Veganismus ist anspruchsvoll

Versperrter Weg (Foto: Andreas Müller)

Mein Ausgangstweet zur jüngsten Veganer-Diskussion auf Twitter war eine Kritik an der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Ich finde, sie überschätzt die für den Veganismus erforderliche Ernährungskompetenz der breiten Bevölkerung.

Als Reaktion darauf gab es neben allerlei Anekdoten und Beleidigungen seitens Veganern auch ein paar Links. Links zu Quellen, die allesamt meine Aussage bestätigen. Was kurios ist, aber ich mag ja Bestätigungen meiner Thesen.

Ein Beispiel ist dieser Artikel vom Verbraucherschutz. Ein Zitat daraus:

Risiken: Im Vergleich zu einer herkömmlichen Ernährung nehmen Veganer:innen häufig weniger

Der Verbraucherschutz empfiehlt eine Kombination aus Nahrungsergänzungsmitteln (Vitamin B12 und Jod) sowie „eine gute geplante Lebensmittelauswahl“. Also man muss seine Ernährung als Veganer gut planen. Was meine Aussage im Ursprungstweet bestätigt.

Als Widerlegung wurde auch auf einen Tweet verwiesen, der die Positionen ausländischer Ernährungsfachgesellschaften zusammenfasst:

Dieser bestätigt ebenso meine Aussage. Die Rede ist von „gut geplanter“, „richtig geplanter“, „gesunder“, adäquat geplanter“ veganer Ernährung. Viele Menschen essen heute einfach, worauf sie Lust haben. Sie planen praktisch gar nichts. Natürlich ist es für sie eine Herausforderung, plötzlich überhaupt die Ernährung planen zu müssen, und dann auch noch „gut“ und „richtig“. Ein veganer Twitter-Aktivist, der sein Leben lang nichts anderes tut, hat gut Reden.

Dann gab es einen Verweis auf einen populären veganen YouTube-Channel von einer Person namens Niko Rittenau. Und seine Videos der Reihe „Diese Nährstoffe sind bei veganer Ernährung wirklich kritisch“ bestätigen ebenso, dass Veganer bei der Ernährung auf eine ausreichende Versorgung mit einer ganzen Reihe von Nährstoffen bewusst achten müssen.

Ein paar Mal wurden auch Blogposts von mir zitiert, die mich irgendwie entblößen sollen. Keine Ahnung, auf welche Art oder warum. Ich stehe zu den Blogposts. Daraus zu zitieren, als wäre es Enthüllungsjournalismus, meinen öffentlichen Blog zu lesen, beweist nichts. Ich weiß selbst, was drinsteht. Aber danke für die Verlinkung.

Ursprünglich verlinkte ich die Position der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zum Veganismus, die unter anderem besagt:

Bei einer rein pflanzlichen Ernährung ist eine ausreichende Versorgung mit einigen Nährstoffen nicht oder nur schwer möglich. Der kritischste Nährstoff ist Vitamin B12. Zu den potenziell kritischen Nährstoffen bei veganer Ernährung gehören außerdem Protein bzw. unentbehrliche Aminosäuren und langkettige n-3 Fettsäuren  sowie weitere Vitamine (Riboflavin, Vitamin D) und Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Jod, Zink, Selen).

Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Vegane Ernährung

Und ich hatte auf einen NDR-Artikel über bestimmte Omega-3-Fettsäuren verwiesen, die nur in Fisch enthalten sind. Neuerdings gibt es sie auch in Algenöl, was man bewusst ergänzen müsste.

Also ja. Man kann nicht einfach Veganer werden. Ich halte das für die breite Bevölkerung für zu viel verlangt.

Schön, dass wir uns einig sind.