Jetzt lese ich Bibelgeschichten vor

Heilige Geschichten mit Andreas Müller

In der Serie „Heilige Geschichten“ lese ich Texte aus heiligen Schriften vor und kommentiere sie.

Den Anfang macht die alttestamentarische Geschichte über die Opferung von Jiftachs Tochter. Diese ist auch als „Seila“ oder „Iphis“ bekannt. Eine faszinierende Ergänzung zu der Geschichte über Abraham und Isaak.

Kleine Korrektur: Der Name des Engels in der Geschichte über Abraham und Isaak wird im Bibeltext nicht genannt.

Die Geschichte zum Nachlesen: Einheitsübersetzung. Richter Buch 11, Verse 29-40.

Die von mir empfohlene Bibelausgabe: Stephen Prickett, Robert P Carroll: The Bible. Authorized King James Version. Oxford World’s Classic. Oxford University Press, 1998.

Wie die Aufklärung uns verführen kann

Ich sehe mich schon seit gut 15 Jahren als Intellektueller im Dienste der Aufklärung. Erst während meines Journalismusstudiums war mir bitter klargeworden, dass niemand außerhalb meiner Filterblase weiß, was das eigentlich ist. Und dass kaum jemand sonst sich in dieser Rolle sieht.

Hier gehe ich der Frage auf den Grund, welchen Auftrag jene haben, die sich in der Tradition der Aufklärung verorten. Und reflektiere über die Vorteile und die Schattenseiten, die das radikale aufklärerische Denken in meinem Leben hatte.

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Schafft sich der Liberalismus selbst ab?

„Warum der Liberalismus gescheitert ist“ von Patrick J. Deneen ist eine unbedingt ernstzunehmende Kritik am Liberalismus. Mit „Liberalismus“ ist hier die Ideologie gemeint, die seit mehreren hundert Jahren den Westen prägt: Die der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Befreiung des Individuums. Wie Deneen ausführt, hat diese Ideologie eine innere Logik, die zur Selbstabschaffung des Liberalismus führe.

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„Kritik der vegetarischen Ethik“ von Klaus Alfs ist das wichtigste Buch zur Tierethik

Das Buch „Kritik der vegetarischen Ethik“ des ausgebildeten Landwirts und Diplom-Sozialwissenschaftlers Klaus Alfs ist ein neues Standardwerk zur Tierethik. Mit anderen Worten muss es jeder lesen, der sich mit Tierethik befassen möchte, und es reiht sich neben Peter Singers „Animal Liberation. Die Befreiung der Tiere“ und Tom Regans „Case for Animal Rights“ ein. Im Unterschied zu diesen Klassikern argumentiert Alfs gegen übersteigerten Tierschutz beziehungsweise Tierrechte und gegen den Vegetarismus.

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Wenn ein Christ die Vernunft erklären muss

Ich lese gerade das „Handbook of Christian Apologetics“ des thomistisch-katholischen Philosophen Peter Kreeft. Also ein Buch für Katholiken, die ihren Glauben argumentativ verteidigen möchten. Die Argumente für Gottes Existenz und den christlichen Glauben darin überzeugen mich nicht, ich bleibe also weiterhin Atheist. Da ich jedoch auch in einer aristotelischen Tradition stehe, bin ich bei den Ausführungen über die Vernunft und bei der Kritik an modernen und postmodernen Philosophien oft einer Meinung mit Kreeft.

Wenn er etwas „Häresie“ nennt, denke ich mir daher gar nicht so selten: Hm, er hat Recht, dieser Unsinn ist wirklich Häresie. Kreeft glaubt wie Thomas von Aquin, dass der christliche Glaube und die Vernunft vereinbar sein müssen. Er hat eine sehr hohe Meinung von der Vernunft als eine Art von Gottesgeschenk an den Menschen. Hier möchte ich einige besonders schöne Passagen aus dem Buch über die Vernunft und den Unsinn, den unsere Kultur heute stattdessen so treibt, zitieren und kommentieren. Weiterlesen

Monsanto mag mein T-Shirt

… und dafür gibt es einen guten Grund.

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Monsanto mag übrigens wirklich mein Shirt, siehe den Like beim Tweet (Bayer4CropsEU ist der neue offizielle Twitter-Account von Monsanto).

