Wie Terra X die Geschichte zerstört

Geschichtsfenster: Terra X, Müll und das Mittelalter - Ein Reaktionsvideo, YouTube

Das ZDF-Dokuprogramm Terra X verbreitet regelmäßig Falschheiten über mittelalterliche Geschichte. Die Dokus sind von Fehlern, Klischees und fantastischen Interpretationen durchtränkt. Unter anderem diesem Thema widmet sich der YouTube-Kanal Geschichtsfenster mit Bezug auf Experten und Originalquellen. Mein Tipp.

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Wir sollten nach unseren Möglichkeiten ethisch handeln

In einer Diskussion reagierte ein Kommentator empört auf eines meiner ethischen Prinzipien. Es lautet: „Wir sollten bewusst empfindenden Lebewesen nicht absichtlich Leid zufügen, sofern das nicht für höhere Werte wie Gesundheit und Leben des Menschen notwendig ist.“ Nun kann man dieses Prinzip gerne kritisieren, versuchen es präziser zu formulieren, Schwachpunkte und Missverständnisse aufzeigen. Doch die Reaktion hatte mit all dem nichts zu tun.

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Baut euch kein Internet-Weltbild zusammen

Lest immer auch (populär-)wissenschaftliche Mainstream-Literatur. Schaut euch nie nur YouTube-Videos, Internet-Artikel und weltanschaulich geprägte Bücher an. Das ist eine richtig schlechte Idee, denn im Internet wollen euch viele Leute irreführen oder sie haben sich selbst irregeführt und geben es an andere weiter. (Ja, lest auch wissenschaftliche Literatur und vergleicht es mit dem, was ich sage. Das macht mir keine Sorgen, das würde mich sehr freuen).

Das verdeutlicht aus meiner Sicht aktuell der Fall des einstmals atheistischen Biologen Günter Bechly, der im Darwin-Jahr 2009 die größte Evolutionsausstellung Deutschlands organisierte, Der Fluss des Lebens. Daran erinnere ich mich, weil ich damals die Darwin-Jahr-Website für die Giordano Bruno Stiftung redaktionell betreut hatte. Und jetzt vertritt Bechly Intelligent Design.

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Die Mythen der Neuen Atheisten

Antitheistische Aktivisten verbreiten ebenso Mythen wie ihre christlichen Gegenspieler. Tatsächlich ergibt das pseudohistorische Mythensammelsurium der Neuen Atheisten ein irrationales Weltbild, das sich kaum von den Großen Erzählungen der Religionen unterscheidet.

Ist Weihnachten eigentlich heidnisch? Nein. Haben Christen die Bibliothek von Alexandria niedergebrannt? Nein. Hat die Kirche die Wissenschaft unterdrückt? Nein, im Gegenteil. Ich habe allerlei pseudohistorischen Mist geglaubt in der Zeit meines neoatheistischen Kreuzzugs vor rund 10 Jahren.

Religionskritische Naturwissenschaftler wie Richard Dawkins, Carl Sagan und Sam Harris, der Philosoph A. C. Grayling sowie der Polemiker Christopher Hitchens, die keine Ahnung von Geschichte haben, verbreiten oder verbreiteten solchen Unsinn. Und ich habe einige der antitheistischen Mythen geglaubt, weil ich die Neuen Atheisten als Autoritäten verstand, als Wissenschaftler und Denker. Als Lehrer, die es besser wissen als ich.

Hier also ein weiterer Eintrag zum Thema „Aufklärung über die Aufklärung“: Die wichtigsten neoatheistischen Mythen und ihre Widerlegung.

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Jetzt lese ich Bibelgeschichten vor

Kiel bei Nacht (Foto: Andreas Müller)
Heilige Geschichten mit Andreas Müller

In der Serie „Heilige Geschichten“ lese ich Texte aus heiligen Schriften vor und kommentiere sie.

Den Anfang macht die alttestamentarische Geschichte über die Opferung von Jiftachs Tochter. Diese ist auch als „Seila“ oder „Iphis“ bekannt. Eine faszinierende Ergänzung zu der Geschichte über Abraham und Isaak.

Kleine Korrektur: Der Name des Engels in der Geschichte über Abraham und Isaak wird im Bibeltext nicht genannt.

Die Geschichte zum Nachlesen: Einheitsübersetzung. Richter Buch 11, Verse 29-40.

Die von mir empfohlene Bibelausgabe: Stephen Prickett, Robert P Carroll: The Bible. Authorized King James Version. Oxford World’s Classic. Oxford University Press, 1998.

Der Niedergang des Neuen Atheismus

Ein neuer Weg (Foto: Andreas Müller)

„Wir sind eines Morgens aufgewacht und die atheistischen Blogger waren alle Social-Justice-Blogger geworden. Ansonsten hatte sich nichts verändert, weil sich ansonsten nichts verändern musste (…) Der sozialistische Flügel der demokratischen Partei scheint sich eines ähnlichen Modells zu bedienen.“

(Scott Alexander: New Atheism. The Godlessness that Failed)

Die religionskritische Bewegung, die meine Jugend prägte, gibt es nicht mehr. An ihre Stelle ist ein ideologischer Mob von autoritären Sozialisten getreten. Doch wie konnte es soweit kommen?

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Schafft sich der Liberalismus selbst ab?

Patrick J. Jeneen: Warum der Liberalismus gescheitert ist. 2019. Verlag: Muery Salzmann.

„Warum der Liberalismus gescheitert ist“ von Patrick J. Deneen ist eine unbedingt ernstzunehmende Kritik am Liberalismus. Mit „Liberalismus“ ist hier die Ideologie gemeint, die seit mehreren hundert Jahren den Westen prägt: Die der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Befreiung des Individuums. Wie Deneen ausführt, hat diese Ideologie eine innere Logik, die zur Selbstabschaffung des Liberalismus führe.

