Frauenbild in Rise of the Tomb Raider und Force Awakens

Rise of the Tomb Raider (Bild: Crystal Dynamics)(Ergänzung) Weibliche Hauptcharaktere in moderner Pop-Kunst wie Lara Croft in Rise of the Tomb Raider und Rey in Star Wars: The Force Awakens haben überhaupt keinen Sexappeal (mehr), sind vollkommen unerotisch. Rey ist beinahe ein Mann und sieht auch aus wie ein junger Mann mit ihren nach hinten gekämmten Haaren und ihren rein männlichen Bewegungen und Aktivitäten. Sie umarmt ihren besten Freund Finn nur, küsst ihn aber nicht und hatte nie irgendeinen Liebhaber. Er darf sie nicht schützend an die Hand nehmen. Dito hat Lara keinen Liebhaber (mehr), sondern nur ihren besten Freund Jonah.

Lara ist in Rise of the Tomb Raider – im Unterschied zu älteren Ablegern der Tomb-Raider-Spiele – eher wie ein kleines Mädchen (passend zu ihrer Vater-Obsession) als wie eine Frau. Rey und Lara sind unglaublich kompetent bei ihren professionellen Tätigkeiten – im Falle von Rey, ohne sie jemals gelernt zu haben. Rey kann ein Raumschiff, das sie nicht kannte, sofort viel schneller und kompetenter reparieren als ein Mann, der jahrzehntelang mit dem Schiff geflogen ist (Han Solo). Sie kann schon beim zweiten Versuch den Geist von Menschen mit der Macht beherrschen und einen Sith mit dem Lichtschwert besiegen, was Luke Skywalker in der Original-Trilogie ein jahrelanges Training gekostet hat.

Männer sind für Rey und Lara in den aktuellen Teilen der jeweiligen Reihen ausschließlich Freunde oder Feinde, nie Liebhaber.

Ergänzung:

Der Punkt ist hier nicht, dass Rey ein „Genie“ ist und mir das nicht passt, weil sie kein Mann ist, sondern es gibt keinen Grund, warum sie übernatürlichere Mächte hat als Männer, die ebenso mit der „Macht“ ausgestattet sind. Es ist schlicht absurd, dass Rey sofort ein Raumschiff besser reparieren kann, das sie gar nicht kennt – das konnte Luke mit dem Millenium Falcon auch nicht. Und der hat Darth Vader besiegt, hat also sehr große Machtkräfte. Überhaupt scheint diese Fähigkeit nicht mit der Macht zusammenzuhängen, sondern damit, dass Rey Schrott gesammelt und Dinge repariert hat. Das ist aber kein logischer Grund, warum sie ein Schiff besser reparieren können sollte als der jahrzehntelange Pilot dieses Schiffes.

Der Grund für diese Unsinns-Fähigkeit ihrerseits verorte ich eher beim feministischen Frauenbild unserer Zeit, laut der Frauen ohne Mühe in höchste Positionen verfrachtet werden sollen, einfach per Quote oder Gesetz. Dann werden die Betroffenen zweifellos sofort die dafür geeigneten Fähigkeiten haben – hat Rey ja auch ohne Mühe. Und nein, Rey ist nicht „heiß“ in irgendeiner Weise, wie Frauen traditionellerweise heiß sind. Sie sieht aus wie ein junger Mann, bewegt sich wie ein junger Mann und spricht wie ein junger Mann. Sie ist ein sympathischer junger Mann. Aber ich erkenne keine spezifisch weiblichen Eigenschaften an ihr.

Was Lara angeht: Nein, es geht mir nicht um ihre „Titten“, liebe Feministen, die nur persönliche Beleidigungen und rein gar nichts Intellektuelles zustande bringen können, sondern es geht darum, dass sie keinen Sex-Appeal und keine Beziehung zu Männern mehr hat. Ich weiß nicht, wie viele Worte für euch nötig sind, um eine einfache Tatsachenfeststellung in euren Geist rein zu bekommen, aber nochmal: Lara hat keinen Freund in diesem Spiel und auch im letzten Spiel hatte sie keinen Freund. Und keinen Sex. Und keinen Sex-Appeal.

Das stört mich nicht, weil ich ihre „Titten“ vermisse – sie war auch vorher nicht mein Typ – sondern es ermangelt ihr an einer natürlichen menschlichen Eigenschaft, was ihren Charakter zu etwas sehr Merkwürdigem verzerrt. Zu einer Art kleinem Mädchen im Alter einer jungen Frau, das die ganze Zeit von ihrem Vater besessen ist und die keinen Gedanken an das andere Geschlecht verschwendet, außer als Kanonenfutter oder als freundschaftlichen Begleiter. Und das ist nicht normal – sondern Produkt unseres Zeitgeists. Wie zuvor die ebenso zweifelhaften „Titten“, deren Betonung aus anderen Gründen zweifelhaft war.

Am besten gefällt mir im Vergleich der weibliche Commander Sheppard aus Mass Effect oder auch Miranda aus Mass Effect: Starke Frauen, die aber natürliche Verhältnisse zum anderen Geschlecht haben.

Und ja, das ist keine wissenschaftliche „soziologische Analyse“, was ich auch nicht behauptet habe, und wenn es eine wäre, dann wäre es eine feministische Analyse, weil es nichts anderes mehr gibt, also Schrott, also ist sie besser als eine soziologische Analyse. Keine Ursache.

Siehe auch Stefan Molyneux über das Frauen- und Männerbild in Star Wars: The Force Awakens: