Danke, Jesus!

Ich lese gerade „Die Erfindung des Individuums: Der Liberalismus und die westliche Welt“ vom amerikanischen Ideenhistoriker (verdammt, das wäre genau mein Fachgebiet gewesen, aber das gibt es kaum an Universitäten!) Larry Siedentop. Seine These ist, dass das Christentum stark zur Entwicklung des Individualismus im Westen beigetragen hat. Dem stimme ich grundsätzlich zu. Und ich weiß es außerdem bereits aus meinen eigenen Nachforschungen – nur um hier mal ein paar Leute zu schockieren, die etwas anderes angenommen hatten. Weiterlesen

Wir sollten Muslime nicht belügen

Sagt ihnen die Wahrheit. Und nichts als die Wahrheit (Bild: WikiImages Kinder in der arabischen Welt, pixabay, CC0

Sagt ihnen die Wahrheit. Und nichts als die Wahrheit (Bild: WikiImages: Kinder in der arabischen Welt, pixabay, CC0

Der geschätzte Jorge Arprin hat im libertären Blog Freitum einen Artikel namens „Islam: Warum wir eine falsche Koran-Interpretation brauchen“ publiziert. Er fordert darin: „Es braucht Imame, die den Propheten Mohammed so reinwaschen wie die Linkspartei die DDR: Verdreht, leugnet und ignoriert den Koran. Die ganze Menschheit würde davon profitieren.“ Das denke ich nicht.

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Reiche sind keine Fronherren mehr

Mir ist aufgefallen, dass die Vorurteile gegen reiche Unternehmer der Beurteilung von mittelalterlichen Fronherren entspricht. Man wirft ihnen vor, sie hätten:

  1. ihren Reichtum nicht verdient.
  2. ihr Geld vom reichen Vater geerbt.
  3. ihr Geld durch die Ausbeutung der Armen erhalten. Und nur deren physische Arbeit würde den Wert produzieren, den sie feilbieten.
  4. sie würden ihre Kunden betrügen.
  5. sie würden Macht über ihre Mitarbeiter ausüben.
  6. die kapitalistischen „Raubbarone“ wären für Sklaverei verantwortlich.

Das stimmt alles – aber nur für mittelalterliche Fronherren. Die Fürsten und anderen Fronherren des Mittelalters bis hin zum Absolutismus erhielten tatsächlich ihren Reichtum als Erbe oder als politisches Geschenk. Sie beuteten wirklich die Armen aus. Sie haben wirklich ihre Kunden systematisch und nicht nur in bestimmten Fällen betrogen (u.a. durch das Gildensystem, das Wettbewerb und Produktqualität reduzierte). Sie haben wirklich in das Privatleben ihrer Untergebenen eingegriffen und ihnen sogar gesagt, wen sie zu heiraten hatten. Ihre Produkte waren vor allem Ergebnis der physischen Arbeit ihrer „Mitarbeiter“. Und sie waren häufig Sklavenhalter.

Nichts davon stimmt für kapitalistische Unternehmer. Diese bekommen auf einem freien Markt ausschließlich dadurch Geld, indem sie Werte produzieren, die andere Menschen ihnen freiwillig abkaufen. Sie erzeugen Werte weit über dem, was mit der physischen Arbeit erreicht wird. Die führenden „Raubbarone“ (Großunternehmer des 19. Jahrhunderts) hatten die Sklaverei bereits abgelehnt. Etc.

Offenbar ist die öffentliche Wahrnehmung der „Reichen“ einfach vom Mittelalter auf den Kapitalismus übertragen worden. Obwohl sich die Art und Weise, wie man reich wird, vollkommen geändert hat. Kapitalismuskritiker sind so reaktionär, dass ihr politisches Weltbild über tausend Jahre alt ist und sich gänzlich unbeeindruckt zeigt von den revolutionären Veränderungen seit der Industrialisierung.

Churchill über den Islam

Sir Winston Churchill, 1942. Library of Congress, Reproduction number LC-USW33-019093-C

Sir Winston Churchill, 1942. Library of Congress, Reproduction number LC-USW33-019093-C

In dieser Reihe übersetze und veröffentliche ich die Meinungen von historischen Persönlichkeiten über den Islam. Diesmal äußert sich Sir Winston Churchill (1874-1964). Er war von 1940 bis 1945 und wieder von 1951 bis 1955 britischer Premierminister. Er ist vor allem für seine zentrale Rolle im Krieg gegen Nazi-Deutschland bekannt. Im Jahr 2002 wurde er als größter Brite aller Zeiten geehrt.

Im Sudan und in Indien war Churchill während der Jahrhundertwende persönlich an Kämpfen gegen muslimische Gotteskrieger beteiligt. In mehreren Büchern wie The Story of the Malakand Field Force und The River War warnte Churchill vor dem Aufstieg des Islams. Im Jahr 1938 warnte Churchill ebenso erfolglos in einer Radioansprache vor einer Appeasement-Politik gegenüber den Nazis. Ein Auszug:

„Die Radiosender, in denen man sich noch unzensiert äußern kann, stellen ihren Betrieb ein; die Lichter gehen aus; aber es ist noch Zeit für jene, denen die Freiheit und die parlamentarische Regierung etwas bedeuten, sich gemeinsam zu beraten. Lassen Sie mich also aufrichtig und ernsthaft sprechen, solange noch Zeit ist.“

Churchill über den Islam:

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Schopenhauer über den Islam

Jules Lunteschütz (1822–1893): Arthur Schopenhauer, 1859

Jules Lunteschütz (1822–1893): Arthur Schopenhauer, 1859

In dieser Reihe übersetze und veröffentliche ich die Meinungen von historischen Persönlichkeiten über den Islam. Diesmal äußert sich der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860). Der amerikanische Philosoph Leonard Peikoff sagte über Schopenhauers Pessimismus: „Solche Philosophien zerstören den Menschen, machen ihn lebensunfähig.“ (The Philosophy of Objectivism: Lecture Series. Lecture 8). Andererseits war Schopenhauer auch bekannt für die unverblümte Darstellung menschlicher Fehler, die man gewöhnlich aus Höflichkeit verschweigt. Weiterlesen

Thomas von Aquin über den Islam

Benozzo Gozzoli, „Triumph des Hl. Thomas von Aquin über Averroes“ (1468/84). Thomas sitzt zwischen Aristoteles und Platon, vor ihm liegt niedergeworfen Averroes

Benozzo Gozzoli, „Triumph des Hl. Thomas von Aquin über Averroes“ (1468/84). Thomas sitzt zwischen Aristoteles und Platon, vor ihm liegt niedergeworfen Averroes (ein muslimischer Philosoph).

In dieser Reihe übersetze und veröffentliche ich die Meinungen von nicht-muslimischen historischen Persönlichkeiten aus Ost und West über den Islam. Diesmal äußert sich der Aristoteliker Thomas von Aquin (1225-1274), einer der bedeutendsten Philosophen der Geschichte. Katholische Christen verehrten ihn als Heiligen. Die atheistische Denkerin Ayn Rand sagte über ihn: „Ich halte Thomas von Aquin für den größten Philosophen neben Aristoteles.“ (Letters 634).

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