie man gewöhnlich sagt, wenn man solche Vergleiche anstellt). Während es einen Markt für das Lesen der Bibel als Literatur gibt, so ist die Lektüre des Korans eher eine Selbstkasteiung denn ein Vergnügen. Sein Gegenstand wird ohne Ordnung oder Entwicklung behandelt.

[…] Der Prophet hatte gewiss ein Talent für die Überzeugungskunst und er war ein bemerkenswerter militärischer Anführer, aber seine Bildung ist zweifelhaft und er war mit Sicherheit schlecht informiert über die Inhalte des Alten Testaments und über viele Dinge, die Gott hätten bekannt sein müssen. Und nicht nur Gott, sondern auch den am wenigsten informierten Zeitgenossen des Propheten.

[…] Eines könnte ich noch sagen bei diesem Vergleich zwischen dem Islam und dem Christentum. Jesus ist eine sehr attraktive charismatische Figur, was der Prophet des Islams ganz bestimmt nicht ist.“

„Der Koran fordert Glauben und folglich Gehorsam ein. Er soll mit Sicherheit Furcht, ja Schrecken auslösen anstelle von Liebe.“

Quellen:

Zitat 1: Antony Flew und Gary Habermas: „My Pilgrimage from Atheism to Theism“, Evangelical Philosophical Society online, aufgerufen 20.01.2016.

Zitat 2: Anthony Flew: „The Terrors of Islam“ in: Atheist Notes No. 6, Libertarian.co.uk, 1995.

Reihe: Historische Persönlichkeiten über den Islam

Teil 1: Al-Razi

Teil 2: Tocqueville

Teil 3: Thomas von Aquin

Teil 4: Schopenhauer

Teil 5: Antony Flew

Teil 6: Winston Churchill