Der Niedergang des Neuen Atheismus

„Wir sind eines Morgens aufgewacht und die atheistischen Blogger waren alle Social-Justice-Blogger geworden. Ansonsten hatte sich nichts verändert, weil sich ansonsten nichts verändern musste (…) Der sozialistische Flügel der demokratischen Partei scheint sich eines ähnlichen Modells zu bedienen.“

(Scott Alexander: New Atheism. The Godlessness that Failed)

Die religionskritische Bewegung, die meine Jugend prägte, gibt es nicht mehr. An ihre Stelle ist ein ideologischer Mob von autoritären Sozialisten getreten. Doch wie konnte es soweit kommen?

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Übersicht: Die wichtigsten Beiträge über Ayn Rands Ethik

Einigen Lesern waren meine letzten drei Beiträge über Ayn Rands Metaethik zu anspruchsvoll. Immerhin konnte ich mit dem dritten Beitrag der Serie bei manchen zum ersten Mal für eine grundlegende Klarheit sorgen.

Um weitere Mysterien zu erkunden: Hier findet ihr eine Übersicht über meine wichtigsten Texte zu Ayn Rands Philosophie allgemein, Rands Antwort auf den Sein-Sollen-Fehlschluss, Rands Metaethik und ihre Ethik.

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Das Fundament von Ayn Rands Ethik erklärt

Die Widerlegung von Ayn Rands Metaethik war eine der größten Erschütterungen meines Weltbilds.

Wie sich gezeigt hat, weiß praktisch niemand, was das überhaupt bedeuten soll. Und das sogar unter Ayn Rands Anhängern, mit Ausnahme einiger weniger Akademiker, die sich beruflich mit ihrer Philosophie befassen. Wir Philosophen haben das Problem, dass wir von einem großen Lebensereignis betroffen werden können, das so abstrakt ist, dass es fast niemand versteht.

Die großen Lebensereignisse von normalen Menschen sind Dinge wie der erste Kuss, die Heirat, der Tod eines engen Familienmitglieds, ein wichtiger Schritt in der Karriere. Nicht die Widerlegung einer Metaethik.

Ich habe schon einmal versucht, die Bedeutung und die Implikationen dieses Ereignisses zu erklären, aber ich habe bei diesem Versuch zu viel vorausgesetzt. Nun hole ich etwas weiter aus. Ich erkläre, was eine Metaethik ist, warum uns das nicht egal sein kann und wie die Metaethik von Ayn Rand aussieht. Und in einem folgenden Teil erkläre ich, warum sie falsch ist.

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Wie die Aufklärung uns verführen kann

Ich sehe mich schon seit gut 15 Jahren als Intellektueller im Dienste der Aufklärung. Erst während meines Journalismusstudiums war mir bitter klargeworden, dass niemand außerhalb meiner Filterblase weiß, was das eigentlich ist. Und dass kaum jemand sonst sich in dieser Rolle sieht.

Hier gehe ich der Frage auf den Grund, welchen Auftrag jene haben, die sich in der Tradition der Aufklärung verorten. Und reflektiere über die Vorteile und die Schattenseiten, die das radikale aufklärerische Denken in meinem Leben hatte.

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Einmal weniger Mob, bitte

Ich verbringe privat deutlich weniger Zeit in den sozialen Medien. Wer dort über Themen wie Politik, Wirtschaft und Kultur diskutieren möchte, wird sich bald von Links- und Rechtsextremisten und Verrückten umringt sehen. Das Niveau auf Facebook und Twitter war schon immer gering, aber hat gefühlt über die Jahre weiter nachgelassen. Ich würde auch anderen empfehlen, dort weniger Zeit zu verbringen.

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Das Recht, zu urteilen

Ich bin ein Mensch mit starken Überzeugungen. Einst war ich als „Taliban der Aufklärung“ (Michael Schmidt-Salomon) bekannt. Meine Überzeugungen finden teilweise großen Anklang, teilweise stoßen sie auf heftige Ablehnung. So weit, so gut. Leider wird mir oftmals streitig gemacht, diese Überzeugungen offen vertreten oder sie auch nur in meinem Kopf beherbergen zu dürfen. Es heißt, ich würde anderen ihr Leben vorschreiben wollen.