Aber warum liebe ich Monsanto?  Siehe zum Thema „Grüne Gentechnik“: https://www.novo-argumente.com/thema/gruene_gentechnik

https://atlassociety.org/commentary/commentary-blog/6003-dishonest-attacks-on-genetically-modified-organisms

Zum Thema Glyphosat: https://www.novo-argumente.com/thema/glyphosat

Wir reden nicht so

Es gibt da diese merkwürdige Szene in Roland Emmerichs „The Day After Tomorrow“, dem apokalyptischen Hollywood-Film über die globale Erwärmung im Schnelldurchlauf. Über diesen Aspekt ließe sich auch einiges sagen, aber die Szene, über die ich etwas zu sagen habe, hängt nicht mit dem Klimawandel zusammen. Vielmehr suchen einige Studenten anlässlich einer einbrechenden Eiszeit in einer Universitätsbibliothek Unterkunft (Drehort war die Rechtsfakultät der McGill Universität in Montreal) und beraten sich darüber, ob sie Bücher des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche verbrennen sollen. Weiterlesen

Hassrede für die Freiheit

Gegen den „Hass“ agitieren sie wieder, die Freiheitsfeinde. Und Hass ist immer das, was die anderen tun, die anderer Meinung sind. Die sich nicht fügen wollen dem eigenen Willen, dem eigenen Herrschaftsanspruch. Aber wer Emotionen wie Hass verbieten will, wird von anständigen Menschen gehasst.

Wie der Vormärz-Dichter Georg Herwegh von der Obrigkeit gehasst wurde, der im Jahr 1841 die folgenden Worte schrieb: Weiterlesen

Hexenjagd 2018: Wenn der Vater AfD wählt

Die „Ihr seid alle AfD bis auf mich und meine Homies“-Generation ist eine Sekte. Es ist typisch für Sektierer, selbst ihre engsten Verwandten gegenüber der Obrigkeit und den anderen Kultisten zu denunzieren, sie als Ungläubige zu outen und sie dann ihrem Schicksal zu überlassen. Dieses Ritual dient auch dazu, den eigenen Status als vertrauenswürdiges Kultmitglied zu festigen und so in der Hierarchie aufsteigen zu können. Also in etwa das zu tun, was der Soziologiestudent mit dem Pseudonym „Leopold Löffler“ mit seinen eigenen Eltern im Tagesspiegel-Artikel „Wenn der Vater AfD wählt“ getan hat.

So ähnlich muss es in der DDR gewesen sein, wenn der Nachwuchs die Eltern bei der Staatssicherheit anschwärzte, um bei der Freien Deutschen Jugend aufzusteigen. Nur geschieht es diesmal anonym, ganz so konsequent wollen wir nicht sein dieser Tage. Es gibt ja noch freie und geheime Wahlen, Persönlichkeitsrechte, Recht auf Privatsphäre, Recht auf Meinungsfreiheit, Schutz der Familie und all diese reaktionären AfD-Dinge von damals, also konnte Löffler den echten Namen seines Vaters (und seinen echten Namen) nicht nennen – jedenfalls, bis auch diese braunen Relikte Geschichte sind. Weiterlesen

Das „Nicht genug Sex“-Argument

Ich habe gerade mal wieder in einer Facebook-Diskussion das „Nicht genug Sex“ oder „Du bekommst wohl keine Frau/Mann“-Argument gesehen, das jemand gegen einen anderen Diskutanten einsetzte, der sich skeptisch gegenüber dem „Brexit“ ausgesprochen hatte. Dieses „Argument“ ist inzwischen fast so häufig in Diskussionen anzutreffen wie das Reductio ad Hitlerum -Argument, das natürlich auch kein echtes Argument ist, sondern ein Denkfehler. Es wird von beiden verbliebenen Seiten des politischen Spektrums gebraucht (ich gehöre zu keinen davon). Also werfen wir einmal einen näheren Blick darauf.

(Anmerkung: Ein Leser wies mich dankenswerterweise darauf hin, dass der Versuch, ein solches Argument ernsthaft zu analysieren, zu einem ziemlich ekelerregenden Ergebnis führen musste und geführt hat. Somit ist das meine erste philosophische Analyse, die ich hiermit erst ab 18 Jahren freigebe).

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