Weihnachts- und Silvesterflüchtlinge

Selbst an Weihnachten hatten einige meiner Facebook-Freunde nichts Besseres zu tun, als Beiträge über kriminelle Flüchtlinge zu veröffentlichen. Ich bin irgendwann aus der Haut gefahren und habe allen meine Meinung dazu mitgeteilt, was in der Form leider nicht geglückt war. Hier etwas geordneter ausgedrückt, was ich zu der Flüchtlings-Obsession auf Facebook und zur aktuellen Überprüfung von über 1000 Nordafrikanern in Köln zu sagen habe.

Zunächst einmal musste ich erstaunt feststellen, dass manche, die ich für schlauer gehalten hätte, allzu kritiklos Beiträge aus zweifelhaften Quellen und von zweifelhaftem Wahrheitsgehalt in den sozialen Medien Facebook und Twitter teilen. Ich würde empfehlen, auf den Namen des Mediums zu achten und zunächst grundlegend zu recherchieren, was es damit auf sich hat. Wenn aus dem Nichts ein neues Online-Medium mit einem pseudo-seriösen Namen und seltsamer URL-Endung wie „.biz“ auftaucht und was über böse Flüchtlinge schreibt, würden bei mir sofort alle Alarmglocken schrillen. Dass sie bei einigen von euch nicht schrillen, das lässt mich einfach mit völligem Unverständnis zurück.

Die Ursache dieser Bereitschaft zum Teilen von Beiträgen, die entweder fabriziert oder grob übertrieben sind, aber die eigene Meinung bestärken, scheint beim Thema Flüchtlingskrise (der Name selbst schon…) die Angst, wenn nicht die blanke Panik zu sein. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Man sollte sich nicht von Angst leiten lassen, sondern stets einen skeptischen Filter im Geist aktiviert lassen.

Außerdem finde ich es unangemessen, auch an Weihnachten Panik-Beiträge über böse Flüchtlinge zu verbreiten. Genau dieselben Leute beschweren sich über die kulturelle Vereinnahmung durch die Fremden – aber wer an Weihnachten, an besinnlichen Tagen, nichts Besseres zu tun hat, als gegen Flüchtlinge zu hetzen, der hat selbst keine Kultur und der ist nicht in der Position, andere Kulturen als unterlegen darzustellen. Unterlegen zu was? Zu einer Kultur der täglichen 24-Stunden-Obsession mit bösen Fremden? Das ist keine Kultur. Den ganzen Tag an Facebook zu sitzen und „Achmed vergewaltigt blondes Schuldmächen“ zu schreiben ist keine Kultur, sicher keine bewahrenswerte Kultur.

Subjektivität als Alleinherrscher

Zugegeben ist es schwierig geworden, sind objektiv zu informieren. Die Mainstream-Medien und vor allem die Öffentlich-Rechtlichen verbreiten selten direkte Falschheiten, aber dass sie linksideologisch voreingenommen sind und Fakten auf eine bestimmte Art interpretieren, erkennt jeder, der nicht zwei Spiegeleier oder einen ganzen Berg von Spiegeleiern auf den Augen hat.

Ich selbst schaue darum gewöhnlich kein Fernsehen mehr, aber ich habe kurz bei meinen Eltern in eine Tier-Dokumentation im ZDF reingesehen. Der Sprecher sagte, dass die gezeigte Tierart nicht dort heimisch wäre, sondern eine Art „Flüchtling“, eine zugewanderte Tierart, und dass sie trotzdem „das Ökosystem bereichert“. Bei einer anderen Gelegenheit bekam ich einen Ausschnitt von einer Krimisendung im Öffentlich-Rechtlichen mit, bei der der Ermittler äußerte, dass ja 25 Prozent (oder so ähnlich) der Frauen in Deutschland schon einmal Opfer von häuslicher Gewalt wurden – was überhaupt nichts mit dem Fall, um den es in der Sendung ging, zu tun hatte.

Wer ständig in jedes Drehbuch seinen ideologischen Bullshit reinschreiben muss, der tickt einfach nicht mehr richtig. Eine Tiersendung als Propaganda für die Flüchtlingspolitik, feministische Quatsch-Statistiken (weil sie nicht erwähnten, wie viel häusliche Gewalt von Frauen ausgeht – tatsächlich handelt es sich meistens um einen Streit zwischen den Partnern) in einer Krimisendung. Es ist kein Wunder, dass sich zunehmend viele Bürger da veralbert vorkommen und lieber jemand anderem trauen möchten. Aber wem? Nach meinem Dafürhalten zunächst niemandem, sondern man muss Unmengen an Fakten und Statistiken aus verschiedenen Quellen lesen und sie miteinander vergleichen, bevor man einen Ansatz an Durchblick bekommt, und daran führt kein Weg vorbei.

