Postmoderne ist Nihilismus

Hier ein paar Gedanken zur Vorlesung „Ist Nietzsche noch aktuell?“ von Elmar Dod in der Hamburger Unibibliothek am 21. Oktober.

– Analytisch stimme ich zu, dass wir in einer nihilistischen Gesellschaft leben. Postmoderne ist Nihilismus, das hat Elmar Dod in Anlehnung an Nietzsche sehr gut auf den Punkt gebracht.

– Ich stimme nicht zu, dass es hinreichend gute Gründe gibt, diesen Ist-Zustand hinzunehmen.

– Ich stimme nicht zu, dass die Alternative zum Nihilismus eine dogmatische Lehre mit absolutem Wahrheitsanspruch ist.

– Ich denke, eine vernünftige Alternative sind die objektivistischen Ideen einer kontextuellen Absolutheit und einer rationalen Sicherheit.

– Ich denke, es war keine Aufklärung von Nietzsche, Mitgefühl auf den egoistischen Willen zur Macht zu reduzieren. Eher im Gegenteil. (Auch wenn es nicht komplett falsch ist, aber es ist nicht die volle Wahrheit und in der Verabsolutierung ist es falsch).

– Elmar Dod wies darauf hin, dass in Nationen, wo ein dogmatischer Absolutheitsanspruch herrscht, es mit Menschenrechten nicht so gut aussieht.

– Ich antwortete, dass die Idee der Menschenrechte nicht aus dem Nihilismus hervorging (sondern unter anderem aus dem römischen Recht und bestimmten christlichen Ideen). Offenbar gibt es da etwas von Wert von uns, das eben kein Produkt des Nihilismus ist.

– Meine Alternativen zum Nihilismus:

  • Metaphysik: Objektive Realität
  • Epistemologie: Vernunft
  • Und, abweichend vom Objektivismus (da Rands Metaethik widerlegt wurde):
  • Ethik: Humanismus
  • Politik: Konstitutionelle Demokratie
  • Ästhetik: Selektive Neugestaltung der Realität auf Grundlage metaphysischer Werturteile

– Die Vorlesung war sehr gut. Dass ich eine andere Philosophie vertrete, heißt nicht, dass ich sie nicht würdige. Im Gegenteil würdige ich sie noch einmal mit meinen Gedanken dazu an dieser Stelle.

– Einerseits wurde mein Maskottchen Prometheus auf einer Folie gezeigt (als Repräsentant des Übermenschen. Da will ich auch keine falsche Bescheidenheit demonstrieren). Andererseits wurde Michael Schmidt-Salomon zitiert, dessen Denken auch häufiger in der Vorlesung präsent war. Gut und Böse geben sich die Klinke in die Hand.