Die Partei der Social Justice Warrior

Die SPD? War das nicht mal die Partei der Arbeiterklasse, die sich an der Seite der Gewerkschaften für höhere Löhne engagierte? Nun, jetzt ist es die Partei der elitären Social Justice Warrior-Snobs, die auf die Arbeiterklasse spuckt und überall Rassismus, Sexismus und Homophobie wittert, außer bei sich selbst. Aber was ist das eigentlich, „Social Justice Warrior“? Der Begriff wird anschaulicher durch das folgende Beispiel. Stelle Dir vor, Du bist ein neuer Schüler, der gerade in die fünfte Klasse Gymnasium kommt.

Du freust Dich, dass Du es in das Gymnasium geschafft hast. Deine Eltern sind so stolz. Du hast die ganzen Harry Potter-Bücher geschenkt bekommen, weil Deine Noten so gut waren [Anm. des Autors: Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob man noch gute Noten braucht, um ins Gymnasium zu kommen oder ob es überhaupt noch Noten in der Grundschule gibt. Ich gehe von der Schule aus, wie ich sie kennenlernte]. Mit strahlendem Gesichtsausdruck betrittst Du früh den Schulhof auf dem Weg in die Klasse. Plötzlich wirst Du auf eine Gruppe Schüler aufmerksam, die im Kreis stehen und dabei schreien und jubeln. Was gibt es denn da zu feiern? Freuen die sich auch, dass sie es ins Gymnasium geschafft haben? Du näherst Dich neugierig dem Kreis und spitzt durch eine Lücke, um zu sehen, worüber alle so aufgeregt sind.

In der Mitte des Kreises siehst Du einen kleinen Schüler, der von zwei anderen, viel größeren Jungs verprügelt wird. Erschrocken weichst Du einen Schritt zurück. „Das hast Du davon“, sagt einer von ihnen. „So ergeht es hier Leuten wie Dir“. Er holt weit mit seiner Faust aus, während die anderen beiden Schüler den kleinen Jungen festhalten. Der Kleine wird von der Faust getroffen und Du siehst, wie ihm ein Zahn aus dem Mund fliegt. „Was hat er denn getan?“, rufst Du unwillkürlich und bereust es gleich wieder. „Er“, sagt der größte Junge, der gerade zugeschlagen hat und grinst dabei, „Er ist ein homophober Rassist“. Du musst kurz überlegen. „Das ist jemand, der… der Angst vor Schwulen hat und ein Problem mit Menschen, die eine andere Rasse haben oder eine andere Hautfarbe, oder?“

Die zwei Schläger lassen von dem kleinen Jungen ab und sehen Dich an. „Eine andere Rasse!“, sagt der Große. „Es gibt keine Rassen. Hast Du ein Problem mit Menschen, die anders pigmentiert sind?“ Du blickst den Großen verwirrt an. „Was… ich… nein… was?“ Die Zwei grinsen. „Da haben wir also noch einen Rassisten“, sagt der Große. „Und schwul ist er bestimmt auch noch“, sagt der zweite Schläger. Der Große seufzt und dreht sich kurz zum zweiten Schläger um. Er flüstert wütend: „Frank, Du Idiot, wir haben etwas gegen Leute, die etwas gegen Schwule haben, wir haben selbst nichts gegen Schwule! Wie oft soll ich Dir das noch sagen?“ Frank nickt verwirrt. „Ja, ja genau, Dennis. Gegen Schwule… gegen Schwule, die gegen Schwule sind.“

Dennis tritt dem kleinen Jungen, der auf dem Boden liegt, in den Magen und er spuckt Blut. „Nun zu Dir“. Die zwei Schläger kommen näher und die Masse der Zuschauer kreist Dich ein. „Du bist also ein rechter Prolet. Deine Eltern lesen bestimmt die Bildzeitung und nicht die ZEIT wie meine Eltern, oder?“ Du schüttelst den Kopf. „Das ist hier eine Schule ohne Rassismus, steht sogar auf dem Schild dort“, meint Dennis. Du schaust zu dem Schild vor der Eingangstür, „Schule ohne Rassismus“. Dennis lächelt. „Das bedeutet eine Schule ohne Dich.“ Frank stampft einen Schritt nach vorne. „Ja, wir wollen hier keine Schwulen und Rassismus.“ „Mann, halt die Fresse, Frank!“, keift ihn Dennis an. Frank schlägt Dir auf den Arm. Die Wucht schleudert Dich einen Schritt zurück. „Das passt Dir nicht, oder? Dann beschwere Dich doch! Die Lehrer hier sind ganz unserer Meinung, die sind nämlich in der SPD“, meint Dennis „Und meine Eltern sind auch in der SPD. Siehst Du?“ Frank reißt Dir Deinen Rucksack vom Rücken und wirft ihn in ein Gebüsch. Die zwei Schläger lachen.

In diesem Moment kommt eine Lehrerin dazu. „Was geht hier vor?“, fragt sie streng. Als sie Dich sieht, wie Du Deinen schmerzenden Arm hältst und wie Frank und Dennis lachen, nickt sie. „So, noch einer von denen. Du bist wohl ein Sexist?“ Du schüttelst wild den Kopf. Dennis sagt: „Vielleicht, aber auf jeden Fall ist er ein Rassist, Frau Kuhn.“ „Na, so etwas brauchen wir hier aber nicht“, meint die Lehrerin. „Dafür bekommst Du einen Verweis. Komm sofort mit!“

Keinen Bock im September 2017 aufzuwachen und in einem rassistischeren, sexistischeren und homophoberen Deutschland zu leben? Dann tu etwas und tritt ein: in die SPD. Und in ein offenes und tolerantes Land.