Michael Shermer über Verschwörungstheorien in Bremen: Nachlese

Michael Shermer ist Wissenschaftsjournalist und Gründer der US-amerikanischen Skeptics Society. Er ist wie seine Freunde Richard Dawkins und Steven Pinker ein Urgestein der modernen Aufklärung. Ich verpasse keine Folge seines großartigen Podcasts, in dem er die wichtigsten Denker unserer Zeit interviewt.

Es war schön, Shermer bei seinem Vortrag am 21. November 2022 in Bremen zu treffen und ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Etwa über unsere vergleichbare Geschichte mit dem „unwahrscheinlichsten Kult“, Ayn Rands Objektivismus.

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Zurück zur Freiheit

Seit 16 Jahren nimmt die politische Freiheit auf der Welt kontinuierlich ab. Das hat die internationale NGO Freedom House ermittelt. Auch die Deutschen entwickeln eine immer zynischere Haltung zu Freiheit und Demokratie, wie ich bei einer öffentlichen Diskussion jüngst selbst erfahren durfte. Das muss aufhören.

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Nachlese zur Diskussion über Tyrannenmord an der HSU

Ich habe also meine Wohnung verlassen. Ich warne immer davor, aber manche Leute meinen, ich sollte das häufiger tun. In diesem Fall hat es dazu geführt, dass ich mich bei der Bundeswehr zwei Tage lang mit den Leuten in ihrer Bibliothek gestritten habe.

Update: Es gibt eine Videoaufzeichnung des Vortrags und der Diskussion auf YouTube:

Am 16. und 17. November war ich beim Vortrag und dem philosophischen Werkstattgespräch zum Thema „Tyrannenmord – Human? Demokratisch-legitim? Nützlich?“. Das fand in der Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität statt, auch bekannt als die Universität der Bundeswehr Hamburg. Das Gebäude liegt auf einem umzäunten und gesicherten Gelände, aber ich wurde zum Glück nicht erschossen, sondern eher willkommen geheißen. Es gab auch Mini-Brezeln.

Anlass war der Welttag der Philosophie 2022. Die Giordano Bruno Stiftung Hamburg gehörte mit der Philosophischen Werkstatt Hamburg zu den Veranstaltern und ich bin aktuell wieder mit der GBS unterwegs.

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Aufklärung versus „Woke“

In einigen der letzten Beiträge habe ich mich kritisch mit der linken Identitätspolitik befasst, die auch als „Woke“ bezeichnet wird. Zwar verwenden rechte Kreise Begriffe wie „Cancel Culture“ und „Woke“ als Kampfbegriffe, doch beschreiben sie auch reale Phänomene, die ebenso von linken, liberalen und aufklärerischen Kreisen kritisch betrachtet werden.

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Der Protestantismus war der Salafismus der frühen Neuzeit

Erstmal ist die Reformation eine im Wortsinn fundamentalistische Bewegung. Heute haben die Salafisten als radikale Muslime genau dieselben Ziele, zurück zum ursprünglichen Glauben. Da fangen die Scheiterhaufen an zu flackern.

Andrej Pfeiffer-Perkuhn alias Geschichtsfenster

Endlich hat ein publikumswirksamer Publizist den historischen Protestantismus richtig eingeordnet. Seit ich für einen Vortrag über die Ketzerverfolgung im Mittelalter recherchiere, wird mir immer klarer, dass die populäre Vorstellung über Mittelalter, Ketzerverfolgung, Kirchengeschichte, Protestantismus und Aufklärung grundfalsch ist. Wir glauben Mythen, die Protestanten, Esoteriker und Antitheisten verbreitet haben.

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Identitäre Linke: „Denkmuster von Putin übernommen“

„Die identitäre Linke hat grundlegende Denkmuster von Putin, Trump, Erdoğan & Co. übernommen“

Michael Schmidt-Salomon: „Die autoritäre Bedrohung

Die auch Woke genannte „linke“ Identitätspolitik wird zur wachsenden Gefahr für die Demokratie. Woke-Aktivisten erklären Minderheiten zu Opfergruppen, den „alten weißen Mann“ verschwörungstheoretisch zum Universaltäter, fordern Sprech- und Auftrittsverbote („No- Platforming“), zensieren Kunstwerke und Meinungsäußerungen, stellen Trans- über Frauenrechte und beschädigen Denkmäler („Canceln“). Außerdem veranstalten sie in sozialen Medien Hexenjagden und zerstören Karrieren und Leben aus den geringsten Anlässen.

Während große Teile der klassischen Linken lange Zeit wenig gegen das totalitäre Verhalten der Woke-Aktivisten unternommen haben, wendet sich seit ein paar Jahren das Blatt. Neben Demokraten aus der Mitte der Gesellschaft richten sich auch Linke immer lauter gegen die woke Ideologie. Hier zitiere und kommentiere ich ausführlich zwei beispielhafte Essays und erkläre, welches meine eigenen Probleme mit Woke sind.

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Sollten Priester wirklich heiraten dürfen?

