Feuerbringer-Wörterbuch

Allmählich kommt es mir so vor, dass meine Mitmenschen von einem Wörterbuch profitieren könnten, das meine Sprache in ihre Sprache übersetzt. Ein Wörterbuch wie dieses. Hier ein paar Dinge, die ich sage, die Art, wie sie verstanden werden und wie sie tatsächlich gemeint sind.

Feminismus

Feuerbringer: Feminismus ist eine bösartige Ideologie.

Was verstanden wird: Frauen sollten nicht dieselben Rechte haben wie Männer.

Was ich meine: Frauen und Männer sollten dieselben Rechte haben und die haben sie im Westen auch schon lange. Das ist kein Gegenstand irgendwelcher politischer Debatten unserer Zeit. Tatsächlich haben Frauen bereits einige Vorrechte errungen, man nehme Frauenquoten, die Frauen aufgrund ihres Geschlechts bevorzugen.

Der Feminismus ist eine marxistische Ideologie. Er geht von Männer und Frauen nicht als kooperierende natürliche Geschlechter aus, sondern sieht sie als konkurrierende politische Klassen. Ich sehe Frauen und Männer als kooperierende natürliche Geschlechter an – was die liberale Position zu dieser Frage ist.

Multikulti

Feuerbringer: Der Araber neben mir spricht die ganze Zeit laut in sein Handy, aber niemand von Euch sagt was, obwohl ihr doch bei mir so auf die Einhaltung der Bus-Sitten gepocht habt, als ich leise mit einer Freundin telefoniert habe.

Was verstanden wird: Araber sollen nicht ihre eigenen Vorstellungen leben dürfen. Rassist.

Was ich meine: Ihr seid die Rassisten, weil für Euch die guten Sitten nur für Weiße gelten und wer nicht so aussieht wie ihr, der kann sich erlauben, was er will. Ich bin der Meinung, dass dieselben Regeln universell für alle Menschen gelten sollten. Wenn ich im Bus fürs Telefonieren ermahnt werde, dann ermahnt auch den Araber-Macho hier, der breitbeinig zwei Plätze besetzt und lauthals mit seinem Dealer redet. Und offenbar zum Glück kein Deutsch spricht.

Ökologie

Feuerbringer: Nein, nicht dieser Öko-Quatsch schon wieder.

Was verstanden wird: Dem ist die Umwelt egal und ob die nächsten Generationen noch Rohstoffe haben werden.

Was ich meine: Der Umweltschutz ist kein Selbstzweck, sondern sollte menschlichen Interessen untergeordnet sein. Tatsächlich sind den Hippies die nächsten Generationen egal, sonst würden sie nicht die wirtschaftliche Entwicklung behindern und technische Innovationen blockieren, die uns seit Jahrtausenden erlauben, immer neue natürliche Ressourcen immer effizienter für den Menschen nutzbar zu machen. Wir müssen uns nicht für „die Natur“ einschränken, sondern die Natur hat unseren Zwecken zu dienen.

Einwanderung

Feuerbringer: Wir haben keine Kultur, in die wir Einwanderer integrieren könnten, also sollten wir die Einwanderung zunächst begrenzen, bis wir die westlichen Werte wieder vertreten, sie an Fremde vermitteln und sie auch einfordern können.

Was verstanden wird: Der hat Angst vor Ausländern.

Was ich meine: Ich habe Angst vor dem Verfall des Westens. Damit meine ich eine Kultur, die für individuelle Freiheit, für rationales Denken, für eine Bemühung um eine friedliche Konfliktlösung und für technischen und wirtschaftlichen Fortschritt steht. Wenn wir diese Werte selbst nicht mehr vertreten, werden wir keine Ausländer aus anderen Kulturkreisen von ihnen überzeugen können. Das Resultat ist eine gespaltene Gesellschaft mit zunehmend gewalttätigen Konflikten.

Islam

Feuerbringer: Der Islam ist mit westlichen Werten inkompatibel.

Was verstanden wird: Der hasst Muslime, weil sie anders sind als er.

Was ich meine: Der Islam ist eine religiös-politische Ideologie. Die islamischen Gründungsschriften Koran, Hadithe und Leben des Propheten teilen die Welt in Muslime und Ungläubige auf, wobei Ungläubige entweder zu konvertieren, zu töten oder zu unterwerfen sind. Frauen und Männer haben im Islam nicht dieselben Rechte. Also ist der Islam nicht mit westlichen Werten kompatibel. Individuelle Muslime können ihren Glauben auch größtenteils aufgegeben haben. Generell hasse ich keine Menschen, sondern nehme eher eine analytische Perspektive zu politischen Fragen ein. Abgesehen von Hippies.

Vereinte Nationen

Feuerbringer: Die UN ist für den Westen ein pragmatischer Ort, um mit Drittweltdiktatoren zu verhandeln und für die Diktatoren, die dort stimmberechtigte, vollwertige Mitglieder sind, ist die UN eine PR-Agentur. Sie verschleiern ihre eigenen Verbrechen und verurteilen immerzu die USA und vor allem Israel. Wir sollten nicht mit Diktatoren verhandeln. Wir sollten sie ignorieren und sofern sie uns bedrohen, sollten wir sie militärisch angreifen und besiegen.

Was verstanden wird: Der will die UN auflösen! Statt der Weltgemeinschaft soll es wieder Nationalismus geben.

Was ich meine: Ein Diktatorenclub, der von naiven Hippies im Westen als „Weltgemeinschaft“ glorifiziert wird, ist darum noch lange nicht wirklich eine Weltgemeinschaft. Es gibt auch einen inklusiven Nationalismus, nicht nur Chauvinismus. Die Entstehung der freien, demokratischen Nationen in Europa und in den USA war mit der Entwicklung liberal-nationalistischer Bewegungen verbunden. Die Nation ist eine politische Verwaltungseinheit, die demokratischer Kontrolle unterliegt. Es hat sich gezeigt, dass sich größere Einheiten wie die EU oder die UN der demokratischen Kontrolle entziehen. Größere Einheiten wie die Nato sollten eng auf einen Zweck begrenzt und ihre Befugnisse klar limitiert werden.

Israel

Feuerbringer: Ach, das auf meinem T-Shirt ist das Logo der israelischen Armee.

Was verstanden wird: ???

Was ich meine: Israel ist der einzige liberale Rechtsstaat im Mittleren Osten. Israel gehört zur westlichen Wertegemeinschaft, soweit es so etwas noch gibt. Das Land wird von seinen radikal-muslimischen Nachbarn bedroht und teils bekriegt und im Westen angefeindet. Der Grund lautet, dass es eine jüdische Nation ist. Die „Palästinenser“ werden nicht von Israelis diskriminiert und bekriegt, sondern die „Palästinenser“ hassen mehrheitlich die Juden und unterstützen Terrorgruppen wie ihre im Gaza-Streifen gewählte Regierung Hamas, welche die Juden offen ermorden will.

Ich denke, es ist gut, wenn Menschen in Deutschland ihre Solidarität mit Israel erklären. Normalerweise halte ich nichts von demonstrativen Solidaritätsbekundungen mit den Unterdrückten von irgendwo, weil sie allzu einfach sind und oft nur dem Moral Posing dienen. Aber für Israel einzustehen ist in Deutschland nicht bequem und mancherorts gefährlich.