Alle Rassisten außer Mutti

Bei einer Facebook-Diskussion ging es heute um das Thema Silvester in Köln 2016 und die 1700 Nordafrikaner, die von der Polizei am Kölner Hauptbahnhof festgehalten wurden. Ich hatte mich aus der Diskussion irgendwann ausgeklinkt und finde sie jetzt leider nicht mehr. Jedenfalls wurde der Polizei vorgehalten, sie sei rassistisch, da sie Menschen aufgrund ihrer Rasse am Betreten von Köln gehindert habe. Zuvor hatten sich die Konservativen unter meinen Facebook-Freunden (ich habe da eine sehr bunte Mischung) darüber lustig gemacht, dass dies Linke bestimmt gleich sagen würden. Nun, das haben sie tatsächlich.

Immerhin erkennt man daran, wie verrückt es eigentlich ist, Profiling grundsätzlich abzulehnen. Der amerikanische Philosoph Sam Harris schrieb dazu einen guten Beitrag, eine Verteidigung des Profiling (nicht des „racial profiling“, was im Westen so nicht existiert). Bei dieser Fahndungsmethode, die für öffentliche Plätze mit sehr vielen Passanten wie Flughäfen und Bahnhöfen vorgesehen ist, werden Menschen genauer überprüft, wenn sie einem bestimmten Profil von einer Tätergruppe entsprechen. Die bloße ethnische Zugehörigkeit ist dabei aber nie ausschlaggebend, sondern es geht immer um eine Reihe an Faktoren. Auch in Köln wurden etwa nordafrikanisch aussehende Paare einfach durchgelassen. Aber junge nordafrikanische Männer, die alleine oder in Begleitung von Gruppen mit anderen jungen nordafrikanischen Männern dort aufkreuzen und ein aggressives Verhalten an den Tag legten, wurden genauer in Augenschein genommen. Im Übrigen sind das außerdem alles Muslime und keine nordafrikanischen Buddhisten, falls das irgendwem nicht klar sein sollte.

In der Diskussion wurde bei jedem kleinen Zweifel an der Profiling-Ablehnung die Rassismuskeule geschwungen. Die linken Ideologen haben sofort nachgesehen, wer die bösen Kritiker sind und ob man sie irgendwie „Rechten“ zuordnen kann, ob sie vielleicht schon mal einen Artikel für ein „rechtes“ Medium verfassten oder so etwas. Auf Argumente gingen sie nicht ein. Alles, was sie können, sind persönliche Angriffe, Rufmordattacken und den Holocaust zu instrumentalisieren und zu verharmlosen (denn wie die Juden einst sollen die Nordafrikaner ausselektiert worden sein, hieß es da).

Dieses Verhalten widert inzwischen so viele Leute so sehr an, dass sie unter anderem als Reaktion auf diese Strategien von Linken in den USA Donald Trump zum Präsidenten wählten. Auch der Brexit war zum Teil (wenn auch längst nicht nur) eine Abwehrreaktion gegen arrogante linke Ideologen, insbesondere in den politischen Eliten und in den Medien. Jeder ist für diese Fanatiker sofort ein „Rassist“ oder „Sexist“ oder „Nationalist“ und so weiter, wenn er bei einem spezifischen Thema nicht zu 100 Prozent ihrer Meinung ist. Davon darf man sich auf keinen Fall unterkriegen lassen. Ich selbst beende inzwischen jede Diskussion, sobald sie sich in diese Richtung entwickelt. Mit solchen Kultisten kann man nicht reden. Die wollen nicht reden, sondern nur Menschen persönlich fertigmachen, die nicht zu ihrem Kult gehören. Je länger man mit ihnen spricht, desto mehr Zitate liefert man ihnen, die sie aus dem Kontext nehmen und für ihre Propaganda einsetzen können.

Man muss realisieren, dass die linken Ideologen der beschriebenen Art keine Demokraten sind. Genauso wie die „Identitäre Bewegung“, Pegida oder die „Alt Right“ keine Demokraten sind, sind Social Justice Warrior und sonstige linke Ideologen keine Demokraten. Sie wollen nicht diskutieren und Argumente austauschen, sondern sie wollen ihren Gegner vernichten. Solche Leute brauchen wir so sehr in Deutschland wie kriminelle Nordafrikaner. Leider kann man sie nicht alle abschieben. Aber man kann ihnen auf eine klare Weise zeigen oder mitteilen, dass ihre Methoden hier unerwünscht sind und nicht toleriert werden.

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