Wie wir die globale Erwärmung aufhalten können

Durch Atomkraft. Eine weltweite Umstellung der Energieversorgung auf Atomkraft würde ausreichen, um alle Klimaziele zu erreichen. Wir brauchen keine E-Autos, wir müssen nicht darauf achten, was wir essen, was wir einkaufen, wie wir wohnen, ob wir Kinder zeugen, all dies ist unnötig. Wir können weiterhin in einer freien, hochindustrialisierten Gesellschaft existieren und dabei der globalen Erwärmung Einhalt gebieten. Wir müssen unser individuelles Leben und unsere Gesellschaftsordnung nicht ändern.

Das ist die entscheidende – für einige unbequeme – Tatsache. Warum wollen manche nicht, dass wir sie erfahren?

Die Befürworter einer „großen Transformation“ der Gesellschaft behaupten, die globale Erwärmung aufhalten zu wollen. Die Atomkraft lehnen sie jedoch explizit als mögliche Lösung ab, wie aus dem einflussreichen WBGU-„Gutachten“ hervorgeht. Vielmehr befürworten sie neben Wind- und Sonnenenergie eine andere Gesellschaftsordnung. Warum eine andere Gesellschaftsordnung, wenn es nur um eine Frage der Energieversorgung geht? Weil es ihnen nicht um die Energieversorgung geht, noch um das Klima, sondern um eine utopische Vision. Eine Vision, die kein Mensch braucht.

Warum würde Atomkraft ausreichen? „Der Energiesektor ist mit circa 84,9 Prozent im Jahr 2016 die größte Quelle anthropogener Treibhausgasemissionen, dies beinhaltet die energetischen Emissionen der Industrie mit ca. 14 Prozent Anteil an den Gesamtemissionen.“ (Umweltbundesamt). Ähnliche Zahlen gibt es für andere Länder. Der überwältigende Teil des CO2-Ausstoßes ist also auf die Energieproduktion durch insbesondere Kohle- und Gaskraftwerke zurückzuführen und nicht auf Auto fahren oder Fliegen oder sonstiges.

Diese 84,9 Prozent des nationalen CO2-Ausstoßes könnten wir vermeiden, indem wir auf die beinahe CO2-neutrale Atomkraft umsteigen. Damit wären die Klimaziele mehr als erreicht. Im Gegensatz zu Wind- und Sonnenenergie ist Atomkraft eine berechenbare, verlässliche, effiziente und ökonomische(re) Energiequelle.

Libertäre: Bitte schaut Euch die Forschung an!

Es stimmt: Die Kohlekraft wäre noch ökonomischer. Aber dabei wird eine große Menge CO2 freigesetzt, was wiederum die globale Erwärmung antreibt. Die „Klimaleugnung“ ist leider gerade in meinem politischen Lager populär, das sogar die wohl einflussreichste Quelle dafür ist (ähm, ja, sorry …). Aber viele meiner Co-Libertären haben meiner Ansicht nach Unrecht: Die globale Erwärmung ist ein ernsthaftes Problem, das wir tatsächlich schnell angehen müssen, und das geht nicht mit rein marktwirtschaftlichen Mitteln. Es fehlen die marktwirtschaftlichen Anreize für eine Umstellung auf die relativ kostenspieligere Atomkraft.

Wenn meine Prinzipien dem menschlichen Leben entgegenstehen, dann stimmt eher etwas nicht mit meinen Prinzipien als mit dem menschlichen Leben. Die Politik sollte die Umstellung auf die Atomkraft (in manchen Regionen können auch andere CO2-neutrale Energiequellen wie Wasserkraft sinnvoll sein) forcieren. Wir können unsere Wirtschaft durch die Umstellung auf Atomenergie herausfordern oder sie wird noch viel mehr durch die Folgen der globalen Erwärmung herausgefordert.

Falls ihr Zweifel habt, was eigentlich der Stand der Forschung wirklich ist und wenn ihr die Antworten auf Klimaskeptikerargumente erfahren möchtet, empfehle ich diese Website: https://www.skepticalscience.com/argument.php. Leider gibt es sie nicht in deutscher Sprache, aber einige Inhalte wurden auf Deutsch übersetzt.

