Transgender Revisited

Die Struktur meiner bisherigen drei Beiträge zum Thema Transgender war unglücklich. Ich hatte sie in der Filterblase meiner Gedankenwelt geschrieben und den gesellschaftlichen Kontext kaum einbezogen. Das Thema diente als Illustration einiger meiner erkenntnistheoretischen Auffassungen, wozu sich ein gesellschaftspolitisches heißes Thema natürlich gar nicht eignet.

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Ende Gelände und ihre nützlichen Idioten

Der Verfassungsschutz sollte Fridays for Future im nächsten Bericht erwähnen und führende Aktivisten beobachten. Das hat sich das Klimabündnis mit seinen Solidaritätserklärungen für „Ende Gelände“ redlich verdient.

Verfassungsfeindliche Ideologen verfolgen unterschiedliche Strategien zur Beeinflussung der Öffentlichkeit. Die Strategien von Rechtsextremisten sind im Zusammenhang mit den Wahlerfolgen der AfD zum Glück vielen Bürgern bekannt geworden. Von den Strategien der Linksextremisten haben die meisten keinen blassen Schimmer.

Das zeigt die breite Solidarität, die das Aktionsbündnis „Ende Gelände“ auf Twitter hervorrufen konnte, nachdem der Berliner Verfassungsschutz die Regionalgruppe im Verfassungsschutzbericht 2019 erwähnte. Fridays for Future hat sich an der Solidaritätsaktion beteiligt. Auch Politiker von Grünen und Linkspartei haben Ende Gelände in Schutz genommen.

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Kann Ethik objektiv sein?

Ein Blick auf meine Ausführungen der vergangenen Jahre über eine objektive Ethik könnte ethische Relativisten mit Genugtuung erfüllen. Ich bekomme selbst den Eindruck, dass die Vertreter einer objektiven Ethik oder auch des „ethischen Realismus“ oftmals die von ihnen subjektiv bevorzugte Ethik voreilig als „objektiv“ und aus Tatsachen abgeleitet hinstellen.

Die atheistischen Vertreter einer objektiven Wahrheit über die richtige Ethik würden sich demnach desselben Fehlers schuldig machen wie ihre religiösen Gegenstücke, für die Gottes vermeintliches Wort die Quelle der einzig wahren Moral ist. Und während Hybris ein moralischer Fehler von ethischen Realisten sein kann und oft war, denke ich, dass das hauptsächliche Problem anderswo liegt: Im schieren Ausmaß der Herausforderung, das zu Vereinfachungen und Fehlschlüssen einlädt, um zu einer Antwort zu gelangen.

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Der Niedergang des Neuen Atheismus

„Wir sind eines Morgens aufgewacht und die atheistischen Blogger waren alle Social-Justice-Blogger geworden. Ansonsten hatte sich nichts verändert, weil sich ansonsten nichts verändern musste (…) Der sozialistische Flügel der demokratischen Partei scheint sich eines ähnlichen Modells zu bedienen.“

(Scott Alexander: New Atheism. The Godlessness that Failed)

Die religionskritische Bewegung, die meine Jugend prägte, gibt es nicht mehr. An ihre Stelle ist ein ideologischer Mob von autoritären Sozialisten getreten. Doch wie konnte es soweit kommen?

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Das Fundament von Ayn Rands Ethik erklärt

Die Widerlegung von Ayn Rands Metaethik war eine der größten Erschütterungen meines Weltbilds.

Wie sich gezeigt hat, weiß praktisch niemand, was das überhaupt bedeuten soll. Und das sogar unter Ayn Rands Anhängern, mit Ausnahme einiger weniger Akademiker, die sich beruflich mit ihrer Philosophie befassen. Wir Philosophen haben das Problem, dass wir von einem großen Lebensereignis betroffen werden können, das so abstrakt ist, dass es fast niemand versteht.

Die großen Lebensereignisse von normalen Menschen sind Dinge wie der erste Kuss, die Heirat, der Tod eines engen Familienmitglieds, ein wichtiger Schritt in der Karriere. Nicht die Widerlegung einer Metaethik.

Ich habe schon einmal versucht, die Bedeutung und die Implikationen dieses Ereignisses zu erklären, aber ich habe bei diesem Versuch zu viel vorausgesetzt. Nun hole ich etwas weiter aus. Ich erkläre, was eine Metaethik ist, warum uns das nicht egal sein kann und wie die Metaethik von Ayn Rand aussieht. Und in einem folgenden Teil erkläre ich, warum sie falsch ist.

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Müssen wir an etwas glauben?

Wir sollten nur an das Wirkliche glauben. Nur an das, was überprüfbar in der objektiven Realität existiert. An das, was auf Beobachtungen beruht, die letztlich auf Sinneseindrücke zurückgeführt werden können. Wir sollten Realisten sein. Letztlich erfordert das keinen wirklichen „Glauben“, sondern Belege.

Vermeintliche Gegenbeispiele wie Liebe und die Willensfreiheit ließen mich unbeeindruckt. Schließlich lieben wir wirklich – anhand von Worten, Handlungen und Gedanken überprüfbar – bestimmte Menschen, werden wirklich geliebt (wenn wir Glück haben), und die Willensfreiheit können wir durch Introspektion und anhand logischer Argumente nachvollziehen.

Oder ist das nur eine Geschichte, an die ich geglaubt habe?

