Die Partei der Social Justice Warrior

Die SPD? War das nicht mal die Partei der Arbeiterklasse, die sich an der Seite der Gewerkschaften für höhere Löhne engagierte? Nun, jetzt ist es die Partei der elitären Social Justice Warrior-Snobs, die auf die Arbeiterklasse spuckt und überall Rassismus, Sexismus und Homophobie wittert, außer bei sich selbst. Aber was ist das eigentlich, „Social Justice Warrior“? Der Begriff wird anschaulicher durch das folgende Beispiel. Stelle Dir vor, Du bist ein neuer Schüler, der gerade in die fünfte Klasse Gymnasium kommt. Weiterlesen „Die Partei der Social Justice Warrior“

Mein Artikel über Tierrechte für den Ethikunterricht

Ethik & Unterricht 4/2016, Friedrich Verlag
Ethik & Unterricht 4/2016, Friedrich Verlag

In der aktuellen Ausgabe von „Ethik & Unterricht“ 4/2016 (eine Fachzeitschrift für Ethiklehrer) wurde ein Artikel namens „Tiere haben keine Rechte“ von mir auf S. 53 publiziert (eine gekürzte Fassung meines gleichnamigen Artikels für Novo Argumente). Außerdem wurde er für Schüler aufbereitet und mit passenden Übungsaufgaben versehen. Falls also ein Lehrer der Fächergruppe Ethik, Werte und Normen, Praktische Philosophie und LER nun Positionen für und gegen Tierrechte besprechen möchte – hier finden Sie Unterrichtsmaterialien dafür.

Der Großteil der anderen Beiträge in dieser Zeitschrift tritt für Tierrechte oder Tierschutz ein, darunter solche von Ursula Wolf („Ethik der Mensch-Tier-Beziehung“), Peter Singer („Animal Liberation“), Jonathan Safran Foer („Tiere essen“) und Karen Duve („Anständig essen. Ein Selbstversuch“).

Von diesem Artikel abgesehen ist meiner Ansicht nach „Ein Hoch auf das Versuchstier des Jahres“ mein bester Beitrag über Tierrechte.

Der Kult der identitären Linken

Nach Brexit, dem Wahlsieg Trumps und dem Aufstieg der AfD auf ein Ergebnis von über zehn Prozent laut verschiedenen Sonntagsfrage-Statistiken und den Erfolgen anderer rechter Parteien in Europa würde man meinen, dass Linke einmal eine Schweigeminute einlegen, in sich kehren und nachdenken würden, warum sie auf einmal solche Verluste hinnehmen müssen. Aber nein. Sie bleiben weiterhin in ihrem ideologischen Spiegelkabinett und wehren jegliche Kritik und sämtliche Argumente von Andersdenkenden gleich welcher Art mit den üblichen Tricks ab, von Denkfehlern wie Strohmännern zu persönlichen Angriffen.

Das tun zwar auch Anhänger anderer Ideologien, aber inzwischen ist es doch eine Spezialität vor allem von identitären Linken (bzw. Social Justice Warrior oder Regressive Linke) geworden. Vor allem persönliche Angriffe sind ihr Lieblingswerkzeug. Wer nicht so „denkt“ wie sie, wird gleich als „Rassist“, „Sexist“, „Nationalist“ und dergleichen gebrandmarkt.

Das pubertäre Verhalten, die Arroganz, die bösartige Art, wie sie mit Andersdenkenden diskutieren und mit ihnen umgehen, das ist der Grund, warum so viele Menschen derart die Nase voll haben, dass sie sogar bereit sind, jemanden wie Trump zum US-Präsidenten zu wählen und eine Partei wie die AfD zu unterstützen. Weiterlesen „Der Kult der identitären Linken“

Atheisten: Wir sind nicht besser als die

Es ist wieder Zeit für mein Wort zum Sonntag. Heute geht es um die Frage, warum so viele „säkulare Humanisten“ einen schlechten Charakter haben. Dass dem so ist, ist mir in dem Jahrzehnt, seitdem ich in dieser Szene aktiv bin, leider häufig aufgefallen.

Viele, wenn nicht die meisten Leute, die sich dieser Tage „säkulare Humanisten“ nennen, sind nicht einmal Humanisten, haben also keine Ethik, die den Menschen ins Zentrum setzt (und es geht hier nicht um Kleinigkeiten oder geringfügige Meinungsverschiedenheiten). Das, was sie „atheistisch“ nennen, ist lediglich ein nihilistischer reduktionistischer Materialismus, der sich im politischen Bereich als eine Variante des Marxismus äußert.

