Freiheit bedeutet Sicherheit

Nach den Terroranschlägen in Belgien wird die Frage nach dem Verhältnis von Sicherheit und Freiheit aufgeworfen. „Datenschutz ist schön, aber in Krisenzeiten hat Sicherheit Vorrang“, sagte Innenminister Thomas de Maizière. In England wirft der Publizist Douglas Murray dem BBC im Interview vor, von den eigentlichen Themen abzulenken – der Ideologie der Terroristen und der Frage, warum wir Islamisten ungezügelt einreisen lassen – und stattdessen über Dinge wie neue Einschränkungen unserer Freiheit zum angeblichen Wohle unserer Sicherheit zu sprechen. Murray:

„Die Medien haben sofort Fragen gestellt wie, was ist der Verhältnis von Bürgerrechten und Sicherheit? Was sind die Grenzen der Meinungsfreiheit? Die Terroristen sagen uns, warum sie es tun und viele Politiker und Medien ignorieren es einfach. Man würde vernünftigerweise nicht über Sicherheit und Bürgerrechte sprechen, sondern darüber, warum die Dschihadisten das getan haben, was sie getan haben. Das Problem ist die Ideologie. Ursprünge liegen im Islam, aber auch in politischen Ideologien des 20. Jahrhunderts.

Man muss nicht wirklich irgendwelche Freiheiten aufgeben. Es ist keine schwierige Frage. Ein kleiner Teil der muslimischen Gemeinschaft ist ein Sicherheitsproblem. Man würde es nicht mit der eigenen Immigrationspolitik zulassen, dass sich die muslimische Gemeinschaft und somit der kleine, gefährliche Teil davon alle zehn Jahre verdoppelt. Man würde wissen, wer überhaupt das eigene Land betritt. Man hätte keine derart offenen und unkontrollierten Grenzen in Europa.“

Dem stimme ich zu und würde ergänzen: Ein wichtiger Grund, warum es keinen Widerspruch zwischen Freiheit und Sicherheit als solche gibt, ist der zweite Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten. „Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“

Angenommen, zumindest einige der Opfer in Brüssel und vor allem Paris wären bewaffnet gewesen, wären sie dann alle zu Opfern geworden? Wenn jeder Passant einen Selbstmordattentäter, der gerade seine Bombenwesten zünden möchte (oder einfacher: der ein Maschinengewehr auspackt), erschießen könnte, gäbe es dann mehr oder weniger Anschläge? Dasselbe gilt für andere Gewaltverbrechen. Und der statistische Beweis für die These, dass freier Waffenbesitz zu weniger Morden führt, findet man unter anderem im Buch More Guns, Less Crime vom Wirtschaftswissenschaftler John Lott. Siehe auch, was der amerikanische Religionskritiker Sam Harris über den Waffenbesitz sagt. Die nächste Novo-Printausgabe N121 wird sich ebenso mit dem Thema Waffenrecht befassen.

Nun soll das nicht bedeuten, dass sich jeder eine Waffe kaufen müsste. Ich würde mir keine kaufen. Aber jeder Mensch sollte das Recht haben, sich eine Waffe zu kaufen. Die Menschen können individuell am besten einschätzen, ob sie eine Waffe brauchen. Wenn ich jedenfalls mal bei einem öffentlichen Ort unterwegs bin und ein Terrorist seine Kalaschnikow auspackt, dann weiß ich, ob es mir lieber wäre, wenn einige meiner Mitmenschen bewaffnet wären. Der Staat hat das Gewaltmonopol, aber er ist nicht der Eigentümer unseres Lebens – das Gewaltmonopol dient der Bewahrung unseres Lebens und unserer Unversehrtheit.

Privater Waffenbesitz ist für solche Fälle vorgesehen, wenn die Polizei nicht schnell genug anwesend sein kann – was sie offensichtlich nicht sein konnte bei den jüngsten Terroranschlägen. Das Gewaltmonopol sollte unserem Leben dienen, dem Leben der Menschen in unserem Land – unser Leben ist nicht für das staatliche Gewaltmonopol da. Die Gerichte würden sich natürlich weiterhin damit befassen, ob der Schusswaffengebrauch jeweils gerechtfertigt war.

Wir wären geradezu unendlich viel sicherer vor Terrorangriffen, gäbe es ein Recht auf freien Waffenbesitz.