Lest das und verzweifelt

Nach meinem Twitter-Gefecht mit den Linksextremisten von Ende Gelände habe ich mich nun mit Feministinnen gestritten. Sie vertraten – wortwörtlich – die Position, dass Frauen vorsichtshalber alle Männer für Vergewaltiger halten sollten. Denn wenn eine Frau nur einmal davon absieht, könne es das letzte Mal gewesen sein. Ja, ernsthaft.

Was auch immer ihr tut: Diskutiert niemals mit radikalen Feministinnen. Niemals. Ich habe bislang mit Linksextremisten, Islamisten, Esoterikern, christlichen Fundamentalisten und Rechtsextremen diskutiert und die Werte der Aufklärung dabei verteidigt. Aber Feminismus, da ist Hopfen und Malz verloren. Das ist die Schwelle zum Wahnsinn.

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Der Feind meines Feindes

Der YouTuber Computing Forever alias Dave Cullen ist zum Christentum übergetreten. In seinen Videos hatte er sich dem Nihilismus und Relativismus der westlichen Kultur widersetzt, sich aus einer weitgehend liberalen Perspektive gegen radikalen Feminismus und Identitätspolitik ausgesprochen. Wie für mich hatten die Neuen Atheisten wie Richard Dawkins und Sam Harris einen erheblichen Einfluss auf Cullens intellektuelle Entwicklung.

Ich habe ihm geschrieben, was ich von seiner Konversion halte. Weiterlesen

Feuerbringer brennt Twitter nieder

Inzwischen trete ich gerne auf Twitter für Vernunft, Freiheit und Fortschritt ein. Auf der Plattform kann man sich direkt mit den einflussreichen Gegnern der Aufklärung anlegen und ihnen die Meinung sagen. Das macht mit meinem seit zehn Jahren kultivierten „Feuerbringer“-Stil gleich doppelt so viel Spaß. Hier sind einige Twitter-Highlights der letzten Wochen: Weiterlesen

Warum Rapture gescheitert ist

Rapture ist die fiktive Unterwasserstadt im Videospiel „Bioshock“. Darin existiert eine utopische Gesellschaftsordnung, die auf den Ideen des Gründers Andrew Ryan beruht. Diese Figur baut wiederum auf der US-amerikanischen Philosophin Ayn Rand auf und Rapture, mehr oder weniger, auf ihrer Philosophie Objektivismus. Bis vor kurzem war das auch meine eigene Weltanschauung.

Ein Leser hat mich gefragt, wie groß der Abstand zwischen der Ideologie von Andrew Ryan und Ayn Rand ist. Außerdem möchte ich auf die Frage eingehen, warum Rapture gescheitert ist. Weiterlesen

Was bleibt von Ayn Rands Ethik?

Nachdem ich einige Jahre lang Ayn Rands Ethik vertreten habe, schätze ich sie nun als formell widerlegt ein (genau genommen ihre Metaethik, was aber auch Folgen für ihre Ethik hat). Das hat auch Konsequenzen für die politische Philosophie und für die normativen Aspekte der Ästhetik, auf die ich noch zu sprechen kommen werde. Ich teile weiterhin größtenteils die objektivistische Metaphysik und Epistemologie. Wir sollten demnach mithilfe der Vernunft Schlüsse aus der beobachtbaren objektiven Realität ziehen.

Der Philosophie-Bereich des Feuerbringer-Magazins ist nur noch eine Baustelle mit Warnhinweisen. Auf lange Sicht soll sich das ändern. Obwohl Rands Metaethik unhaltbar ist, bleiben trotzdem wichtige Aspekte ihrer Ethik für mich gültig. Welche, das möchte ich hier zusammenfassen. Weiterlesen

Darum war das Finale von „Game of Thrones“ großartig

Als beinahe einziger Mensch bin ich sehr glücklich mit dem Finale der TV-Serie „Game of Thrones“. Die letzte Folge, „Der Eiserne Thron“, führt die Haupthandlung der Serie sinnvoll zu Ende. Dabei bewahrt sich die Serie ihre Bodenständigkeit und ihre realpolitische Perspektive. Aus dem Mystischen und Utopischen ist nichts geworden, stattdessen siegen gradueller Fortschritt, Dialog, ein gewisses Chaos und, wo nötig, Kompromiss.

Spoiler!
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Danys Entscheidung in „Game of Thrones“ war konsequent, aber …

Die dramatische Entscheidung von Daenerys Targaryen in der fünften Episode der achten Staffel von „Game of Thrones“ hat unter Fans viel Enttäuschung und Empörung ausgelöst. Die Drachenmutter scheint sich als anderer Mensch erwiesen zu haben, als es ihre Anhänger erwartet hatten.

Ich finde hingegen, ihre Entscheidung war nur konsequent. Das heißt nicht, dass sie moralisch richtig war – sie war konsequent angesichts von Danys Persönlichkeit und ihren Zielen. Allerdings habe ich ein grundlegendes Problem mit ihren politischen Zielen.

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Was ist Gott wirklich?

Ich habe in letzter Zeit viel über Gott und Wunder nachgedacht. Wie das so ist mit philosophischen Atheisten, tun wir das weit häufiger als der durchschnittliche Gläubige. Ich bin dabei zu einem für mich neuen, philosophisch und psychologisch fundierten Verständnis gelangt, was „Gott“, Heilige und Propheten im Leben der Gläubigen wirklich darstellen – und ich verstehe jetzt, wozu die Idee von Wundern dient.
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Wir reden nicht so

Es gibt da diese merkwürdige Szene in Roland Emmerichs „The Day After Tomorrow“, dem apokalyptischen Hollywood-Film über die globale Erwärmung im Schnelldurchlauf. Über diesen Aspekt ließe sich auch einiges sagen, aber die Szene, über die ich etwas zu sagen habe, hängt nicht mit dem Klimawandel zusammen. Vielmehr suchen einige Studenten anlässlich einer einbrechenden Eiszeit in einer Universitätsbibliothek Unterkunft (Drehort war die Rechtsfakultät der McGill Universität in Montreal) und beraten sich darüber, ob sie Bücher des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche verbrennen sollen. Weiterlesen

Führt der Libertarismus zum Relativismus?

Ich weiß, ich soll endlich meinen Artikel über die Willensfreiheit schreiben. Er wird bestimmt irgendwann vollendet … Bis dahin ist das Ding frei, keine Sorge. Wer besonders neugierig ist, darf einen Blick in das Buch „The Illusion of Determinismus. Why Free Will is Real and Causal“ von Edwin A. Locke werfen. Ich stimme ihm grundlegend zu.

Zunächst eine Überlegung zum Libertarismus. Historisch betrachtet fällt auf, dass Regierungen nie lediglich die Grundrechte ihrer Bürger geschützt, sondern immer „mehr“ (und somit weniger) getan haben. Zusammengefasst könnte man vielleicht sagen, dass die den Bürgern eine normative Orientierung gegeben haben, die mit den Vorstellungen der Bürger in Wechselwirkung stand. Weiterlesen

Aus dem „Katechismus der Deutschen“

Ich möchte hier meine drei Lieblingskapitel aus Heinrich von Kleists „Katechismus der Deutschen“ aus dem Jahr 1809 zitieren. Kleist formuliert darin mächtige Gedanken, die zum Nachdenken anregen und die ich nicht vergessen kann, seit ich sie zum ersten Mal gelesen habe. Es geht um die Fragen: „Warum sollten wir unser Vaterland lieben“?, „Wie ist der zu bewerten, der zu grundlegenden Fragen keine Partei ergreift?“ und „Welches Opfer ist die Freiheit wert?“ Weiterlesen