Die Wertehierarchie

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Wir haben alle Dinge im Leben, die uns mehr bedeuten als andere. Für die meisten Menschen dürften sie selbst oder ihre Kinder das Wichtigste in ihrem Leben sein, für andere vielleicht ihr Beruf oder ihre baulichen Errungenschaften in Minecraft. Kurzum haben wir alle eine „Wertehierarchie“. Selbst jene, die keine Hierarchie von Menschen mögen, haben trotzdem noch eine Hierarchie von Werten, von materiellen und spirituellen Dingen, die ihnen wichtig sind.

Ayn Rand hat für ihre Philosophie „Objektivismus“ eine bestimmte Art von Wertehierarchie begründet. Hier erläutere ich sie, setze mich kritisch mit ihr auseinander, und skizziere eine Alternative.

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Wie passt das alles zusammen?

Diese Frage werden sich neuere Leser meines Blogs wahrscheinlich stellen. Wer im Feuerbringer-Magazin stöbert, stößt auf Polemiken gegen Feminismus, die aber aus einer pro-feministischen Position geschrieben sind, gegen Kommunismus und für eine Politik, die einigen Kommunisten gut gefällt, gegen Reaktionäre und doch für manche konservative Werte. Für Libertarismus — und für Kommunitarismus.

Was geht hier vor sich?

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Neuer Vortrag über die „Humanistische Basis-Setzung“

In meinem neuen YouTube-Vortrag kritisiere ich Michael Schmidt-Salomons „Humanistische Basis-Setzung“. Das ist die Grundlage seiner Ethik und nichts anderes als ein willkürliches Dogma.

Es geht in diesem Zusammenhang auch um Axiome in der Philosophie, um Ayn Rands Ethik und generell um den Versuch, objektiv und universalistisch eine Ethik zu begründen.

Schreibt gerne als Kommentar unter das Video eure Meinung und ob ihr euch mehr YouTube-Vorträge von mir wünscht.

Transgender Revisited

Ein neuer Weg (Foto: Andreas Müller)

Die Struktur meiner bisherigen drei Beiträge zum Thema Transgender war unglücklich. Ich hatte sie in der Filterblase meiner Gedankenwelt geschrieben und den gesellschaftlichen Kontext kaum einbezogen. Das Thema diente als Illustration einiger meiner erkenntnistheoretischen Auffassungen, wozu sich ein gesellschaftspolitisches heißes Thema natürlich gar nicht eignet.

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Das kosmologische Kalam-Argument für Gottes Existenz

Hamburg Speicherstadt (Foto:Andreas Müller)

Die besten Argumente für Gottes Existenz sind meiner Ansicht nach einige der kosmologischen Argumente. Und ich finde, dass Atheisten nicht immer einen guten Eindruck gemacht haben bei ihren Versuchen, diese Argumente zu widerlegen. Ich finde sogar, der christliche Apologet und Philosoph William Lane Craig hat die Debatten mit Atheisten über seine Version des sogenannten Kalam-Arguments oftmals für sich entschieden. In der Regel, weil die notwendige philosophische Bildung auf der ungläubigen Seite nicht da war.

Atheisten sagen gerne, dass Gläubige Argumente und Belege für Gott nennen sollen, dass sie in der Beweispflicht stünden und man sie anderenfalls ignorieren könne. Wenn sie Argumente und Belege nennen, sollten wir sie also ernstnehmen. Das habe ich konsequenterweise getan und mich mit den wichtigsten zeitgenössischen christlichen Apologeten und ihren Argumenten befasst. Ich empfinde das Kalam-Argument von William Lane Craig als das einzig gute oder jedenfalls herausfordernde Argument, das mir begegnet ist.

Ich werde mich hier mit dem Kalam-Argument auseinandersetzen und generell mit der Frage, ob das Universum eine Ursache hat. Meine Leser werden sehen, dass das Thema viel schwieriger ist, als sie es bislang vielleicht vermuteten.

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Kann Ethik objektiv sein?

Weg der Wahrheit (Foto: Andreas Müller)

Ein Blick auf meine Ausführungen der vergangenen Jahre über eine objektive Ethik könnte ethische Relativisten mit Genugtuung erfüllen. Ich bekomme selbst den Eindruck, dass die Vertreter einer objektiven Ethik oder auch des „ethischen Realismus“ oftmals die von ihnen subjektiv bevorzugte Ethik voreilig als „objektiv“ und aus Tatsachen abgeleitet hinstellen.

Die atheistischen Vertreter einer objektiven Wahrheit über die richtige Ethik würden sich demnach desselben Fehlers schuldig machen wie ihre religiösen Gegenstücke, für die Gottes vermeintliches Wort die Quelle der einzig wahren Moral ist. Und während Hybris ein moralischer Fehler von ethischen Realisten sein kann und oft war, denke ich, dass das hauptsächliche Problem anderswo liegt: Im schieren Ausmaß der Herausforderung, das zu Vereinfachungen und Fehlschlüssen einlädt, um zu einer Antwort zu gelangen.

