Kontinentalkongress der Sozialen Gerechtigkeit

Als der Zweite Kontinentalkongress am 4. Juli 1776 über die Anliegen der LGBT-Community und der Tierrechtler debattierte (Bild: Robert Edge Pine: Congress Voting Independence)

Der Zweite Kontinentalkongress debattiert am 4. Juli 1776 über die Anliegen der LGBT-Community und der Tierrechtler (Bild: Robert Edge Pine: Congress Voting Independence)

Am vierten Juli 1776 sollten sich die amerikanischen Kolonien von England lossagen. Die freie Welt war geboren. Erstmals in der Geschichte sollte ein Land auf philosophischen Prinzipien begründet werden, den individuellen Rechten auf Leben, Freiheit und Streben nach Glück. Was viele heute nicht mehr wissen ist, was auf diesem Kongress vor der Verabschiedung der Unabhängigkeitserklärung besprochen wurde…

Präsident Peyton Randolph: Abgeordneter John Adams von Massachusetts, ich erteile Ihnen das Wort.

John Adams: Die Zumutungen durch die Briten werden immer größer. In Lexington und Concord hatte der König seine Absichten bereits klargemacht. Nun haben wir es schriftlich, dass er uns zu Verrätern und Rebellen erklärt. Wir hängen alle zusammen oder einzeln, wenn wir nicht unsere Unabhängigkeit ausrufen. Herr Jefferson hat zu diesem Zweck eine Unabhängigkeitserklärung ausgearbeitet, die gleiche Rechte für alle Bürger auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück erklärt. Darauf soll unsere neue Nation beruhen.

Präsident Peyton Randolph: Danke, Herr Adams. Abgeordneter Abraham Clark von New Jersey, Sie haben…

Abraham Clark: Das sind nur die Anliegen von protestantischen, alten weißen Männern. Was wir nun erklären müssen, ist die soziale Gerechtigkeit für alle Menschen und ja, auch für die Tiere, in allen Kolonien. Nehmen wir zunächst diejenigen Menschen, die aus unserer Gesellschaft ausgestoßen worden sind. Die Menschen, die aussehen wie Männer, sich aber im falschen Körper fühlen und sich manchmal darum Frauenkleider anziehen. Das Problem ist, dass sie manchmal von interessierten Männern zu einem Tanz eingeladen werden und dann stellt sich irgendwann heraus, dass sie in mancherlei Hinsicht noch Männern ähneln. Und dann werden die Männer, die sich teils monatelang um Ihre Gunst bemüht haben, wütend und manchmal kommt es dann zu gewalttätigen Zwischenfällen.

John Adams: Herr Clark, ich bin mir erstens nicht ganz sicher, von was Sie da überhaupt reden und zweitens haben wir nun wirklich bedeutendere Angelegenheiten zu klären.

Abraham Clark: Das ist genau das Problem, dass Sie sich über die schreckliche Lage der Lesben-Schwule-Bisexuelle-Transgender-Gemeinschaft gar nicht im Klaren sind!

Benjamin Franklin: Nun, in Theaterstücken verkleiden sich Männer regelmäßig wie Frauen und in gewissen Etablissements in Frankreich, wo ich natürlich nur als Diplomat unterwegs war, sind mir möglicherweise einige dieser Leute begegnet, die Sie erwähnen. Schlecht behandelt wurden sie aber nicht. Ansonsten muss ich mich ähnlich konsterniert zeigen wie Herr Adams. Mir ist nicht ganz bewusst, warum Sie diese Dinge hier ansprechen und was genau Ihr Anliegen ist. Das sind doch eher moralische Komplikationen, die Sie da äußern, die vielleicht auf der Kanzel besser untergebracht wären als bei einem politischen Kongress.

Abraham Clark: Das ist genau die Art von Sache, die so ein Cisgender wie Sie sagen würde! Es ist sehr wohl eine politische Angelegenheit, denn wir brauchen Sprachregeln, dass niemand mehr verletzende Dinge sagt über die LGBT-Gemeinschaft und wenn es jemand doch tut, ist es ein Hassverbrechen und gehört zehnmal so sehr bestraft wie ein Verbrechen gegen einen weißen Mann. Doch denken wir auch an die Befreiung der Tiere! Wissen Sie, wie viele Tiere bei diesem Krieg, den Sie vorschlagen, Herr Adams, wissen Sie, wie viele Tiere dabei sterben werden?

John Adams: Ich weiß, dass viele Menschen dabei sterben werden! Ich habe es selbst schon mit ansehen müssen!

Abraham Clark: Ja, aber an die Tiere denkt niemand. Die Pferde, die grausam erschossen werden, alleine die Rehe und Hasen, die von den Armeen verspeist werden. Sie sind auch nur Leben, das leben möchte! Pferde und Hasen haben auch Gefühle und Bedürfnisse!

Thomas Jefferson: Wissen Sie, Herr Clark, ich hätte mir ja erhofft, dass Sie die Emanzipation der Sklaven ansprechen würden. Sie Sklaverei ist eine grausame Sünde an der Menschheit.

Präsident Peyton Randolph: Abgeordneter Gadsden von South Carolina, Sie haben einen Einwand?

Christopher Gadsden: Die Sklaverei ist ein Segen für die Gesellschaft! Die südlichen Kolonien werden niemals einer so gottlosen Idee wie der Emanzipation der Sklaven zustimmen! Wenn das heute Ihr Anliegen ist, werden wir niemals für die Unabhängigkeit stimmen!

Abraham Clark: Und vergessen wir nicht die ungleiche Einkommensverteilung. Sie alle hier haben mehr Geld als die meisten Ihrer Mitbürger, obwohl Sie sich Ihre guten Anlagen, die Ihnen ihr Talent und ihre Arbeit ermöglicht haben, nicht verdient haben. Damit sind Sie einfach geboren worden. Wir sollten Ihr Geld auf alle Bürger gerecht verteilen. Sonst wird das keine gute Nation.

Thomas Jefferson: Es ist das Recht eines jeden Bürgers, nicht nur der hier Anwesenden, das Geld, das sie sich verdient haben, zu behalten. Manche erwirtschaften mehr Geld und würde man jedem gleich viel zuweisen – Sie kennen doch das Argument von Aristoteles gegen Platons Republik – dann hätte niemand mehr einen Anreiz, irgendein Eigentum zu erwirtschaften. Wir werden sicherlich keine Tyrannei der Armen aus unserer neuen Nation machen.

Abraham Clark: Und außerdem vergessen Sie alle die Frauen! Die werden immer übersehen. Das sind aber nicht Ihre Schlampen und Bitches, meine Herren!

John Adams: Was fällt Ihnen ein, Herr Clark! Ich habe meine Frau Abigail vor zwölf Jahren geheiratet und nur der Tod wird uns scheiden, so Gott will in ferner Zukunft. Unsere gemeinsamen Kinder sind…

Abraham Clark: Ihre Frau, Sie sehen doch Frauen nur als Stück Fleisch, so wie Tiere, darum ist auch keine Frau hier, Sie…

John Adams: Sie gottloser Mistkerl!

Präsident Peyton Randolph: Herr Adams, halten Sie ein!

Benjamin Franklin: Nun, dann werden wir wohl auf die Stimme von New Jersey verzichten müssen.