Zu den Waffen, Brüder!

novo121_cover_h800-minIn der neuen Printausgabe von Novo (Ausgabe 121) gibt es zwar keinen Artikel von mir, aber ich habe viel im Hintergrund gewerkelt. Neben dem Lektorat gehört dazu vor allem meine Übersetzung eines Interviews des amerikanischen Journalisten Ari Armstrong (den ich selbst zum Thema Abtreibung interviewt hatte) mit dem Wirtschaftswissenschaftler John Lott.

Professor Lott ist der führende Experte zum Thema Waffenrecht auf Seiten der Befürworter einer Liberalisierung des Waffenrechts. Ich bin auch selbst inzwischen vom Recht auf freien Waffenbesitz überzeugt. Erschießt mich doch, wenn’s euch nicht passt! Ach ja, könnt ihr ja nicht, weil ihr wahrscheinlich nicht mal glaubt, dass Waffenbesitz legal sein sollte.

Hier ein paar weitere Updates zu meinen aktuellen vaterlandslosen Umtrieben:

Wer ihn noch nicht gelesen hat, sei auf meinen Essay „Der Mitleidswahn“ bei der Richard Dawkins Foundation hingewiesen über diese lächerliche Gefühlsethik unserer „intellektuellen“ Führer. Bald kommt außerdem ein neuer Artikel von mir über den Subjektivismus heraus, den Atheisten leider häufig vertreten und der mindestens so unsinnig ist wie die Zehn Gebote.

Wenn ich mal nicht für freien Waffenbesitz eintrete, Artikel gegen die Mitleidsethik schreibe oder Minderheiten wie die Otherkins runtermache – oder natürlich meinem Hauptberuf nachgehe, der nichts mit Politik oder Philosophie zu tun hat -, helfe ich weiterhin bei Novo aus, bis meine Nachfolger endlich das Ruder im Social Media Management übernehmen können. Danach werde ich vielleicht ein Privatleben entwickeln oder zumindest die Zeit finden, aus dem Fenster zu schauen, mir Kleider zu kaufen, die nicht total seltsam aussehen, oder herausfinden, ob ich radioaktiv verstrahlt bin oder ob mir aus einem anderen Grund in jungen Jahren die Haare ausfallen.

Hörbuch-Tipps

Immerhin koche ich im Unterschied zu den meisten anderen Einzelgängern mein Essen selbst, statt Fertigzeug aufzuwärmen, während ich mir wissenschaftliche Audiobücher anhöre (der erste Teil davon macht mich in guten Kreisen gesellschaftsfähig). Diesbezüglich kann ich den Vortrag How to Listen to and Understand Great Music, 3rd Edition von Professor Robert Greenberg über die Geschichte klassischer Musik empfehlen. Der Mann ist zwar ein bisschen verrückt, aber sein Vortrag ist trotzdem interessant. Er glaubt zum Beispiel, dass Obstkuchen ein Beispiel für den kulturellen Niedergang des Westens sei (seitdem ich das gehört habe, esse ich sicherheitshalber keinen mehr).

Und er sagt Dinge wie „Tschaikowskis Frau war eine dumme Nuss“, auch wenn Antonina Iwanowna Miljukowa wohl eine dumme Nuss gewesen ist, aber wer sagt so etwas als Musikprofessor? Trotzdem habe ich Professor Greenberg 12 Stunden und 20 Minuten lang zugehört. Weiterhin mag ich nur Mozart und Schubert, aber immerhin weiß ich jetzt genauer, warum ich die anderen Komponisten nicht mag. Und welches musikalische Können nötig war, damit Arnold Schönberg seine unerträgliche Musik komponieren konnte, die ich mir niemals wieder freiwillig antun werde.

Was mir weniger liegt, ist The Art of Conflict Management: Achieving Solutions for Life, Work, and Beyond vom Kommunikationswissenschaftler Michael Dues. Er spricht anfangs ein wenig über das logische Argumentieren nach Aristoteles und man merkt, dass er auch ansonsten lieber über Philosophie reden würde. Das trifft sich gut, denn ich will auch lieber etwas über Philosophie hören, statt zu erfahren, wie man Konflikte löst oder „managt“. Ich manage keine Konflikte. Ich bin der Konflikt. Außerdem finde ich die Rollenspiele im Audiobuch und die vom Rest losgelöste Konfliktlösungsethik und eigentlich das ganze Fachgebiet zu anspruchslos und vom Kontext losgelöst. Trotzdem, wer die seltsame Meinung teilt, es wäre besser, Konflikte möglichst auf Win-Win-Art zu lösen, statt sich zu streiten und Beziehungen kaputtzumachen, kann mal reinhören.

Webinare?

Kommen wir schließlich zu meinen Philosophie-Seminaren. Mein Hausarzt meint, wenn ich nur zehn Sekunden am Tag mehr arbeite, werde ich sofort sterben. Ne, war nur Spaß, tatsächlich habe ich keine Zeit mehr, zum Arzt zu gehen. Ich freue mich darauf, wenn wir endlich wieder mit den Webinaren weitermachen können, aber im Moment geht es einfach nicht, tut mir leid. Dafür hat sich das Ayn Rand Institute bei mir gemeldet und ich bin schon gespannt, ob eine Kooperation zustande kommt.

Aber wer macht eigentlich nun die Meme für Novo, wenn ich sie nicht mehr mache? Dieses Problem ließ sich einfach lösen: Ich mache sie. Aber nur noch bis Mitte Juli. Der Social-Media-Auftritt von Novo ist gestalterisch an die aktuelle Printausgabe angepasst, die nunmehr gelb ist, ja gelb! Das neueste der sehr beliebten Philosophenmeme seht ihr nunmehr hier:

Novo_Philosophenmem_Mill_2

Und, ganz heiß, ein Preview auf das nächste:

Novo_Philosophenmem_Schiller

Nicht einmal die großen Zeitungen haben einen so tollen und aufwändigen Social-Media-Auftritt wie wir. Wie Nietzsche schon sagte: Die Schwachen und Mißratenen sollen zugrunde gehn. Wie zum Beispiel die Joghurt-Schnitte, die bei Netto verkauft wird. Es ist keine Milchschnitte, sondern eine Joghurt-Schnitte. Schmeckt längst nicht so gut wie die Milchschnitte. Krankes Zeug.