Epikur über den Determinismus

Ich habe viel Feedback über meinen kurzen Beitrag zum Determinismus erhalten. Das eigentliche Argument schien ein wenig unterzugehen, es ist dieses hier:

Der Determinimus leidet am „Selbstausschluss“ genannten Fehlschluss, er ist mit seinem eigenen Inhalt nicht kompatibel. Es ist ein Widerspruch zu behaupten, der Determinismus wäre korrekt, wenn er Dir keine Möglichkeit lässt, wahr oder falsch zu bestimmen.

An dieser Stelle möchte ich nur darauf hinweisen, dass der antike Philosoph Epikur auf genau dasselbe Problem mit dem Determinismus hingewiesen hat wie die Objektivisten, deren Argumentation ich im letzten Beitrag angeführt hatte.

„Wer sagt, alles geschehe mit Notwendigkeit, vermag demjenigen nichts vorzuhalten, der sagt, nicht alles geschehe mit Notwendigkeit. Denn ebendies, so behauptet er, geschehe mit Notwendigkeit.“ (Weisungen, 40)

Quelle: Epikur, Briefe – Sprüche – Werkfragmente. Herausgegeben von Hans-Wolfgang Krautz. Stuttgart 1982, S. 89.

Nun stimme ich wiederum Epikurs Position zur Willensfreiheit, eine Variante des materialistisch begründeten Indeterminismus (zufällige Bahnabweichungen der Seelenatome), nicht zu. Freiheit kann nicht auf Zufall beruhen. Wenigstens widerspreche ich mir dabei nicht selbst.