Wie man mit Introvertierten umgeht

Da einige Leute nicht recht wissen, wie sie mein Verhalten deuten sollen: Lest diese Beschreibungen von Introversion, wenn ihr meine Persönlichkeitsstruktur verstehen wollt:

Guter, wenn auch etwas übertriebener Artikel zum Thema: http://ze.tt/warum-ich-mich-auf-partys-immer-heimlich-davonstehle/ 

Der hauptsächliche Unterschied zwischen Extrovertierten und Introvertierten besteht darin, dass Extrovertierte aus ihrem Umgang mit anderen Menschen Energie gewinnen, während Introvertierte dadurch Energie verlieren. Introvertierte erzeugen ihre eigene Energie, wie ein Generator, während Extrovertierte ihre Energie von anderen Menschen beziehen.

Es ist auch für Introvertierte wichtig, gelegentlich mit anderen Leuten zu interagieren, aber sie haben irgendwann genug davon und brauchen wieder Zeit für sich selbst. Ihre soziale Batterie leert sich durch soziale Interaktion, während Extrovertierte ihre Batterien durch andere Menschen aufladen. Introvertierte investieren viel Energie in soziale Interaktionen und darum müssen sie wählerisch sein, wem sie ihre Zeit widmen und wie viel Energie sie dafür aufbringen können.

Wie man mit Introvertierten interagiert, siehe: http://www.fastcocreate.com/1683402/your-guide-to-interacting-with-an-introvert

Missverständnisse:

  1. Introversion ist nicht dasselbe wie Schüchternheit oder geringes Selbstvertrauen. Ich habe eine riesige Tonne Selbstvertrauen, die manche sogar als einschüchternd erleben.
  2. Introversion bedeutet nicht, dass man nicht mit anderen reden könnte oder wollte. Introvertierte haben im Gegensatz zu Schüchternen auch nicht unbedingt Lampenfieber oder Probleme, Vorträge zu halten (mit Sicherheit ich nicht). Es gibt nur eben ein gesundes Maß dafür und kleinere Gruppen werden von Introvertierten bevorzugt.
  3. Introversion bedeutet nicht, dass man andere Menschen nicht mag oder nichts mit ihnen zu tun haben wollte. Man braucht nur nicht zu viele davon und nicht zu viel von denen, die man hat.
  4. Introversion ist keine Krankheit wie Autismus, sondern eine Persönlichkeitsstruktur.
  5. Introvertierte haben nicht die Wahl, extrovertierter zu sein, wie andere nicht die Wahl haben, sich Kiemen wachsen zu lassen. Wenn man es von ihnen verlangt, erzeugt es negativen Stress und Unwohlsein.
  6. Introvertierte haben keine Angst, wenn sie alleine sind, sondern sie sind im Frieden mit sich selbst. Es sei denn, sie sind immer nur alleine. Oder man redet ihnen ein, dass etwas mit ihnen nicht stimmen würde, wenn sie es genießen, alleine zu sein.
  7. Introversion ist eine stabile Persönlichkeitsstruktur, also eher ein Zeichen geistig-seelischer Gesundheit (wie auch Extroversion). Diejenigen zwischen introvertierter und extrovertierter Persönlichkeitsstruktur haben mit höherer Wahrscheinlichkeit (aber nicht unbedingt) einen an der Waffel, wie vor allem Neurotiker, die zwischen verschiedenen Persönlichkeitsstrukturen hin und her schwanken.
  8. Dass Introvertierte relativ selten Kontakt aufnehmen, heißt nicht, dass sie soziale Beziehungen nicht schätzen würden.

Seit ich gelegentlich meditiere (zur Fokussierung der eigenen Gedanken und zur Vermeidung negativer Gedanken), bin ich noch mehr im Frieden mit mir selbst. Manche Leute finden das irritierend und glauben, ich müsste irgendetwas wollen. Der kann doch hier nicht Buddha-mäßig herumlaufen, mit dem stimmt doch was nicht, vielleicht hat er ein geheimes Doppelleben, wo er all diese Dinge bekommt, dich ich selbst brauche? Habe ich aber nicht. Vor allem will ich auch nichts wollen müssen, von dem andere Menschen meinen, dass ich es wollen müsste, weil sie es brauchen. Und vielleicht überlegt ihr euch mal selbst, warum ihr meint, ständig andere brauchen zu müssen oder etwas wollen zu müssen, um zufrieden zu sein. Vielleicht ist gar nichts da, mit dem ihr zufrieden sein könnt? Klar, ich strebe schon Werte an, Werte, die zu mir und meinem Lebensstil passen. Ich strebe aber nicht eure Werte an.

Im Übrigen, da manche überrascht von meiner Persönlichkeit sind: Wie überraschend ist es wirklich, dass ein Schriftsteller und Autor von mehreren tausend Artikeln eher introvertiert sein sollte? Ich hätte nicht so viel schreiben können, wäre ich ständig unterwegs beim Party machen, Kegeln, Enten kastrieren oder was auch immer andere Leute da draußen anstellen.