Der Freiheit Werk zu vollenden

Einst wurden andere Lieder in unserem Land gesungen.

Lieder wie diese…

Georg Herwegh (1841)

Das freie Wort.

Sie sollen alle singen

Nach ihres Herzens Lust;

Doch mir soll fürder klingen

ein Lied nur aus der Brust:

Ein Lied, um Dich zu preisen,

Du Nibelungenhort,

Du Brot und Stein der Weisen,

Du freies Wort!

(Quelle: Deutsches Textarchiv)

Robert Eduard Prutz (1845)

Freiheit

Die Freiheit lässt sich nicht gewinnen,

sie wird von außen nicht erstrebt,

wenn nicht zuerst sie selbst tief innen,

im eignen Busen dich belebt.

 

Willst du den Kampf, den großen, wagen,

so setz zuerst dich selber ein:

Wer fremde Fesseln will zerschlagen,

darf nicht sein eigner Sklave sein.

 

Nur reinen Herzen, reinen Händen,

gebührt der Dienst im Heiligtum;

der Freiheit Werk rein zu vollenden,

dies, deutsches Volk, dies sei dein Ruhm.

 

Die Lüge winkt, die Schmeichler locken,

mit seiner Kette spielt der Knecht:

Du aber wandle unerschrocken,

und deine Waffe sei das Recht!

(Quelle: Zeno.org)


Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Mut

Wag es, und die Welt ist Dein,

Eine neue Welt gestalte

wenn in Trümmern liegt die alte,

ohne Trost und Hoffnungsschein.

 

Rege Dich – und schalte und walte,

neue Lebenskraft entfalte,

wag es, froh und frei zu sein!

 

Lerne dulden und ertragen,

lern im Unglück nicht verzagen!

Wag es, frei und froh zu sein!

 

Auch in diesen trüben Tagen

ist ein Glück noch zu erjagen!

Wag es – und die Welt ist Dein.

(Quelle: Aphorismen.de)