Die fette Prinzessin und die vergebliche Sahnetorte

Ich habe wieder ein satirisches Märchen geschrieben. Es geht diesmal um den aktuellen Ernährungswahn. Was sollen wir essen, wie sollen wir aussehen und wo ist mein Ernährungsberater? Ich rate davon ab, beim Lesen etwas Süßes und Fettes zu verzehren, wenn ihr es nicht vor Lachen ausspucken wollt…

Die fette Prinzessin und die vergebliche Sahnetorte

Es war einmal in einem fernen Königreich. Unsere Geschichte handelt zu einer Zeit, als die Menschen noch nicht wussten, dass man nicht fett sein darf. Prinzessin Cuisine schaute aus dem Fenster ihres Gemachs in Schloss Avantgarde. Draußen jubelten ihr die Handwerker und Bauern zu und manche schnäuzten sich dabei die Nase, um zum Ausdruck zu bringen, dass sie längst nicht die vorbildlichen Sitten der Prinzessin erlernt hatten und mit ihrem niedrigeren Stand überaus zufrieden waren. Weiterlesen

Buchtipps und philosophische Gedanken

Wie so viele andere junge Menschen befasse ich mich gerade mit der Philosophie von Thomas von Aquin. Ich weiß, ich bin mal wieder uncool, weil ich bei solchen Trends erst mitmache, wenn sie schon wieder fast vorbei sind; als würde ich jetzt anfangen, Pokémon Go zu spielen. Der Trend, sich mit Aquin zu befassen, ist sogar schon seit einigen Jahrhunderten vorbei.

In diesem Beitrag empfehle ich zwei Bücher, die ich frisch gelesen habe und außerdem habe ich womöglich einige theologische Probleme gelöst. Ja, ist ein komischer Zeitvertreib für einen Atheisten, aber ich habe das Induktionsproblem (das letzte große philosophische Problem) erst einmal aufgegeben, weil es bislang nicht lösen könnte und mich das allmählich nervt. Ansonsten gibt es nichts mehr weiter zu tun in der Philosophie, daher also meine Lösung einiger theologischer Fragen. Steinigt mich, wenn’s euch nicht passt.

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Das Demokratie-Problem der Libertären

Viele Libertäre haben eine widersprüchliche Haltung zur Demokratie. Der Staat soll demnach möglichst wenig in die Freiheit der individuellen Bürger eingreifen. Viele bislang demokratisch entschiedene Themen sollen aus der demokratischen Abstimmung ausgeschlossen werden. Um die Bürger davon zu überzeugen, bedienen sich Libertäre selbst demokratischer Methoden wie Vorträgen und Artikeln in den Medien.

Wie sollte man diesen Politikverzicht letztlich durchsetzen, wenn nicht durch die Demokratie, wobei er durch die Demokratie auch wieder abgeschafft werden könnte? Durch eine libertäre Verfassung, durch einen König? Unter anderem dieses Demokratie-Problem der Libertären behandle ich in meiner Rezension des Buches „Über die Anmaßung der Politik“ vom amerikanischen Philosophen Michael Huemer bei Novo. Zur Besprechung: https://www.novo-argumente.com/rezension/wider_die_anmassung_der_politik_von_michael_huemer

Ayn Rand auf Deutsch

Einige von Ayn Rands philosophischen Werken sind nun auf Deutsch erhältlich. Siehe:

Für den neuen Intellektuellenayn_rand_Tugend_Egoismus

Ich habe inzwischen in die Übersetzung von „Für den neuen Intellektuellen“ von Philipp Dammer reingesehen. Sie ist verständlich, aber etwas holprig und gebraucht veraltete Ausdrücke.

Unter anderem stört mich die Übersetzung von „Second Hander“ als „Zweithänder“. Es gibt keinen „Zweithänder“. Es gibt jedoch auch in Deutschland viele „Second Hand“-Läden und die Deutschen können sich gewiss mehr unter einem Menschen vorstellen, der „Second-Hander“ ist (der sich weltanschaulich an anderen orientiert), als an einem „Zweithänder“.

Phrasen wie „Ohne einen Gedanken an die Zukunft blindwütig nach der Zweckdienlichkeit des Momentes handeln“ lassen Rand wie einen typischen deutschen Philosophen klingen, der sich mit seiner Wortwahl vom gemeinem Volk absetzt. Dabei sind Rands Werke im englischen Original, im Gegenteil, sehr gut verständlich. Für ihre klare, bildreiche und brachiale, Nietzsche-artige Ausdrucksweise ist Rand in den USA bekannt. Davon bleibt nicht mehr viel übrig.

Trotzdem: Ich respektiere die Arbeit, die sich Philipp Dammer bei der Suche nach deutschen Verlagen für Rands Werke gemacht hat und auch sein Engagement. Und ich empfehle die Bücher jedem, dessen Englisch nicht gut genug ist und der sich für Rands Denken interessiert. Eine andere Wahl hat er ehrlich gesagt sowieso nicht, wenn er Rand lesen möchte. Die Übersetzungen sind zwar holprig, aber inhaltlich verständlich, und darauf kommt es letztlich an.

Das europäische Ayn Rand Institute möchte sich dann auch mit der Förderung von Rands übersetzten Werke begnügen. Ich hätte mir etwas mehr von dem Institut erhofft. Es ist insgesamt gut, dass die Lücken gefüllt werden und nun Rands Werke auf Deutsch erscheinen. Wer sich für eine eher akademische Herangehensweise an Rands Denken interessiert, ihre Philosophie lernen möchte, die Geschichte und verwandte Denker, ist weiterhin bei mir gut aufgehoben. So fügt sich das alles gut zusammen.

Zu „Für die neuen Intellektuellen“ bei Amazon.

Zu „Die Tugend des Egoismus“ bei Amazon.

Ein Leben des Lebens wegen

Charles Ernest Butler: Tod eines Wikingerkriegers (1909)

Charles Ernest Butler: Tod eines Wikingerkriegers (1909)

Die schönste Stelle im Gesamtwerk der amerikanischen Philosophin und Romanautorin Ayn Rand findet sich meiner Ansicht nach in „We the Living“. Das ist Rands früher semi-autobiografischer Roman über das Leben in der Sowjetunion. In der Passage geht es um die einzige Geschichte über einen Helden, den die junge Protagonistin Kira, ein russisches Mädchen, als Kind gelesen hat. Die Zusammenfassung der Geschichte in „We the Living“ ist bereits ein Vorbote von Rands späterer Philosophie.

Ergänzung: Wie ich erfahren habe, gab es in den 1950er-Jahren eine deutsche Übersetzung, die „Vom Leben unbesiegt“ heißt. Davon besitze ich keine Ausgabe. Ich habe die Stelle im Folgenden selbst ins Deutsche übersetzt: Weiterlesen

Garantierte Expektorationen

Garantierte Exporationen heißt die neue Aphorismensammlung des Philosophen Michael Wollmann. Wie die Vorgänger Tradierte Aberrationen, Segregierende Egregationen und Entgrenzte Grauzonen beweist auch Garantierte Exporationen das Gespür Wollmanns für den Titel-Geschmack eines Massenpublikums. Wie gewohnt macht er mit anspruchsvollen Aphorismen die Bestsellerlisten unsicher, oder zumindest meinen Bücherschrank. Weiterlesen