Was wollen Dschihadisten wirklich?

Anlässlich des Anschlags in Berlin erhielt meine neueste Übersetzung für die Richard Dawkins Foundation eine Aktualität, die ich ihr nicht gewünscht hätte. Was wollen Dschihadisten wirklich? Dieser Frage geht der US-amerikanische Religionskritiker Sam Harris in einem Podcast anhand des offiziellen Magazins des Islamischen Staates, Dabiq, auf den Grund. Ich habe zentrale Passagen aus dem Podcast und aus Dabiq übersetzt.

„Das ist die Welt, die diese Leute errichten wollen. Eine Fantasiewelt willkürlichen religiösen Bullshits, der dem Leben seinen ganzen Wert nimmt. Wo der Tod eines Kindes, das von seinen Eltern absichtlich jeder echten Chance beraubt wurde, ein Grund zum Feiern ist. Das ist unser Feind.“

Der Artikel besteht aus zwei Teilen, zunächst ist nun der erste erschienen. Es ist ein äußerst guter und wichtiger Artikel, dem ich vollumfänglich zustimme. Dank meiner Lektüre von Dabiq (man hat ja sonst nichts zu tun in der Vorweihnachtszeit) habe ich außerdem selbst noch etwas dazu zu sagen, wozu ich hoffentlich die Zeit finden werde.

Zum Artikel (Teil 1 von 2): Was wollen Dschihadisten wirklich?

Mein Artikel über Tierrechte für den Ethikunterricht

Ethik & Unterricht 4/2016, Friedrich Verlag

Ethik & Unterricht 4/2016, Friedrich Verlag

In der aktuellen Ausgabe von „Ethik & Unterricht“ 4/2016 (eine Fachzeitschrift für Ethiklehrer) wurde ein Artikel namens „Tiere haben keine Rechte“ von mir auf S. 53 publiziert (eine gekürzte Fassung meines gleichnamigen Artikels für Novo Argumente). Außerdem wurde er für Schüler aufbereitet und mit passenden Übungsaufgaben versehen. Falls also ein Lehrer der Fächergruppe Ethik, Werte und Normen, Praktische Philosophie und LER nun Positionen für und gegen Tierrechte besprechen möchte – hier finden Sie Unterrichtsmaterialien dafür.

Der Großteil der anderen Beiträge in dieser Zeitschrift tritt für Tierrechte oder Tierschutz ein, darunter solche von Ursula Wolf („Ethik der Mensch-Tier-Beziehung“), Peter Singer („Animal Liberation“), Jonathan Safran Foer („Tiere essen“) und Karen Duve („Anständig essen. Ein Selbstversuch“).

Von diesem Artikel abgesehen ist meiner Ansicht nach „Ein Hoch auf das Versuchstier des Jahres“ mein bester Beitrag über Tierrechte.

Der Kult der identitären Linken

Nach Brexit, dem Wahlsieg Trumps und dem Aufstieg der AfD auf ein Ergebnis von über zehn Prozent laut verschiedenen Sonntagsfrage-Statistiken und den Erfolgen anderer rechter Parteien in Europa würde man meinen, dass Linke einmal eine Schweigeminute einlegen, in sich kehren und nachdenken würden, warum sie auf einmal solche Verluste hinnehmen müssen. Aber nein. Sie bleiben weiterhin in ihrem ideologischen Spiegelkabinett und wehren jegliche Kritik und sämtliche Argumente von Andersdenkenden gleich welcher Art mit den üblichen Tricks ab, von Denkfehlern wie Strohmännern zu persönlichen Angriffen.

Das tun zwar auch Anhänger anderer Ideologien, aber inzwischen ist es doch eine Spezialität vor allem von identitären Linken (bzw. Social Justice Warrior oder Regressive Linke) geworden. Vor allem persönliche Angriffe sind ihr Lieblingswerkzeug. Wer nicht so „denkt“ wie sie, wird gleich als „Rassist“, „Sexist“, „Nationalist“ und dergleichen gebrandmarkt.

Das pubertäre Verhalten, die Arroganz, die bösartige Art, wie sie mit Andersdenkenden diskutieren und mit ihnen umgehen, das ist der Grund, warum so viele Menschen derart die Nase voll haben, dass sie sogar bereit sind, jemanden wie Trump zum US-Präsidenten zu wählen und eine Partei wie die AfD zu unterstützen. Weiterlesen

Was ist Objektivität?

Wider erwarten haben einige Kommentatoren meines Artikels Was ist die Ursache des ethischen Relativismus? in den sauren Apfel gebissen. Ich schrieb, dass viele ethische Relativisten eigentlich keine sind und vielmehr selektiv, wenn es gerade ihren Zwecken dient, die Ethik als subjektiv, als beliebig darstellen. Ich führte den Kindesmissbrauch als Beispiel für ein Phänomen an, das von praktisch allen als eindeutig ethisch falsch abgelehnt wird.

Einige Relativisten beharrten auf Facebook auf die Konsistenz ihrer Position und bestritten dies. Es gebe keine „Letztbegründung“ dafür, warum Kindesmissbrauch universell falsch sein sollte. Man könne dies allenfalls „axiomatisch“ behaupten. In anderen Kulturen gilt Kindesmissbrauch nicht als falsch, in anderen Zeiten, wie im antiken Griechenland, sah man dies ebenso anders. Die Relativisten selbst hielten Kindesmissbrauch „natürlich“ für falsch, aber dafür führten sie keine Gründe an. Stattdessen machten sie sich über den Objektivitätsanspruch meiner Philosophie lustig und warfen mit Beleidigungen um sich. Dafür gab es allerlei Daumen nach oben und für meine Position so gut wie keine Zustimmung.

Man mag sich gar nicht vorstellen, wie ein religiöser Mensch diese Diskussion wahrgenommen hätte. Alle anwesenden Atheisten bis auf zwei (inklusive mir selbst) halten mein „Gerede“ von Naturrechten, Universalismus, natürliche Entwicklungsstufen etc. für „unwissenschaftlich“, Moral explizit für „subjektiv“ und beharren darauf, dass gar nichts inhärent und universell an Kindesmissbrauch falsch sei. Leute, ihr seid eine wandelnde klerikale Parodie vom amoralischen Atheisten.

Und diese pseudo-philosophische Haltung wurde mir mit einer atemberaubenden Arroganz entgegengeschleudert. Hier also – nicht, dass es jemand verdient hätte, aber vielleicht interessiert es Leser, die noch nicht ihre sprichwörtliche Seele an den Teufel verkauft haben – einige Ausführungen über die Kritik an meinem Objektivitätsverständnis.

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