Kutschera, Homoehe und Adoption

Meine Meinung zur Homoehe ist umstritten. Das ist insofern bemerkenswert, als ich keine Meinung zur Homoehe habe, aber da gilt wohl das Vorsorgeprinzip. Ich habe mir jedoch in einer Diskussion mit der AG Evolutionsbiologie eine Meinung zur Frage bilden können, unter welchen Umständen die Kinderaufzucht bei homosexuellen Paaren am besten gelingen kann.

Außerdem habe ich eine Meinung zu der Art, wie mir die neue Orthodoxie der Homoehe um die Ohren gehauen wurde. Und ich habe eine Meinung zum hessischen Wissenschaftsminister Boris Rhein, der offenbar „disziplinarische Schritte“ von der Uni Kassel gegen den Evolutionsbiologen und Homoehe-Kritiker Ulrich Kutschera erwartet. Weiterlesen

Aus dem Holocaust kann man nichts lernen

Ich bin zurück. Nach schweren Entzugserscheinungen schreibe ich wieder Artikel über Philosophie und Politik. Wie diesen. Ich hatte zwar nie aufgehört, philosophische Essays zu schreiben, allerdings habe ich die Rechte daran an das US-amerikanische Ayn Rand Institute übertragen. Sie dienen vor allem für interne Diskussionen, die meinen Blog-Lesern erst einmal nicht so viel nützen.

Zunächst möchte ich den Artikel „Die Bessermenschen und der Holocaust“ von Gerd Buurmann empfehlen und ein wenig kommentieren, der in der Printausgabe der auch ansonsten hervorragenden Jüdischen Rundschau vom März 2017 erschienen ist. Laut Buurmann kann man aus dem Holocaust nichts lernen, was man nicht ohne ihn genauso hätte wissen können.

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Das „Nicht genug Sex“-Argument

Ich habe gerade mal wieder in einer Facebook-Diskussion das „Nicht genug Sex“ oder „Du bekommst wohl keine Frau/Mann“-Argument gesehen, das jemand gegen einen anderen Diskutanten einsetzte, der sich skeptisch gegenüber dem „Brexit“ ausgesprochen hatte. Dieses „Argument“ ist inzwischen fast so häufig in Diskussionen anzutreffen wie das Reductio ad Hitlerum -Argument, das natürlich auch kein echtes Argument ist, sondern ein Denkfehler. Es wird von beiden verbliebenen Seiten des politischen Spektrums gebraucht (ich gehöre zu keinen davon). Also werfen wir einmal einen näheren Blick darauf.

(Anmerkung: Ein Leser wies mich dankenswerterweise darauf hin, dass der Versuch, ein solches Argument ernsthaft zu analysieren, zu einem ziemlich ekelerregenden Ergebnis führen musste und geführt hat. Somit ist das meine erste philosophische Analyse, die ich hiermit erst ab 18 Jahren freigebe).

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Moral Posing statt Moral

Auch veröffentlicht bei der Richard Dawkins Foundation.

Ich habe kürzlich mit jemandem auf der Straße geredet, der für eine große Umweltorganisation Spenden sammelt. Unter anderem ging es um die Rettung der Eisbären. Zuerst wolle ich einfach an ihm vorbeigehen wie an den Leuten von Amnesty International vor ein paar Wochen, aber als ich das bei Amnesty gemacht habe, wurde ich beinahe von einem Radfahrer erfasst. Also bitte. Die Unterhaltung hat mich auf eine Eigenschaft unserer Kultur aufmerksam gemacht. Weiterlesen

Rand über den Zweck von Philosophie

In der Reihe „Objektivismus in Stichpunkten“ geht es diesmal um die Fragen, wozu man sich überhaupt mit Philosophie befassen sollte und mit welchen Methoden?

Wozu braucht man Philosophie?

  • Jeder Mensch braucht Philosophie.
  • Metaphysik bestimmt „die Natur Deiner Handlungen – und Ziele“.
  • Epistemologie beeinflusst „den Grad Deines Selbstvertrauens – und Deines Erfolgs“.
  • Ethik befasst sich mit den „Entscheidungen und Handlungen, die den Verlauf Deines Lebens bestimmen“.
  • Politik „definiert die Prinzipien eines angemessenen Gesellschaftssystems“.
  • Ästhetik erforscht Kunst, die sich „mit den Bedürfnissen des menschlichen Geistes“ befasst.

Quelle: Ayn Rand: Philosophy, Who Needs It? In: Philosophy, Who Needs It?

Wie befasst man sich mit Philosophie?

  • Man kann sich entweder rational und systematisch mit Philosophie befassen oder in einem Zustand des „chronischen Schreckens“ existieren, weil man auf grundlegende existenzielle Fragen keine klaren Antworten weiß.
  • Wir sollten auch Philosophien untersuchen, die uns unsinnig erscheinen, weil ihre begründete Ablehnung uns hilft, die wahren Philosophien „klarer zu bestimmen und sie [argumentativ] zu stärken“.
  • Wir sollten versuchen, die Fundamente von Philosophien zu erkennen, nämlich „Metaphysik und Epistemologie“.
  • Dann sollten wir uns fragen, „was dabei herauskommen würde“, wenn wir diese Philosophien akzeptierten.
  • Die Introspektion dient derweil dem Zweck, „das Wesen und die Ursachen“ unserer Gefühle festzustellen.
  • Introspektion hilft uns außerdem dabei, Rationalisierung zu vermeiden.

Quelle: Ayn Rand: Philosophical Detection. In: Philosophy, Who Needs It?