Die Forderung nach einem Ende des Zölibats gehört zu den Standardanliegen progressiver Kreise. Wie die Kirche Homosexualität für widernatürlich hält, so halten ihre progressiven Kritiker das Zölibat für widernatürlich. Die einen wie die anderen haben ein Problem damit, dass eine Gemeinschaft bestimmte Regeln für ihre Mitglieder festlegen kann. Die nicht die Regeln ihrer eigenen sind.

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Wenigstens hatte ich mit diesen 3 Dingen recht

Ich habe kürzlich meinen neuen philosophischen Essay für „Aufklärung und Kritik“ fertiggestellt. Er bringt meinen Vortrag Objektivismus Revisited auf den Punkt und ergänzt ihn um einige größere Zusammenhänge und neue Inhalte, angepasst für eine philosophisch interessierte Leserschaft. Ich verewige nun also auch schriftlich, dass ich mit fast allem Unrecht hatte.

Mein Schaffen besteht aber nicht nur aus Irrtümern. Seit ich diesen Blog 2009 ins Leben gerufen habe, vertrat ich stets drei Positionen, an denen ich weiterhin festhalte. Und die gerade dramatisch bestätigt werden.

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Ist Tierwohl egal, weil manche Veganer arrogant sind?

Auf Facebook teilte der Stern einen Artikel namens „Restaurant kickt alle Gerichte für Veganer von der Karte, weil die zu „selbstgefällig“ sind – deren Reaktion spricht Bände“. Hier der Beitrag. Auf dem zugehörigen Bild sind hochnäsige Veganerinnen abgebildet. Die meisten Kommentatoren freuen sich darüber, dass das Restaurant auf vegane Gerichte verzichtet. Ich habe ihnen meine Meinung gesagt.

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Wohlfeile Zeitenwende

Wir erleben eine „Zeitenwende“. Und das bedeutet: Die Welt danach ist nicht mehr dieselbe wie die Welt davor. Im Kern geht es um die Frage, ob Macht das Recht brechen darf. Ob wir es Putin gestatten, die Uhren zurückzudrehen in die Zeit der Großmächte des 19. Jahrhunderts. Oder ob wir die Kraft aufbringen, Kriegstreibern wie Putin Grenzen zu setzen.

Olaf Scholz, Regierungserklärung vom 24. Februar 2022

Putin durfte vor dem Angriff auf die Ukraine viele Jahre lang das Recht brechen. Er hatte bereits die Krim annektiert, gezielt Zivilisten in Syrien getötet, Regimekritiker ermordet, die Pressefreiheit eingeschränkt. All das war für uns kein Anlass für irgendeine „Zeitenwende“. Und Chinas Unterbringung der Uiguren in Umerziehungslagern, die Verhaftung von Regimekritikern, die systematische Überwachung der Bevölkerung, die ständige Bedrohung Taiwans hat uns auch lange nicht interessiert, jedenfalls hat es keinerlei Folgen gezeitigt.

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„Stranger Things“: Splatter ist jetzt Familienunterhaltung

Die Netflix-Horrorserie „Stranger Things“ hat den Song „Running Up That Hill“ von Kate Bush wieder populär gemacht. Er erreichte 2022 bessere Chartplatzierungen als im Jahr der Erstveröffentlichung 1985. Auf YouTube sind unzählige Coverversionen aufgetaucht. In einem Video mit über 1,4 Millionen Aufrufen erzählt der Musiker und YouTuber Rick Beato, wie seine „Frau und Kinder“ die Serie ansahen und so auf den Song gestoßen waren. Was an alldem seltsam ist? Ihr erfahrt es gleich.

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Der Winter kommt

27.11.2014: 39 Prozent der Bundesbürger sind dafür, die Aufnahme der ukrainischen Halbinsel Krim in die Russische Föderation anzuerkennen. (Umfrage von Infratest dimap via t-online.de)

15.06.2022: „Nur 66 Prozent der Bundesbürger machen laut einer Umfrage des European Council on Foreign Relations (ECFR) Russland für den Ukraine-Krieg verantwortlich.“ (Umfrage des European Council on Foreign Relations via RND.de)

28.07.2022: 22 Prozent der Deutschen meint, dass Deutschland die Ukraine angesichts hoher Energiepreise nicht mehr unterstützen sollte. (ZDF Politbarometer)

Deutschland hat mit dem Diktator jahrzehntelang gehandelt, sich sogar von ihm abhängig gemacht. Wir wussten, wer er ist, dass er seine politischen Gegner ermorden lässt, Angriffskriege führt und Territorien annektiert. Wir haben es trotzdem getan. Jetzt bald bekommen wir die Rechnung für unseren Teufelspakt.

Die Frage ist nur, warum ich auch darunter leiden muss. Ich habe jahrzehntelang den wirtschaftlichen Boykott von Diktaturen bis hin zum Krieg gegen sie befürwortet. Ich meinte schon zur Zeit des Irakkriegs, dass Deutschland endlich seinen Nato-Beitrag zahlen muss. Es ist eine so simple Einsicht, dass Diktaturen schlecht sind. Diktaturen böse. Ganz einfach. Ausgerechnet Deutschland will es nicht begreifen.

Nun, dann erfrieren wir eben, wenn Gas und Strom ausgehen. Vielleicht begreift Deutschland es dann.