Das möchte ich nicht – und habe es nie behauptet, im Gegenteil. Ich fordere keine Gesetze, die Rechte und Freiheiten meiner Mitbürger einschränken. Hier ist das, was ich tun möchte: Ich möchte zu einem Mann, der seine Frau betrügt (oder umgekehrt) sagen dürfen: Ich finde, dass sich Partner treu sein sollten und daher verurteile ich Dein Verhalten. Ich möchte zu jemandem, der sich täglich betrinkt sagen dürfen: Ich denke, das ist weder gut für Dich noch andere, und ich verurteile Dein Verhalten. Das ist alles. Wenn sie es trotzdem machen, ist es ihre Sache. Aber es ist meine Sache, sie zu be- und verurteilen, wenn ich das möchte.

Verhängnisvollerweise verstehen viele Menschen den Unterschied zwischen Ethik und Politik nicht. Oder den Unterschied zwischen der Beurteilung einer Ethik und dem Verbot, eine Ethik zu leben. Darum liefere ich in diesem Beitrag eine präzise und differenzierte Erklärung, warum jeder Bürger jeden anderen als unmoralisch oder als guter Mensch beurteilen darf.

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Sollte man mit Nazis reden?

Man sollte generell mit den Menschen reden. Vor allem mit denen, die eine andere Weltanschauung haben. Im Dialog lernt man einerseits, seine Argumente zu schärfen und seine eigenen Überzeugungen zu hinterfragen, andererseits lernt man Verständnis für die Überzeugungen anderer.

Ich bin jemand, der schon mit allen möglichen Leuten online und offline geredet hat und auch jemand, der sehr genau weiß, wie es ist, ausgegrenzt zu werden. Wie es ist, wenn sich jemand weigert, mit einem zu reden. Und sogar, wie es ist, wenn fast niemand im eigenen sozialen Umfeld mit einem redet.

Die Einstellung der Kommunikation ist eine extreme Maßnahme. Nicht mit jemandem zu sprechen bedeutet, dass man dieser Person den sozialen Tod wünscht. Es ist eine Maßnahme, die gerechtfertigt und genau bedacht sein muss.

Ich bin mir allerdings mit Michael Blume, Landesbeauftragter gegen Antisemitismus von Baden-Württemberg, einig, dass es bestimmte Leute gibt, mit denen man tatsächlich nicht reden sollte. Weiterlesen

Feuerbringer rettet die Demokratie

Und zwar im Alleingang! Aber ihr dürft gerne mitmachen.

Ich hatte ein kleines Gespräch mit „Hartes Geld“ auf Twitter, der jüngst deutschlandweite Berühmtheit (oder Berüchtigtheit) erlangte. Der Vorsitzende des Bundestags-Rechtsausschusses Brandner (AfD) retweetete nämlich einen seiner Tweets mit Bezug zum Anschlag in Halle, der als antisemitisch empfunden wurde. Ich glaube zwar nicht, dass er antisemitisch gemeint war (Ergänzung: Der Tweet! Der Anschlag war natürlich antisemitisch motiviert!), allerdings habe ich trotzdem keine hohe Meinung von diesem oder den anderen Tweets von „Hartes Geld“. Wir kommen beide aus einer libertären Tradition und das war die Grundlage unserer Unterhaltung. Ich fragte mich, wie er vom Libertarismus dort landen konnte, wo er jetzt ist.

Zum ersten Mal ist außerdem das Unglaubliche geschehen: Ich konnte eine lange philosophische Debatte auf hohem Niveau mit jemandem auf Twitter führen. Obendrein ging es um Epistemologie, eines der schwierigsten Teilgebiete der Philosophie. Und niemand hat irgendwen „Hitler“ genannt.

Ferner habe ich mich mit der Uni Hamburg wegen des Umgangs mit Bernd Lucke angelegt, mit dem Bundesumweltministerium wegen dessen Aufforderung in Richtung Schweiz, die Atomkraftwerke stillzulegen und bei meinem Streit mit Ungleichheits-Feministen steht es ungefähr 90:1 gegen mich (habe ihn also gewonnen, da die Gegenseite nicht diskutiert, sondern nur auf Buttons klickt). Ich sollte noch mal darauf hinweisen, dass ich mit „Feministen“ keine Leute meine, die gleiche Rechte für Frauen fordern. Frauen sollen natürlich gleiche Rechte haben und die haben sie auch. Ein Problem habe ich vielmehr mit Privilegien, die moderne Feministen inzwischen fordern.

Ich war zudem mit Susanne Baumstark, einer Bloggerin und Leserin meines Blogs, bei der Debatte „Haltung zeigen oder selber denken?“ zwischen Matthias Politycki und Dr. Carsten Brosda. Die fand ich super und schreibe hier ein paar Zeilen dazu.