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Jeder Mensch ist „systemrelevant“

Der zurzeit häufig genutzte Begriff „systemrelevant“ ist unmenschlich. Wir sollten auf ihn verzichten. Dieser kollektivistische Begriff ist der Politik der Exklusion zuzuordnen. Es ist ein Unwort, vielleicht das Unwort des Jahres 2020.

Jeder Mensch ist „systemrelevant“. In unserer aktuellen Krise gibt es lediglich bestimmte Berufsgruppen, die für die Bewältigung und Überwindung der Krise besonders wichtig sind. Darunter Ärzte, Pfleger und jene, die in der Produktion und dem Verkauf von Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs tätig sind.

Solche Berufe sind besonders wichtig in unserer außergewöhnlichen Notfallsituation. Sie sind insofern vielleicht „pandemierelevant“, „notfallrelevant“ oder „katastrophenrelevant“.

Doch ohne den Rest der Menschen in Deutschland und auch in anderen Ländern ließen sich diese „systemrelevanten“ Berufe nicht dauerhaft finanzieren. Könnte es eine Gesellschaft geben, in der nur Menschen wie Ärzte, Krankenschwestern, Bäcker arbeiten würden? Natürlich nicht. Die Bürger müssen erst einmal das Geld erwirtschaften, um ihr tägliches Brot und Epidemiologen bezahlen zu können. Und auch jene, die nicht arbeiten können, gehören zu unserer Gemeinschaft, zu unseren Familien, zu unserem „System“.

Wir hängen alle mit drin, wir leben alle zusammen in einer Gemeinschaft. Es ist eben gerade nicht die Zeit, Menschen gegeneinander auszuspielen, indem man einige als „systemrelevant“ und andere als verzichtbar hinstellt.

Wie die Aufklärung uns verführen kann

Ich sehe mich schon seit gut 15 Jahren als Intellektueller im Dienste der Aufklärung. Erst während meines Journalismusstudiums war mir bitter klargeworden, dass niemand außerhalb meiner Filterblase weiß, was das eigentlich ist. Und dass kaum jemand sonst sich in dieser Rolle sieht.

Hier gehe ich der Frage auf den Grund, welchen Auftrag jene haben, die sich in der Tradition der Aufklärung verorten. Und reflektiere über die Vorteile und die Schattenseiten, die das radikale aufklärerische Denken in meinem Leben hatte.

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Schafft sich der Liberalismus selbst ab?

„Warum der Liberalismus gescheitert ist“ von Patrick J. Deneen ist eine unbedingt ernstzunehmende Kritik am Liberalismus. Mit „Liberalismus“ ist hier die Ideologie gemeint, die seit mehreren hundert Jahren den Westen prägt: Die der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Befreiung des Individuums. Wie Deneen ausführt, hat diese Ideologie eine innere Logik, die zur Selbstabschaffung des Liberalismus führe.

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Das Recht, zu urteilen

Ich bin ein Mensch mit starken Überzeugungen. Einst war ich als „Taliban der Aufklärung“ (Michael Schmidt-Salomon) bekannt. Meine Überzeugungen finden teilweise großen Anklang, teilweise stoßen sie auf heftige Ablehnung. So weit, so gut. Leider wird mir oftmals streitig gemacht, diese Überzeugungen offen vertreten oder sie auch nur in meinem Kopf beherbergen zu dürfen. Es heißt, ich würde anderen ihr Leben vorschreiben wollen.

Das möchte ich nicht – und habe es nie behauptet, im Gegenteil. Ich fordere keine Gesetze, die Rechte und Freiheiten meiner Mitbürger einschränken. Hier ist das, was ich tun möchte: Ich möchte zu einem Mann, der seine Frau betrügt (oder umgekehrt) sagen dürfen: Ich finde, dass sich Partner treu sein sollten und daher verurteile ich Dein Verhalten. Ich möchte zu jemandem, der sich täglich betrinkt sagen dürfen: Ich denke, das ist weder gut für Dich noch andere, und ich verurteile Dein Verhalten. Das ist alles. Wenn sie es trotzdem machen, ist es ihre Sache. Aber es ist meine Sache, sie zu be- und verurteilen, wenn ich das möchte.

Verhängnisvollerweise verstehen viele Menschen den Unterschied zwischen Ethik und Politik nicht. Oder den Unterschied zwischen der Beurteilung einer Ethik und dem Verbot, eine Ethik zu leben. Darum liefere ich in diesem Beitrag eine präzise und differenzierte Erklärung, warum jeder Bürger jeden anderen als unmoralisch oder als guter Mensch beurteilen darf.

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Bauernprotest: Sind auch die Landwirte schuld?

Mit den Bauerndemos demonstrieren Landwirte gegen widersprüchliche, existenzbedrohende Gesetze. Sie möchten nicht mehr als Buhmann der Nation angesehen werden und viele fühlen sich nicht länger demokratisch vertreten. Ich unterstütze den Bauernprotest. Am Rande übe ich auch eine Kritik: Die Landwirte haben sich ihre Probleme teilweise selbst zuzuschreiben.

Und zwar, indem sie ihren politischen Gegnern immer weiter entgegengekommen sind bei Themen wie Arten-, Tier-, Gewässerschutz, Genfood und Pestizideinsatz – als die wirklichen Probleme in diesen Bereichen schon längst gelöst waren. Und, indem sie kaum etwas für ihre ideologische Selbstverteidigung getan haben. Weiterlesen