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Der Niedergang des Neuen Atheismus

Ein neuer Weg (Foto: Andreas Müller)

„Wir sind eines Morgens aufgewacht und die atheistischen Blogger waren alle Social-Justice-Blogger geworden. Ansonsten hatte sich nichts verändert, weil sich ansonsten nichts verändern musste (…) Der sozialistische Flügel der demokratischen Partei scheint sich eines ähnlichen Modells zu bedienen.“

(Scott Alexander: New Atheism. The Godlessness that Failed)

Die religionskritische Bewegung, die meine Jugend prägte, gibt es nicht mehr. An ihre Stelle ist ein ideologischer Mob von autoritären Sozialisten getreten. Doch wie konnte es soweit kommen?

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Übersicht: Die wichtigsten Beiträge über Ayn Rands Ethik

Versperrter Weg (Foto: Andreas Müller)

Einigen Lesern waren meine letzten drei Beiträge über Ayn Rands Metaethik zu anspruchsvoll. Immerhin konnte ich mit dem dritten Beitrag der Serie bei manchen zum ersten Mal für eine grundlegende Klarheit sorgen.

Um weitere Mysterien zu erkunden: Hier findet ihr eine Übersicht über meine wichtigsten Texte zu Ayn Rands Philosophie allgemein, Rands Antwort auf den Sein-Sollen-Fehlschluss, Rands Metaethik und ihre Ethik.

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Wie Ayn Rands Metaethik mit ihrer Ethik zusammenhängt

Die Bedeutung der Metaethik für unser Leben sollte geklärt sein. Siehe dazu den letzten Beitrag: Das Fundament von Ayn Rands Ethik. Es hat sich aber herausgestellt, dass einigen Lesern der Zusammenhang zwischen Ayn Rands Metaethik und ihrer Ethik noch unklar ist.

Bevor ich die Fehler mit Rands Metaethik aufzeige, möchte ich daher zunächst erläutern, was es mit dem „ultimativen Wert“, dem „Maßstab“, der „kontextuellen Absolutheit“ und der Natur des Menschen auf sich hat. Auch versuche ich zu erklären, was das „Überleben als Mensch“ bedeutet. Einiges davon hat auch Gültigkeit, falls Rands Metaethik nicht stimmt.

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Das Fundament von Ayn Rands Ethik erklärt

Andreas Müller Selfie Feuerbringer

Die Widerlegung von Ayn Rands Metaethik war eine der größten Erschütterungen meines Weltbilds.

Wie sich gezeigt hat, weiß praktisch niemand, was das überhaupt bedeuten soll. Und das sogar unter Ayn Rands Anhängern, mit Ausnahme einiger weniger Akademiker, die sich beruflich mit ihrer Philosophie befassen. Wir Philosophen haben das Problem, dass wir von einem großen Lebensereignis betroffen werden können, das so abstrakt ist, dass es fast niemand versteht.

Die großen Lebensereignisse von normalen Menschen sind Dinge wie der erste Kuss, die Heirat, der Tod eines engen Familienmitglieds, ein wichtiger Schritt in der Karriere. Nicht die Widerlegung einer Metaethik.

Ich habe schon einmal versucht, die Bedeutung und die Implikationen dieses Ereignisses zu erklären, aber ich habe bei diesem Versuch zu viel vorausgesetzt. Nun hole ich etwas weiter aus. Ich erkläre, was eine Metaethik ist, warum uns das nicht egal sein kann und wie die Metaethik von Ayn Rand aussieht. Und in einem folgenden Teil erkläre ich, warum sie falsch ist.

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Müssen wir an etwas glauben?

Kiel bei Nacht (Foto: Andreas Müller)

Wir sollten nur an das Wirkliche glauben. Nur an das, was überprüfbar in der objektiven Realität existiert. An das, was auf Beobachtungen beruht, die letztlich auf Sinneseindrücke zurückgeführt werden können. Wir sollten Realisten sein. Letztlich erfordert das keinen wirklichen „Glauben“, sondern Belege.

Vermeintliche Gegenbeispiele wie Liebe und die Willensfreiheit ließen mich unbeeindruckt. Schließlich lieben wir wirklich – anhand von Worten, Handlungen und Gedanken überprüfbar – bestimmte Menschen, werden wirklich geliebt (wenn wir Glück haben), und die Willensfreiheit können wir durch Introspektion und anhand logischer Argumente nachvollziehen.

Oder ist das nur eine Geschichte, an die ich geglaubt habe?

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Ich habe die Transsubstantiation verstanden

Verwandeln sich Brot und Wein beim Abendmahl wirklich in den Körper beziehungsweise in das Blut von Jesus Christus?

Nun, offensichtlich nicht, werden meine atheistischen Leser sagen. Und ich stimme ihnen zu, dass es mit der „Transsubstantiation“, wie der katholisch-theologische Fachbegriff heißt, nicht weit her ist.

Allerdings habe ich bislang falsch verstanden, was die Verwandlung von Brot und Wein in Körper und Blut von Jesus aus der Sicht der Gläubigen bedeutet. Und möchte man sich eine Meinung darüber bilden, ob man etwas glaubt oder nicht, so muss man erst verstehen, was es ist, was man da glauben soll.

Wie es aussieht, glauben Katholiken und auch sonstige Christen keineswegs, dass sich an der physisch-chemisch-biologischen Beschaffenheit von Brot und Wein bei der Eucharistie irgendetwas ändert. Das heißt, was sie da verzehren, ist aus christlicher Sicht kein menschlicher Körper und kein menschliches Blut in irgendeinem materiellen Sinne.

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