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Asche auf Euer Haupt

Die Aktionskünstler des Zentrums für Politische Schönheit errichteten in der Nähe des Reichstags eine Säule mit der Asche von in Auschwitz Ermordeten. Die Aktion wurde von verschiedenen Kreisen, darunter vom Zentralrat der Juden und von der AfD-Fraktion Berlin, kritisiert und das ZPS entschuldigte sich schließlich für eine Verletzung religiöser Gefühle.

Wenn sich jemand für die Verletzung religiöser Gefühle entschuldigt, ist das schon einmal ein Warnsignal. Bedenkt man die Hintergründe und den Kontext der Aktion, teile ich die Meinung des Historikers Götz Aly dazu: Ich finde sie insgesamt gut. Und ich kann die Kritik rund um eine angeblich „gestörte Totenruhe“ angesichts dessen, wo die Asche vorher war – irgendwo verstreut und keineswegs bestattet – nicht nachvollziehen. Weiterlesen „Asche auf Euer Haupt“

Das Nürnberger Christkind Benigna Munsi und das Schicksal der Indianer

Der AfD-Kreisverband München veröffentlichte auf Facebook einen Beitrag mit einem Foto des neuen Nürnberger Christkinds Benigna Munsi, begleitet von den Worten: „Nürnberg hat ein neues Christkind. Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen.“ Munsi hat einen indischen Vater und eine braune Hautfarbe. Offenbar wird das weiße, deutsche Volk in den Augen des AfD-Kreisverbands bald vertrieben bis ausgerottet wie einst die Indianer – und zwar durch nicht-weiße Christkinder.

Das ist immerhin eine Bedrohung, von der man bislang wenig mitbekommen hat. Und trifft es zu, steht uns eine unterhaltsame Endzeit-Schlacht bevor. Fliegende Christkinder bewerfen die rassenreinen Deutschen mit Lebkuchen, bis sie sozusagen vom multikulturellen Weihnachten erschlagen werden. Ich schrieb dazu: „Die Heiligen Drei Könige werden dieses Jahr von Weißen gespielt und nicht von Arabern oder Schwarzen – obwohl die Könige aus dem Morgenland kamen. Bald wird es uns wie den Indianern gehen.“ Tatsächlich lassen sich aus dem Indianer-Spruch eine ganze Reihe lustiger Meme basteln.

Dieser wahnsinnig dumme Facebook-Beitrag war Anlass einer gar nicht so dummen Debatte auf Facebook zwischen Akif Pirinçci und mir. Es ging um Kultur, Tradition, negative Diskriminierung und Intersektionalismus. Dadurch konnte ich meine eigenen Gedanken und Argumente zum Thema schärfen. Die möchte ich nun hier darlegen. Weiterlesen „Das Nürnberger Christkind Benigna Munsi und das Schicksal der Indianer“

Liberale Kriegslieder

Im müden, postmodernen Deutschland ist es unvorstellbar geworden, dass irgendwer noch für seine Werte und Überzeugungen eintritt. Dafür bräuchte man schließlich Überzeugungen. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts zogen die Vormärz-Revolutionäre für die Freiheit in die Schlacht. Sie wollten die Fürstenherrschaft stürzen und die Republik ins Leben rufen.

Damals erschallte liberaler Schlachtengesang – einige wenige Lieder dieser Art werden heute noch geschrieben. Hier sind freiheitliche Kriegslieder von damals – und von heute. Weiterlesen „Liberale Kriegslieder“

Aus dem „Katechismus der Deutschen“

Ich möchte hier meine drei Lieblingskapitel aus Heinrich von Kleists „Katechismus der Deutschen“ aus dem Jahr 1809 zitieren. Kleist formuliert darin mächtige Gedanken, die zum Nachdenken anregen und die ich nicht vergessen kann, seit ich sie zum ersten Mal gelesen habe. Es geht um die Fragen: „Warum sollten wir unser Vaterland lieben“?, „Wie ist der zu bewerten, der zu grundlegenden Fragen keine Partei ergreift?“ und „Welches Opfer ist die Freiheit wert?“ Weiterlesen „Aus dem „Katechismus der Deutschen““

Der grüne Nervenzusammenbruch

Der Öko-Glaube der Deutschen hat als weltliche Religion den Nachteil, dass man nicht einmal darauf hoffen kann, erlöst zu werden oder in den Himmel zu kommen.

Zu meinem neuen Artikel bei Novo: Der grüne Nervenzusammenbruch

Ich meinte ja, dass ich mich nur noch im Zusammenhang mit kulturellen Analysen mit der Tagespolitik befassen würde und nicht mehr in Form von kurzen Kommentaren hier im Blog. Der neue Novo-Artikel ist ein Beispiel für eine kulturelle Analyse. Es geht darin nicht um die Kommentierung einzelner tagesaktueller Ereignisse (wie „Das Dieselverbot ist dumm“), sondern um eine Analyse der größeren Zusammenhänge. Viel Spaß mit Der grüne Nervenzusammenbruch.

Hassrede für die Freiheit

Gegen den „Hass“ agitieren sie wieder, die Freiheitsfeinde. Und Hass ist immer das, was die anderen tun, die anderer Meinung sind. Die sich nicht fügen wollen dem eigenen Willen, dem eigenen Herrschaftsanspruch. Aber wer Emotionen wie Hass verbieten will, wird von anständigen Menschen gehasst.

Wie der Vormärz-Dichter Georg Herwegh von der Obrigkeit gehasst wurde, der im Jahr 1841 die folgenden Worte schrieb: Weiterlesen „Hassrede für die Freiheit“