Die Natur ist den Grünen egal

Die Grünen möchten angeblich Natur, Umwelt und Klima schützen. Doch ihre tatsächliche Politik schadet diesem Anliegen erheblich – und das scheint die Ökopartei überhaupt nicht zu kümmern. Dafür gibt es einen Grund.

Eine Kritik an meinem Artikel „Der grüne Nervenzusammenbruch“ lautete, dass die Ökoreligion nicht etwa ohne Gott auskomme, sondern dass „die Natur“ der grüne Gott wäre. Das scheint natürlich auf den ersten Blick plausibel, aber ich meine, dass ihre tatsächliche Politik aufzeigt, dass die Ökoideologen in Wahrheit an gar nichts glauben und auch nicht wirklich am Naturschutz interessiert sind. Hier nenne ich einige meiner Gründe für die Überzeugung, dass die Grünen eigentlich Nihilisten sind.

Wie die Grünen bedrohte Tierarten ausrotten

Wenn sich eine Partei die Ausrottung bedrohter Arten auf die Fahne geschrieben hat, dann sind das zweifellos die Grünen. „Wir kämpfen für mehr Natur- und Artenschutz an Land und auf dem Meer“, beteuert die Partei zwar, doch: „In Deutschland fallen den Windkraftanlagen heute im Jahr bis zu 250.000 Fledermäuse und über 12.000 Greifvögel zum Opfer“, wie die Deutsche Wildtierstiftung feststellt, wobei alle in Deutschland heimischen Fledermausarten auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen.

Das würde eine Partei, die am Artenschutz interessiert ist, sicher überaus ernst nehmen. Doch die Grünen schreiben: „Windkraft – da geht noch viel mehr!“ und beantworten die Frage: „Schaden Windkraftanlagen der Natur und Artenvielfalt?“ wie folgt: „Beides stimmt nicht.“ Zwischen Naturschutz und Windkraft gebe es lediglich „lokale Konflikte“.

Tierarten werden auch massiv durch die ökologische Landwirtschaft gefährdet, welche die Grünen befürworten. Pro Ertragseinheit hat diese nämlich einen deutlich höheren Flächenbedarf. Eine Umstellung auf ökologische Landwirtschaft würde daher vielerorts Naturschutzgebiete, die Wildnis und somit die Lebensräume zahlreicher Tierarten zerstören, falls weiterhin genügend Nahrung für den Menschen produziert werden soll.

Wie die Grünen den CO2-Ausstoß erhöhen

Wenn eine Partei den CO2-Ausstoß ins Unermessliche treibt, dann sind das zweifellos die Grünen. Der Atomausstieg war lange eines ihrer Kernanliegen, bis die CDU ihren Wunsch endlich erfüllte. Das Problem: „Atomkraft ist für den Umgang mit dem Klimawandel ideal, da es sich um die einzig CO2-freie, skalierbare Energiequelle handelt, die 24 Stunden am Tag verfügbar ist.“ Das schreibt Bill Gates, der mit seinem Unternehmen TerraPower neue Atomkraftwerke entwickelt. Er betont, dass wir auch dann Energie benötigen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint und dass wir in absehbarer Zeit keine erschwinglichen Akkus für die Speicherung von Sonnen- und Windenergie haben werden.

Wie die Grünen die Kohlekraft fördern

Wenn Atomkraft wegfällt und Wind- und Sonnenenergie nicht ausreichen, was bleibt dann noch übrig, um die Energieversorgung zu garantieren? Theoretisch die Kohlekraft, die jedoch nicht gerade als CO2-neutral gilt und welche die Grünen möglichst schnell abschaffen möchten. Es sieht alles danach aus, als würde die CDU ihnen auch diesen Wunsch erfüllen. Am Ende werden in Deutschland wohl trotzdem nicht die Lichter ausgehen – wir werden nämlich den Strom von Kohlekraftwerken aus dem Ausland einkaufen müssen, wo sie, für das deutsche grüne Gewissen unsichtbar, CO2 in die Atmosphäre blasen.

Das Angebot dürfte rechtzeitig bereitstehen: Während in Deutschland 150 Kohlekraftwerke stillgelegt werden, sind weltweit 1600 neue Kohlekraftwerke geplant, wie der CoalExit-Bericht aufzeigt. Wahrscheinlich werden wir sogar noch viel mehr Kohleenergie benötigen als heute, denn die von den Grünen favorisierten E-Autos brauchen verlässlichen Strom, auch wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht.

Warum tun die Grünen das?

Warum wirken die Grünen ihren eigenen angeblichen Zielen so nachhaltig entgegen? Die Partei wurde schon von zahlreichen Kritikern auf all diese Folgen ihrer Politik hingewiesen, doch sie hält unbeirrbar an ihren Forderungen fest. Für mich zumindest sieht es nicht danach aus, als wären die Grünen ernsthaft an Natur-, Umwelt- und Klimaschutz interessiert. Sie zerstören vielmehr die moderne Technologie und mit ihr unseren Wohlstand in der vagen Hoffnung, aus den Trümmern der modernen Zivilisation würde schon, irgendwie, eine utopische Öko-Gesellschaft emporsteigen. Zumindest kommen sie gut voran, was die Trümmer angeht.

Quelle zum Flächenbedarf der ökologischen Landwirtschaft: Michael Clark, David Tilman: Comparative analysis of environmental impacts of agricultural production systems, agricultural input efficiency, and food choice. In: Environmental Research Letters. Band 12, 2017, S. 064016, doi:10.1088/1748-9326/aa6cd5.