Da ich nun auf mehrere Beispiele für den miesen Charakter und die offensichtlich anti-humanistischen Ansichten vieler „säkularer Humanisten“ (wie sie sich selbst nennen) im Detail eingegangen bin, möchte ich nun die Frage nach den Ursachen für dieses Phänomen zu beantworten versuchen. Weiterlesen „Atheisten: Wir sind nicht besser als die“

Ist Intoleranz tolerant, wenn sie links ist?

Michael Schmidt-Salomon ist ein Genie. Ein PR-Genie. Kaum ein anderer öffentlicher „Intellektueller“ unserer Zeit hat ein so gutes Gespür dafür, was er schreiben muss, um von Mainstream-Medien hofiert zu werden. Er erkennt den Zeitgeist genau und passt seine Sprache und Meinung daran an. Schmidt-Salomon ist der vielleicht größte Anpasser des ganzen Landes.

Als Philosoph liefert er zwar keine originellen Beiträge, aber man kann nicht auf allen Gebieten Überragendes leisten. Der neueste Essay des Vorstandssprechers der Giordano Bruno Stiftung befasst sich mit der Frage, ob und inwieweit wir als Gesellschaft Intoleranz tolerieren müssen.

Wie schon seine Streitschrift „Keine Macht den Doofen!“ (eine Auflistung von Beleidigungen von Konservativen) ist der Essay gegenüber Andersdenkenden atemberaubend intolerant. Er plädiert dabei jedoch, oberflächlich betrachtet, für mehr Toleranz. Das entspricht der Haltung der Social Justice Warrior, die für mehr Toleranz gegenüber Minderheiten wie Transgender und Muslimen eintreten, aber nur, sofern die Minderheiten genau ihrer politischen Meinung sind (was sie oft fälschlicherweise glauben). Weiterlesen „Ist Intoleranz tolerant, wenn sie links ist?“

Buchtipps und philosophische Gedanken

Wie so viele andere junge Menschen befasse ich mich gerade mit der Philosophie von Thomas von Aquin. Ich weiß, ich bin mal wieder uncool, weil ich bei solchen Trends erst mitmache, wenn sie schon wieder fast vorbei sind; als würde ich jetzt anfangen, Pokémon Go zu spielen. Der Trend, sich mit Aquin zu befassen, ist sogar schon seit einigen Jahrhunderten vorbei.

In diesem Beitrag empfehle ich zwei Bücher, die ich frisch gelesen habe und außerdem habe ich womöglich einige theologische Probleme gelöst. Ja, ist ein komischer Zeitvertreib für einen Atheisten, aber ich habe das Induktionsproblem (das letzte große philosophische Problem) erst einmal aufgegeben, weil es bislang nicht lösen könnte und mich das allmählich nervt. Ansonsten gibt es nichts mehr weiter zu tun in der Philosophie, daher also meine Lösung einiger theologischer Fragen. Steinigt mich, wenn’s euch nicht passt.

Weiterlesen „Buchtipps und philosophische Gedanken“

Demokratie ist der einzige Weg zur Freiheit (Erweitert)

Eine Kurzfassung dieses Beitrags erschien zuvor bei Novo.

Die Debatte um den Brexit hat die Demokratieskepsis unter vielen Liberalen und Libertären ans Tageslicht gebracht. Libertäre können ihre Ideale aber nur in einer Demokratie in einem offenen Austausch durchsetzen.

Erweitert um die Frage nach der Rolle der Demokratie beim aktuellen Türkei-Putsch, um mehr Quellen, Argumente und mehr Ausführungen über Streitpunkte unter den Libertären.

Von Andreas Müller Weiterlesen „Demokratie ist der einzige Weg zur Freiheit (Erweitert)“

Verteidigung der Demokratie

Heute ist meine Verteidigung der Demokratie erschienen, siehe: Demokratie ist der einzige Weg zur Freiheit. Die Demokratie ist unser politisches System, falls ihr noch nie davon gehört habt, weil ihr den ganzen Tag nur „Pokémon Go“ spielt. Außerdem sind eine ganze Menge Artikel von mir über Pokémon Go erschienen.

Und in den nächsten Tagen veröffentliche ich hier im Blog die „Extended Version“ des Demokratie-Artikels für Leser, die sich mehr für Philosophie und die Debatten unter den Libertären interessieren. Ich denke, die Version oben ist tatsächlich der bessere journalistische Artikel, wie Johannes Richardt meinte, aber meine Extended Version ist der bessere philosophische Kommentar mit näheren Ausführungen, Differenzierungen und mehr Quellen. Eure Entscheidung.

Ja, nerdiger kann ich meine Zeit jetzt nicht mehr verbringen. Konservative sprechen gerne von der organischen Einheit, die sie mit ihrem Heimatboden verbindet. Ich glaube, ich bilde eine organische Einheit mit meiner Tastatur.