Es gibt übrigens eine weitere Möglichkeit, mich in freier Wildbahn anzutreffen. Und mir ganz persönlich alles über die Tamponsteuer zu erzählen. Oder wie sehr Lucke es verdient habe, von der Antifa und seinen Studenten angeschrien und geschubst zu werden. Weiterlesen

Feuerbringer in freier Wildbahn

Wer mich persönlich kennenlernen oder zu spannenden Debatten und Vorträgen (von anderen) begleiten möchte:

Ich bin am 14. Oktober 19 Uhr in der Freien Akademie der Künste in Hamburg. Da gibt es ein Gespräch zum Thema „Haltung zeigen oder selber denken?“ Der Titel allein ist Grund genug, dass ich mir das anhöre. Infos: https://www.akademie-der-kuenste.de/2019/141019.html

Am 21.10. bin ich um 19 Uhr in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Da gibt es einen Vortrag zum Thema „Ist Nietzsche noch aktuell?“ Infos: https://www.uni-hamburg.de/newsroom/veranstaltungen.html?event=40948

Am 29.10. bin ich ab 19 Uhr im Literaturhaus Hamburg bei der Diskussion „Welche Zukunft hat das Lesen?“ Infos: https://www.literaturhaus-hamburg.de/programm/veranstaltungen/2019-10-29/welche-zukunft-hat-das-lesen-3-where-have-all-readers-gone

Eventuell kommt noch etwas dazu. Teils kostet es Eintritt und eine Vorbestellung kann sinnvoll sein. Abendkasse wird meist auch gehen.

Vielleicht sehen wir uns dort, ich freue mich. Ihr könnt mir auch schreiben: feuerbringer(at)hotmail.de.

Feuerbringer gegen den Rest der Welt

Ich habe mich mal wieder mit Extremisten gestritten. Diesmal mit der Antifa. Und der Verfassungsschutz hat offen mitgelesen. Was irgendwie dumm für die Antifa ist – aber aus irgendwelchen Gründen hat sie das nicht gekümmert. Man fragt sich, was in deren Köpfen vorgeht.

Außerdem habe ich mich wieder mit Feministen gestritten. Diesmal über Tampons. Und es war unangenehmer als der Konflikt mit der Antifa. Fast so unangenehm wie ein älteres Streitgespräch mit einer Gruppe Neonazis, die auf ihrem Blog beschrieben haben, wie sie beim kommenden Bürgerkrieg Juden so in den Kopf schießen wollen, dass ihr Gehirn explodiert. Ich hatte mich damals über den Namen ihrer Nazi-Gruppe lustig gemacht. Dann haben sie mich bedroht und ich hatte den Verfassungsschutz auf ihren irren Blog hingewiesen, der schließlich offline ging. Punkt für mich!

Während die Zahl von Leuten in unserem Land zunimmt, die ihren islamischen Sexismus importieren, interessieren sich die Twitter-„Feministen“ für Dinge wie 9 Prozent weniger Steuern für Tampons zu bezahlen.

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Warum Rapture gescheitert ist

Rapture ist die fiktive Unterwasserstadt im Videospiel „Bioshock“. Darin existiert eine utopische Gesellschaftsordnung, die auf den Ideen des Gründers Andrew Ryan beruht. Diese Figur baut wiederum auf der US-amerikanischen Philosophin Ayn Rand auf und Rapture, mehr oder weniger, auf ihrer Philosophie Objektivismus. Bis vor kurzem war das auch meine eigene Weltanschauung.

Ein Leser hat mich gefragt, wie groß der Abstand zwischen der Ideologie von Andrew Ryan und Ayn Rand ist. Außerdem möchte ich auf die Frage eingehen, warum Rapture gescheitert ist. Weiterlesen

Was bleibt von Ayn Rands Ethik?

Nachdem ich einige Jahre lang Ayn Rands Ethik vertreten habe, schätze ich sie nun als formell widerlegt ein (genau genommen ihre Metaethik, was aber auch Folgen für ihre Ethik hat). Das hat auch Konsequenzen für die politische Philosophie und für die normativen Aspekte der Ästhetik, auf die ich noch zu sprechen kommen werde. Ich teile weiterhin größtenteils die objektivistische Metaphysik und Epistemologie. Wir sollten demnach mithilfe der Vernunft Schlüsse aus der beobachtbaren objektiven Realität ziehen.

Der Philosophie-Bereich des Feuerbringer-Magazins ist nur noch eine Baustelle mit Warnhinweisen. Auf lange Sicht soll sich das ändern. Obwohl Rands Metaethik unhaltbar ist, bleiben trotzdem wichtige Aspekte ihrer Ethik für mich gültig. Welche, das möchte ich hier zusammenfassen. Weiterlesen