Darum ist Eugenik unmöglich

Der britische Zoologe Richard Dawkins hat sich kürzlich über die wissenschaftliche Möglichkeit der Eugenik geäußert. Die Eugenik oder Erbgesundheitslehre bezeichnet die humangenetische Manipulation des Genpools einer menschlichen Population mit dem Ziel, den Anteil positiv bewerteter Erbanlagen zu vergrößern (positive Eugenik) oder den negativ bewerteter Erbanlagen zu verringern (negative Eugenik).

Die Eugenik ist neben dem Lyssenkoismus (Landwirtschaft unter Stalin) wohl das bekannteste Beispiel für den Missbrauch der Wissenschaft zum Schaden der Menschheit. In Deutschland ist die Eugenik mit dem Nazi-Regime assoziiert, insbesondere mit dem Massenmord an behinderten Menschen.

Dass es sich beim Lyssenkoismus um eine Pseudowissenschaft handelt, ist unlängst klar, doch ob die Eugenik „nur“ als unmoralisch oder auch als wissenschaftlich unmachbar eingeordnet werden sollte, ist weiterhin umstritten. Tatsächlich werden bestimmte als „eugenisch“ (miss-)verstandene Maßnahmen heute durchgeführt, etwa in Zypern, und finden auch ihre Verteidiger.

Richard Dawkins hat auf Twitter die Auffassung geäußert, dass die Eugenik zwar moralisch falsch, aber wissenschaftlich möglich sei. Eine Reihe von anderen Wissenschaftlern haben Dawkins geantwortet und ihm teils widersprochen. Einige der Kommentare waren höchst interessant, darum habe ich sie für diesen Beitrag ins Deutsche übersetzt. Darunter insbesondere die Ausführungen eines Mediziners über den Vergleich der Eugenik mit der Züchtung von Haus- und Nutztieren sowie die Ausführungen eines Psychologen, der die Eugenik als grundsätzlich unmachbar einstuft.

Schließlich gehe ich auf Einwände einiger Facebook-Kommentatoren ein, die der Überzeugung sind, dass Eugenik machbar ist.

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Rands Biologie ist nicht der große Fehler

Manche Leser haben leider den entscheidenden Fehler in der objektivistischen Metaethik falsch verstanden. Ich hätte „Biologie“ nicht in der Zwischenüberschrift zum Thema in „Ayn Rands Ethik ist falsch“ erwähnen sollen, aber die Erklärung in meinem eigentlichen Text ist korrekt.

Zwar hatte Rand falsche Vorstellungen über Biologie, aber ihr zentraler Fehler liegt nicht bei ihrer Unkenntnis der Evolution, sondern vielmehr bei der Art, wie sie von einem zu begrenzten Sein aufs Sollen geschlossen hat. Ich halte das Ableiten einer Ethik aus den Tatsachen der Realität für grundsätzlich möglich (und geboten und für die einzige Art, eine vernünftige Ethik zu begründen) und nicht zwangsweise für einen Fehlschluss – aber so, wie Rand das gemacht hat, war es leider ein Fehlschluss. Weiterlesen

Genderitis

Gender-Ideologen machen den Fehler, dass sie „Mann“ und „Frau“ rein kulturell verstehen. Zunächst einmal unterscheiden sich Männer und Frauen jedoch biologisch. Kulturelle Studien sind legitim, müssen aber von biologischen Grundlagen ausgehen.

Ich habe meine Artikel über die Gender-Thematik überarbeitet, erweitert und auf den Punkt gebracht. Nun kann man den finalen Artikel bei der Richard Dawkins Foundation nachlesen:

Zum Artikel: http://de.richarddawkins.net/articles/und-geheiligt-werde-die-willkur

Und jetzt ohne die Lügen

25.3.2016: Information der Präsidentin der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Karin Kraus, zur Absage des Vortrags von Prof. Dr. Ulrich Kutschera beim Studium Generale:

Das Präsidium hat dem Organisator des Studiums Generale im Sommersemester 2016 empfohlen, den Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Kutschera zum Thema „Evolutionstheorien und der kreationistische Grundtypen-Glauben“ (geplant am 13.4.) abzusagen, weil zu befürchten ist, dass der Vortrag nicht der Intention der Genderforschung gerecht worden wäre, für gewisse Funktionäre profitable Ergebnisse der politischen Ränkespiele in einer für die Öffentlichkeit unverständlichen Form zu verschleiern. Insbesondere die Intention des Auftaktvortrags, in das Thema Evolution insgesamt einzuführen, schien dem Präsidium nicht erreichbar, da Herr Kutschera in jüngerer Zeit vor allem wegen seiner sehr polarisierenden Position zur Genderforschung wahrgenommen wird. Es war zu erwarten, dass sein Vortrag dazu führen würde, dass das zentrale Thema des Studiums Generale „Evolution“ von einem Mann behandelt worden wäre, der die politische Meinung des Präsidiums nicht teilt.