Die Wirklichkeit ist absolut

Der Relativismus muss untergehen. Die Wirklichkeit ist absolut.

Ich wurde darum gebeten, eine Replik auf den Beitrag „Absolut und Relativ“ von Nikolaus Bösch zu verfassen, da ich als Atheist eine Philosophie mit objektivem Wahrheitsanspruch – den Objektivismus der amerikanischen Philosophin Ayn Rand – vertrete, während Herr Bösch in seinem Beitrag einen erkenntnistheoretischen sowie ethischen Relativismus befürwortet. Hier findet man nun meinen neuesten philosophischen Kommentar, in dem ich mich mit dem unter Atheisten weit verbreiteten Relativismus kritisch auseinandersetze:

http://atheistisch.at/2016/07/01/die-wirklichkeit-ist-absolut/

Übrigens hat mich Martin Perz, Mitglied des Präsidiums der Atheistischen Religionsgesellschaft in Österreich, diesbezüglich angeschrieben. Die ARGÖ hat das Ziel, den Status einer eingetragenen Bekenntnisgemeinschaft zu erlangen, damit Atheisten mit Gläubigen gleichgestellt werden. Das finde ich unterstützenswert. Meine österreichischen Leser können sich die Organisation ja mal ansehen.

Zu den Waffen, Brüder!

novo121_cover_h800-minIn der neuen Printausgabe von Novo (Ausgabe 121) gibt es zwar keinen Artikel von mir, aber ich habe viel im Hintergrund gewerkelt. Neben dem Lektorat gehört dazu vor allem meine Übersetzung eines Interviews des amerikanischen Journalisten Ari Armstrong (den ich selbst zum Thema Abtreibung interviewt hatte) mit dem Wirtschaftswissenschaftler John Lott.

Professor Lott ist der führende Experte zum Thema Waffenrecht auf Seiten der Befürworter einer Liberalisierung des Waffenrechts. Ich bin auch selbst inzwischen vom Recht auf freien Waffenbesitz überzeugt. Erschießt mich doch, wenn’s euch nicht passt! Ach ja, könnt ihr ja nicht, weil ihr wahrscheinlich nicht mal glaubt, dass Waffenbesitz legal sein sollte.

Hier ein paar weitere Updates zu meinen aktuellen vaterlandslosen Umtrieben: Weiterlesen „Zu den Waffen, Brüder!“

Ein Hoch auf das Versuchstier des Jahres!

Versuchtstier des Jahres Fisch

Das Versuchstier des Jahres ist der Fisch. Das hat der Verein „Menschen für Tierrechte“ so entschieden. Die Autorin Hilal Sezgin („Artgerecht ist nur die Freiheit„) schreibt als Schirmherrin über die angeblichen Empfindungen der Fische und dass sie „in Frieden und Freiheit“ leben möchten.

In meinem neuen Vier-Seiten-Essay gebe ich den Tierrechtlern in einem Punkt Recht: Der Fisch ist ein hervorragendes Versuchstier. Und da Forscher neuerdings häufiger als zuvor mit Fischen statt mit Säugetieren experimentieren, ergibt es sogar Sinn, den Fisch zum „Versuchstier des Jahres“ zu erklären.

In meinem Essay erfährt man:

  1. Die Philosophie der Tierrechte – und die humanistische Alternative.
  2. Den biologischen Forschungsstand zur Frage, ob Fische leiden.
  3. Wozu man Experimente mit Fischen durchführt.

Zum Artikel: https://www.novo-argumente.com/artikel/ein_hoch_auf_das_versuchstier_des_jahres

Klaus Alfs, der mit Udo Pollmer und Georg Keckl das Buch „Don’t Go Veggie“ verfasste, sagte über den Artikel: „Das geht runter wie Fischöl“. Bitte den Essay ordentlich teilen, um die Leute darauf aufmerksam zu machen, dass Tierrechtler weder die moralische noch die wissenschaftliche Deutungshoheit beanspruchen können.

Rückkehr zum Neuen Atheismus

Richard Dawkins: Die Schöpfungslüge. Warum Darwin Recht hatIch bin zurück. Als Übersetzer von Artikeln der Neuen Atheisten. Das war vor Jahren einst meine Aufgabe beim Humanistischen Pressedienst, siehe dort meine Projektreihe Die Neuen Atheisten. Nun bin ich nebenbei für die Richard Dawkins Foundation für Vernunft und Wissenschaft als Übersetzer von Texten der Neuen Atheisten wie Richard Dawkins und Sam Harris tätig.