Greta, go nuclear!

Die Schulstreik-Bewegung #FridaysForFuture hat leider bislang nicht verraten, wie die globale Erwärmung aufgehalten werden soll. Angeblich tut die Politik nicht genug dagegen. Ich halte das nicht für das Problem – das Problem ist, dass sie die falschen Dinge dagegen unternimmt. Die vielen Milliarden Euro, die Deutschland in erneuerbare Energien investierte, haben nicht zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes geführt. Sondern nur zu höheren Energiekosten. Länder, welche die Atomkraft forciert haben, wie Frankreich, konnten hingegen den CO2-Ausstoß deutlich verringern.

Falls sich übrigens jemand fragt: Warum nennen die Ökoideologen das Phänomen inzwischen „Klimawandel“ und nicht mehr „globale Erwärmung“? Ich denke: Die menschengemachte globale Erwärmung lässt sich aufhalten, der natürliche Wandel des Klimas lässt sich hingegen nie aufhalten und „erfordert“ immer neue politische Lösungen. Bis jene utopische Gesellschaftsordnung realisiert wurde, die sie eigentlich anstreben. Jedenfalls muss ich inzwischen vermuten, dass so ihre Logik aussieht.

Zum Glück werden die vernünftigen Stimmen lauter, die nicht nur die globale Erwärmung aufhalten, sondern auch die moderne Zivilisation und die freie Gesellschaft erhalten möchten. In Deutschland verteilt der Verein Nuklearia Flyer, welche die streikenden Schüler über die Atomkraft als Lösung für die Klimakrise informieren und fordern: „Greta, go nuclear!“ Offenbar kommen diese auch sehr gut an. Ich glaube nicht, dass Greta und Langstrecken-Luisa die Atomkraft unterstützen werden, aber einige ihrer Mitstreikenden lassen sich bestimmt überzeugen.

Greta habe ich auf eine wissenschaftliche Mainstream-Publikation über Tipping-Points aufmerksam gemacht (https://royalsociety.org/topics-policy/publications/2017/climate-updates/), die einigen ihrer Aussagen widerspricht, aber die hat sie ignoriert. Ich werde nicht der einzige sein, der sie auf den Forschungsstand hingewiesen hat. In ihren Veröffentlichungen und Interviews tut sie so, als gäbe es nur Kritik von Idioten und rechten Ideologen und als wäre sie optimal informiert. Sie scheint tatsächlich kein Interesse an einem vernünftigen Dialog oder an der Wahrheit zu haben und beachtet wissenschaftliche Kritik nicht.

Auf Langstrecken-Luisa gehe ich gar nicht erst ein, die scheint den offensichtlichen Widerspruch zwischen ihren Aufrufen zur Reduktion unseres individuellen CO2-Ausstoßes und ihrer Vielfliegerei nicht zu begreifen. Da ist Hopfen und Malz verloren. Ich meine aber, dass die meisten ihrer Mitstreiter keine blinden Eiferer mit Scheuklappen sind.

Tipps zum Weiterlesen

Schließlich habe ich noch einige Literaturempfehlungen im Angebot:

Michael Shellenerger: Atomenergie. Der saubere Weg.

Außerdem: Das neue Buch „A Bright Future“ von Joshua S. Goldstein und Staffan A. Qvist. „Das wichtigste Buch über den Klimawandel seit ‚An Inconvenient Truth'“ (Steven Pinker in seinem Vorwort).

Ich weiß, ich habe geschrieben, dass ich mich aus der Gesellschaft und aus gesellschaftlichen Debatten zurückziehe, weil unsere Kultur nur noch aus kollektivistischen Banden voller beleidigenden, bedrohenden und gewalttätigen Idioten besteht. Und dass ich zukünftig auf einem so hohen Niveau schreibe, dass es nur noch Menschen verstehen, die mich wahrscheinlich nicht für mein freies Denken umbringen werden. Aber da haben sie Pech gehabt – und ich vielleicht auch -, denn ich bin zurück. Feuerbringer wird die Dummheit wieder abfackeln. Wenn es sein muss, eben (fast) alleine gegen den Rest der Welt.

Novo_Zitat_Mueller_Voltaire