Grundsätzlich versteht sich die Philipps-Universität als ein Raum für freie Forschung und Lehre und für den offenen wissenschaftlichen Diskurs wie bereits die Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe. Dieser Diskurs verlangt eine uneingeschränkte Zustimmung zur Regierungspolitik des Bundeslands Hessen. Die Universität ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Sie fördert Vielfalt unter Gleichen, sie tritt ein für die produktive Zusammenarbeit zwischen den Gender Studies und den ihnen untergeordneten Wissenschaftsdisziplinen wie der Biologie. Widersprüche und Kritik schaden der Wissenschaft und der Gleichschaltung der Disziplinen über die Fächergrenzen hinweg. Die Universität kann daher nicht akzeptieren, dass bestimmten wissenschaftlichen Disziplinen, wie beispielsweise den Gender Studies, generell die Kompetenz und Legitimität abgesprochen wird.

Kontakt

Prof Dr. Ich habe nur Befehle befolgt

Philipps-Universität Marburg

Unterfachbereich Biologie, Fachbereich Gender Studies

Tel: 666 8842

E-Mail

(Zur Quelle, Hintergrund)

Der Glaube geht, die Wahrheit bleibt

Ist dem soziologischen und psychologischen Forschungsstand zu trauen, hatte die katholische Kirche grundsätzlich Recht mit dem Wert der traditionellen Ehe und mit dem Wert der traditionellen Familie. Dass es Kindern bei ihren biologischen Eltern tendenziell am besten geht, wird auch keinen Soziobiologen überraschen. Linke Aktivisten reagieren darauf mit Realitätsverleugnung und Rufmord. Weiterlesen

Familienwerte: Teil 1

Familienwerte: Dichtung und Wahrheit (Bild: morguefile.com, presto44, Lizenz M und Andreas Müller)

Familienwerte: Dichtung und Wahrheit (Bild: morguefile.com, presto44, Lizenz M und Andreas Müller)

Ist die traditionelle Familie ein Auslaufmodell? Vielleicht. Wer die Aussicht begrüßt, sollte sich über die Folgen im Klaren sein.

Auf der neuen Webseite über Familienwerte im hiesigen Feuerbringer-Magazin verteidigen die beiden libertären Atheisten Mark Humphrys und Andreas Müller eine provokante These:

Christliche „Familienwerte“ beruhen größtenteils auf Wissenschaft und Belegen, während die säkulare Förderung nicht-traditioneller Familien größtenteils auf Glauben und Wunschdenken basiert.

Inhalt:

1. Einleitung

2. Die schockierenden Statistiken

3. Scheidung

4. Die sexuelle Revolution

5. Familienzusammenbruch und Kriminalität

6. Abtreibung

7. Objektivismus über Familienwerte

8. Literatur

Die ersten drei Kapitel habe ich fertiggestellt. Die letzten fünf Kapitel folgen in den nächsten Tagen.

Unsere Argumentation besteht größtenteils aus soziologischen Statistiken und kausalen, soziobiologischen Erklärungsansätzen. Es handelt sich also nicht um Philosophie – dafür ist Kapitel 7 reserviert – sondern um die Auswertung empirischer Forschung.

Mark Humphrys hat mir mitgeteilt, dass er auf seine Webseite zum Thema (Grundlage von dieser) nur sehr wenig Replik erhalten hat. Und das, obwohl er sehr genau überlegt hat, welche Worte er wählt. Ich schätze, es handelt sich um dasselbe Phänomen wie bei den Ausführungen über den Nahostkonflikt. Die These ist unerhört und zugleich derart massiv von Fakten untermauert, dass sie kaum zu widerlegen ist. Es ist so, als würde man in einem Zug des Wahns direkt gegen eine Mauer der Vernunft rasen. Da reagieren viele Leute damit, indem sie es schulterzuckend ignorieren, als würde das die Realität irgendwie beeindrucken. So ähnlich wie bei meinem Vortrag über Tierrechte, bei dem manche Kritiker einfach auf den Daumen nach unten klicken und hoffen, mich damit irgendwie widerlegt zu haben.

Zur Webseite über Familienwerte (Teil 1)

Tiere haben keine Rechte! (Vortrag)

Folie1

Haben Tiere Rechte? In diesem Vortrag stellt Andreas Müller das Great Ape Project und die Argumente der Tierrechtler Peter Singer und Tom Regan vor. Anschließend erklärt er, wodurch sich der Mensch vom Tier unterscheidet – und warum das wichtig ist. Der Mensch braucht sich nicht für Tiere aufzuopfern. Tiere haben keine Rechte.

