Ich gehöre nicht zu Deinem lächerlichen Kult

Landschaft in Würzburg (Foto: Andreas Müller)

Die meisten Leute suchen nach einer Bestätigung ihrer Ansichten. Und nach Zugehörigkeit zu einer ideologischen Gruppe. Nicht nach der Wahrheit oder gar nach einer Widerlegung ihrer Ansichten.

Die Welt besteht nur noch aus intoleranten Kulten.

Viele Libertäre fanden es toll, als ich über Ayn Rand schrieb — bis auf die Rothbard-Anhänger — und sind noch immer sauer über meinen Vortrag Steuern sind kein Diebstahl. Argumente dagegen? Fehlanzeige. Ich hatte zudem viele Diskussionen mit Objektivisten über Rands falsche Metathik geführt und in mehreren Beiträgen das Problem erläutert. Ergebnis: Meine Argumentation wird ignoriert, wiederholt falsch dargestellt oder ich werde in die „Altruisten“-Ecke gestellt. Selbstlose Menschen sind böse aus Ayn Rands Sicht.

Die Klimaleugner sind ebenso beleidigt. Aber ich war nie ein Klimaleugner. Ich hatte bestimmten Klimaaktivisten in drei konkreten Punkten widersprochen: 1. Ihre Ablehnung der Atomkraft, 2. Ihre Kooperation mit gewalttätigen Linksextremen und 3. Ihre Ablehnung des materiellen Wohlstands. Damit bin ich zwar in der gesellschaftlichen Debatte nicht mehr im „Mainstream“. Aber ich bin vollkommen im Mainstream der wissenschaftlichen Debatte.

Dann gibt es das Phänomen, dass sich einige meiner Leser Coronaleugnern angenähert haben. Die Position von Novo/Spiked dazu, die jede erdenkliche Regierungsmaßnahme kritisieren, kann ich auch nicht mittragen. Wie schon gesagt, schaut euch an, wie Viren funktionieren. Und wie die Regierungsmaßnahmen mit der sehr realen Pandemie zusammenhängen. Zur Pandemie hatte ich von Anfang an eine „Mainstream“-Position.

Die politisch korrekten „Woke“-Menschen hassen mich geradezu, weil ich ihre autoritären Maßnahmen nicht mittrage. Ich glaube, dass wir unsere Mitbürger nicht mit Gewalt und Manipulation, sondern allenfalls mit rationalen Argumenten im Dialog auf Augenhöhe überzeugen sollten. Oder, besser noch, mit ihnen auf Wahrheitssuche gehen sollten.

Da ich mit Tierrechtlern aus philosophischen Gründen nicht übereinstimme, bin ich in einen Streit mit den Atomkraftbefürwortern Rainer Moormann und Anna Vero Wendland geraten.

Ich hatte auch schon Freunde und Freundinnen verloren, weil ich diese oder jene Sache anders sah oder mich nicht ideologisch bei ihnen festnageln lassen wollte. Das sollte man als Bürger einer freiheitlichen Demokratie eigentlich nicht voraussetzen.

Auf YouTube führte ich die letzten Monate gelegentlich Diskussionen mit einen Franziskanermönch. Ich recherchiere für einen neuen Vortrag über mittelalterliche Häresie. Seit er weiß, dass ich Atheist bin, redet er offenbar nicht mehr mit mir.

Und was lerne ich aus all dem? Gar nichts.

Aber ich kenne ein paar Leute, die mal etwas daraus lernen könnten.