Meine erste Übersetzung stammt vom Zoologen Richard Dawkins und nennt sich: „Ist es eine Theorie? Ist es ein Gesetz? Nein, es ist eine Tatsache“ (übrigens eine Anspielung an die alten Superman-Comics: „Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist Superman!“). Es geht darum, dass die natürliche Evolution eine Tatsache ist. Mit Atheismus hat der Artikel direkt nichts zu tun, was bedeutet, dass ich auch wieder wissenschaftliche Artikel übersetze. Mein Herz gehört eben der Volksbildung. Oder Aufklärung. Oder was es auch ist, was ich da eigentlich tue. Weiterlesen „Rückkehr zum Neuen Atheismus“

Wir sollten Muslime nicht belügen

Sagt ihnen die Wahrheit. Und nichts als die Wahrheit (Bild: WikiImages Kinder in der arabischen Welt, pixabay, CC0
Sagt ihnen die Wahrheit. Und nichts als die Wahrheit (Bild: WikiImages: Kinder in der arabischen Welt, pixabay, CC0

Der geschätzte Jorge Arprin hat im libertären Blog Freitum einen Artikel namens „Islam: Warum wir eine falsche Koran-Interpretation brauchen“ publiziert. Er fordert darin: „Es braucht Imame, die den Propheten Mohammed so reinwaschen wie die Linkspartei die DDR: Verdreht, leugnet und ignoriert den Koran. Die ganze Menschheit würde davon profitieren.“ Das denke ich nicht.

Weiterlesen „Wir sollten Muslime nicht belügen“

Mehr über Meditation

Unsplash: Buch und Kerze, pixabay, CC0. Meditation kann auch als Konzentrationstraining eingesetzt werden.
Unsplash: Buch und Kerze, pixabay, CC0. Meditation kann auch als Konzentrationstraining eingesetzt werden.

Wie zu erwarten ist mein Artikel über Meditation, befreit von Metaphysik, nicht nur auf Gegenliebe gestoßen. Fast die gesamte Kritik besteht leider aus Missverständnissen oder aus der unfundierten Annahme, ich würde Dinge zusammen mit dem Konzentrationstraining einkaufen, die ich überhaupt nicht akzeptiere. Von daher sind einige nähere Ausführungen nötig: Weiterlesen „Mehr über Meditation“

Meditation ohne Unsinn

Alexis Buddha, pixabay, CC0
Alexis: Buddha, pixabay, CC0. Der Buddhismus ist eine irrationale Philosophie. Manche Aspekte der Meditation könnten aber Sinn ergeben.

Ist die fernöstliche Philosophie einfach irrational? Ich habe das die längste Zeit für gut möglich erachtet. Man sehe sich schließlich den technologisch-ökonomisch-politischen Stand der Nationen an, die von fernöstlichen metaphysischen Überzeugungen dominiert sind (wie Indien und Tibet). Aber ich habe kein explizites Urteil abgegeben, da ich nicht genügend darüber wusste.

Nun habe ich zunächst Waking Up: A Guide to Spirituality Without Religion vom amerikanischen Neurowissenschaftler und „Neuen Atheisten“ Sam Harris gelesen. Er empfiehlt die Meditation und praktiziert sie auch. In der Tat ist er ein bemerkenswert ausgeglichener Mensch, der so gut wie immer absolute Ruhe bewahren kann. Dann habe ich mir den über zwölf Stunden langen Kurs Practicing Mindfulness: An Introduction to Meditation vom Religionswissenschaftler Mark W. Muesse angehört. Und ja, ich habe über einen längeren Zeitraum meditiert. Macht euch nur lustig. Ich überprüfe eben lieber alles selbst, was ansatzweise nützlich sein könnte.

Ich denke, dass bestimmte, isolierte Methoden der buddhistischen Meditationspraxis durchaus einen Wert haben – kurz gesagt die Meditation, die auf eine größere „Mindfulness“ oder „Achtsamkeit“ ausgerichtet ist. Die damit assoziierte Metaphysik ist leider entweder tatsächlich Unsinn (wie durch Meditation übermenschliche Kräfte zu erhalten oder ins übernatürliche „Nirvana“ zu gelangen) oder sie entspricht einer falschen Identifikation von echten Wahrheiten.

Kurz gesagt habe ich die von Sam Harris von metaphysischem Ballast befreite Meditation von noch mehr metaphysischem Ballast befreit. Ich denke, meine Version ergibt nun ansatzweise Sinn. (Ergänzung: Nein, ich denke nicht, dass ich jetzt die große Wahrheit über die Meditation predigen kann. Ich denke, ich kann jetzt meine ersten zusammenhängenden Gedanken zum Thema äußern, ohne dass es mir zu peinlich sein müsste). Hier meine Gedanken zum Thema:

Weiterlesen „Meditation ohne Unsinn“