Feuerbringer brennt Twitter nieder

Inzwischen trete ich gerne auf Twitter für Vernunft, Freiheit und Fortschritt ein. Auf der Plattform kann man sich direkt mit den einflussreichen Gegnern der Aufklärung anlegen und ihnen die Meinung sagen. Das macht mit meinem seit zehn Jahren kultivierten „Feuerbringer“-Stil gleich doppelt so viel Spaß. Hier sind einige Twitter-Highlights der letzten Wochen:

Dieser Tweet wurde vom offiziellen europäischen Monsanto-Account @Bayer4CropsEU geliked. Ich fühle mich geehrt. Es gehört etwas dazu für ein großes Unternehmen, diese klare Ansage von mir gut zu finden. Das ist genau die richtige Haltung, denn Monsanto / Bayer hat nichts falsch gemacht. Die Firma ist unlängst Opfer von Verschwörungsmythen und aktuell von substanzlosen Klagen wegen Glyphosat (die in höherer Instanz bestimmt abgewiesen werden). Bleibt am Ball und bloß nicht einknicken.

Klar, das klingt nicht nach einem allzu substanzreichen Tweet. Es steckt aber etwas mehr dahinter. Ich denke, bei vielen Themen haben viele Seiten berechtigte Interessen. Beim Klimawandel zum Beispiel stimmt es einerseits, dass es die menschengemacht globale Erwärmung gibt und dass wir etwas dagegen tun sollten und andererseits, dass es viel abzuwägen gilt, damit wir uns dabei nicht mehr schaden, als es die globale Erwärmung je geschafft hätte.

Beim Thema Grüne Gentechnik allerdings habe ich bislang nichts von denjenigen gelesen, die sie grundsätzlich ablehnen, was nicht uninformiert und einfach nur dämlich war. Hier gibt es zwar auch verschiedene Seiten mit vernünftigen Perspektiven, aber die radikalen Gentechnik-Gegner sind keine davon.

Dieser Tweet wurde von der GWUP, also von den deutschen Skeptikern, geliked. Die Zeitschrift „Skeptiker“ gehörte zu den Publikationen, die mich mit dem wissenschaftlichen Denken vertraut machten. Ich weiß noch, als ich in der Würzburger Stadtbibliothek saß und den Skeptiker las, als eine schöne junge Frau lächelnd an mir vorbeiging und das Greenpeace-Magazin zurücklegte. Tja, so wird das nichts.

„Weißer alter Mann“ wird heutzutage gerne abwertend von „Progressiven“ gebraucht, die sich gegen Rassismus und Sexismus engagieren. Wobei natürlich die Beleidigung „alter weißer Mann“ sowohl rassistisch als auch sexistisch ist. Die verstehen das wirklich nicht. Die sind nicht ganz so helle im Kopf.

Ja, dieser Artikel in der New York Times verteidigt die Hexerei (mit echten Zaubersprüchen und allem) als etwas, das angeblich wirklich existiert. Willkommen in der Postmoderne.

Ich habe persönlich schon viele Journalisten getroffen, die Ausgewogenheit oder gar Objektivität für Mythen, Selbsttäuschung und dergleichen halten. Ich denke, sie möchten einfach nicht objektiv sein. Sie möchten lieber ihre politische Ideologie verbreiten. Da Objektivität aber ein Grundprinzip des Journalismus (im Gegensatz zu Publizistik oder Bloggen) ist, dürften sich diese Leute eigentlich nicht „Journalisten“ nennen. Das sind halt Leute, die keine Ahnung, aber eine Meinung und die Möglichkeit haben, diese Meinung weit zu verbreiten. Sie sind wie Bäcker, die verbrannte Brötchen verkaufen, weil sie es eben können, solange sie es denn noch können.

Dazu würde ich ergänzen, dass ich weder gegen Küken schreddern noch gegen Abtreibung bin. Es ist bemerkenswert, dass viele Grüne für Abtreibung und gegen Küken schreddern sind. Das heißt, dass ihnen ein potenzielles menschliches Leben weniger bedeutet als ein potenzielles Huhn. Überrascht mich jetzt nicht.

„Fridays for Future“ können nicht den französischen Gelbwesten nacheifern, denn sie sind es, gegen die die Gelbwesten demonstrieren. Die Ökoideologie ist ein Krieg einer rücksichtslosen gutverdienenden Oberschicht gegen die Armen. Bekommen sie ihren Willen, können sich die Armen kein Fleisch, keine Flugreisen, kein Auto mehr leisten. Das widerspricht nicht nur linken Idealen, sondern auch meinen libertären Idealen. Libertäre führen keinen Krieg gegen irgendeine Schicht, sondern wollen Freiheit und gleiche Regeln für alle.

Hier kritisiere ich eine Aussage in einem (an sich hervorragenden) Artikel über den Stoizismus von meinem ehemaligen Philosophielehrer Aaron Smith. Ich denke, dass er Rands Ethik hier falsch darstellt. Da es um Philosophie geht, interessiert es leider kaum jemanden, aber es ist eigentlich ziemlich wichtig.

Immerhin muss man dem Ökosozialisten Robert Habeck lassen, dass er immer noch viel vernünftiger ist als Richard David Precht. Viel, viel vernünftiger. Wäre Precht an der Regierung, würden wir innerhalb von zehn Jahren verhungern. Bei Habeck dauert es ein paar Jahrzehnte länger.

Ich habe mir das Galaxy Note 9 in der Kupfer-Edition besorgt und finde das Smartphone einfach fantastisch. Ich benutze den Stift ziemlich häufig für Notizen, unter anderem über eine neue Metaethik (dazu bald mehr). Leider war es ziemlich schwierig, mit meiner DSLR die kupferne Farbe richtig einzufangen, weil die gläserne Rückseite so stark spiegelt und ich keine Studiobeleuchtung zur Verfügung hatte. Na ja, die Fotos sehen trotzdem nicht schlecht aus.