Video:

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=o3XdAvn5wJg[/tube]

Link: http://www.youtube.com/watch?v=o3XdAvn5wJg

Inhalt:

1.) Das Great Ape Project

2.) Peter Singer: Interessen von Tieren beachten

3.) Tom Regan: Tiere haben auch Rechte

4.) Die Krone der Evolution

5.) Warum Tiere keine Rechte haben

6.) Lasst uns nett zu Affen sein

Länge: Rund 90 Minuten

Während sich die Tierrechts-Fraktion überall breitmacht, sind Menschen, die ihr prinzipiell widersprechen, in der öffentlichen Wahrnehmung eine Seltenheit. Ich argumentiere nicht nur, dass Tierrechtler zu weit gehen, sondern ich erkläre, warum sie grundsätzlich Unrecht haben, warum es keine Tierrechte gibt und warum wir für uns selbst und nicht für Affen leben sollten. Diesmal gibt es keine Mitschrift zum Vortrag. Ich habe auch selbst keinen Text verwendet, sondern den Vortrag mit Notizen frei ins Mikro gesprochen.

Hat euch der Vortrag gefallen? Dann teilt das Video bitte auf Facebook, Twitter, via Mail, etc.!

Ich bedanke mich für eure Unterstützung meiner Arbeit (siehe PayPal-Link rechts oben im Feuerbringer-Magazin)!

Fortunas Rückkehr

Vor meinen Ohren tönt das alte Lied—
Vergessen hatt‘ ich’s und vergaß es gern—
Das Lied der Parzen, das sie grausend sangen

(Parzen = Schicksalsgöttinen. Aus Goethes Iphigenie auf Tauris)

Unser Leben werde von unsichtbaren Wesen bestimmt. Diese Idee trieb bereits die alten Griechen um, die mit dem Willen der Götter und dem Fatum, dem Schicksal, rangen. Christen sahen sich jeher dem Willen Gottes unterworfen. Die Calvinisten nahmen den Menschen auch noch die Möglichkeit zur Erlösung im Jenseits durch eigene, gute Entscheidungen im Diesseits. Humanistische Denker verteidigten schließlich während der Renaissance die menschliche Fähigkeit, das eigene Leben zu bestimmen. Die Aufklärer forderten im Anschluss, jeden Menschen seines eigenen Glückes Schmied sein zu lassen.

Heute sehen uns führende Aufklärer von Genen und Umwelt determiniert. Humanismus bestehe nunmehr darin, den Menschen von jeglicher Schuld und schließlich gar von seinem eigenen Ich zu „befreien“. Und weil das noch nicht genug ist: Die Marxisten vom britischen Magazin Spiked verteidigen nunmehr die Selbstbestimmung und den freien Willen. Und das, obwohl Marxisten einst behaupteten, die ökonomische Basis bestimme den ideellen Überbau. Sie waren ebenfalls Deterministen, die das menschliche Leben von äußeren Kräften gelenkt sahen.

So sehe ich mich als klassischer Humanist und Aufklärer nunmehr motiviert, sechs Artikel von britischen Marxisten meinen Lesern ans Herz zu legen.

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Die Schattenseiten der Frauenverachtung

Frauenverachtung mag eine großartige Errungenschaft darstellen, aber sie bringt leider auch Nachteile mit sich, insbesondere in entwicklungsmäßig herausgeforderten Nationen wie China und Indien, und ich bin darum gebeten worden, einen Beitrag über diese Nachteile zu verfassen.

Doch sehen wir uns zunächst die Vorteile an, auch wenn sie jedem schon hinlänglich bekannt sein werden. Frauenverachtung führt zu einem angenehmen, ausgeglichenen Bewusstseinszustand beim Mann, weil er elementare Tatsachen über die weibliche Natur akzeptiert und aus diesen die offensichtliche Schlussfolgerung ableitet. Diese Grundprinzipien des weiblichen Daseins sind folgende: Weiterlesen

Vegetarismus ist Heuchelei

Der Psychologe Rolf Degen hat mir ergänzend zu meinem Beitrag Es gibt fast keine Vegetarier folgenden Kommentar über den Vegetarismus geschickt:

In einem früheren Beitrag hat Hal Herzog bereits nachgewiesen, dass 70% aller Vegetarier nach einer Weile wieder zum Fleischkonsum zurückkehren – und das sind nur die, die es auch zugeben. Währenddessen sitzen sie dafür aber auf einem verdammt hohen Ross! (Update!) Weiterlesen