„Kritik der vegetarischen Ethik“ von Klaus Alfs ist das wichtigste Buch zur Tierethik

Das Buch „Kritik der vegetarischen Ethik“ des ausgebildeten Landwirts und Diplom-Sozialwissenschaftlers Klaus Alfs ist ein neues Standardwerk zur Tierethik. Mit anderen Worten muss es jeder lesen, der sich mit Tierethik befassen möchte, und es reiht sich neben Peter Singers „Animal Liberation. Die Befreiung der Tiere“ und Tom Regans „Case for Animal Rights“ ein. Im Unterschied zu diesen Klassikern argumentiert Alfs gegen übersteigerten Tierschutz beziehungsweise Tierrechte und gegen den Vegetarismus.

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Bauernprotest: Sind auch die Landwirte schuld?

Mit den Bauerndemos demonstrieren Landwirte gegen widersprüchliche, existenzbedrohende Gesetze. Sie möchten nicht mehr als Buhmann der Nation angesehen werden und viele fühlen sich nicht länger demokratisch vertreten. Ich unterstütze den Bauernprotest. Am Rande übe ich auch eine Kritik: Die Landwirte haben sich ihre Probleme teilweise selbst zuzuschreiben.

Und zwar, indem sie ihren politischen Gegnern immer weiter entgegengekommen sind bei Themen wie Arten-, Tier-, Gewässerschutz, Genfood und Pestizideinsatz – als die wirklichen Probleme in diesen Bereichen schon längst gelöst waren. Und, indem sie kaum etwas für ihre ideologische Selbstverteidigung getan haben. Weiterlesen

Der Kult der identitären Linken

Nach Brexit, dem Wahlsieg Trumps und dem Aufstieg der AfD auf ein Ergebnis von über zehn Prozent laut verschiedenen Sonntagsfrage-Statistiken und den Erfolgen anderer rechter Parteien in Europa würde man meinen, dass Linke einmal eine Schweigeminute einlegen, in sich kehren und nachdenken würden, warum sie auf einmal solche Verluste hinnehmen müssen. Aber nein. Sie bleiben weiterhin in ihrem ideologischen Spiegelkabinett und wehren jegliche Kritik und sämtliche Argumente von Andersdenkenden gleich welcher Art mit den üblichen Tricks ab, von Denkfehlern wie Strohmännern zu persönlichen Angriffen.

Das tun zwar auch Anhänger anderer Ideologien, aber inzwischen ist es doch eine Spezialität vor allem von identitären Linken (bzw. Social Justice Warrior oder Regressive Linke) geworden. Vor allem persönliche Angriffe sind ihr Lieblingswerkzeug. Wer nicht so „denkt“ wie sie, wird gleich als „Rassist“, „Sexist“, „Nationalist“ und dergleichen gebrandmarkt.

Das pubertäre Verhalten, die Arroganz, die bösartige Art, wie sie mit Andersdenkenden diskutieren und mit ihnen umgehen, das ist der Grund, warum so viele Menschen derart die Nase voll haben, dass sie sogar bereit sind, jemanden wie Trump zum US-Präsidenten zu wählen und eine Partei wie die AfD zu unterstützen. Weiterlesen

Reiche sind keine Fronherren mehr

Mir ist aufgefallen, dass die Vorurteile gegen reiche Unternehmer der Beurteilung von mittelalterlichen Fronherren entspricht. Man wirft ihnen vor, sie hätten:

  1. ihren Reichtum nicht verdient.
  2. ihr Geld vom reichen Vater geerbt.
  3. ihr Geld durch die Ausbeutung der Armen erhalten. Und nur deren physische Arbeit würde den Wert produzieren, den sie feilbieten.
  4. sie würden ihre Kunden betrügen.
  5. sie würden Macht über ihre Mitarbeiter ausüben.
  6. die kapitalistischen „Raubbarone“ wären für Sklaverei verantwortlich.

Das stimmt alles – aber nur für mittelalterliche Fronherren. Die Fürsten und anderen Fronherren des Mittelalters bis hin zum Absolutismus erhielten tatsächlich ihren Reichtum als Erbe oder als politisches Geschenk. Sie beuteten wirklich die Armen aus. Sie haben wirklich ihre Kunden systematisch und nicht nur in bestimmten Fällen betrogen (u.a. durch das Gildensystem, das Wettbewerb und Produktqualität reduzierte). Sie haben wirklich in das Privatleben ihrer Untergebenen eingegriffen und ihnen sogar gesagt, wen sie zu heiraten hatten. Ihre Produkte waren vor allem Ergebnis der physischen Arbeit ihrer „Mitarbeiter“. Und sie waren häufig Sklavenhalter.

Nichts davon stimmt für kapitalistische Unternehmer. Diese bekommen auf einem freien Markt ausschließlich dadurch Geld, indem sie Werte produzieren, die andere Menschen ihnen freiwillig abkaufen. Sie erzeugen Werte weit über dem, was mit der physischen Arbeit erreicht wird. Die führenden „Raubbarone“ (Großunternehmer des 19. Jahrhunderts) hatten die Sklaverei bereits abgelehnt. Etc.

Offenbar ist die öffentliche Wahrnehmung der „Reichen“ einfach vom Mittelalter auf den Kapitalismus übertragen worden. Obwohl sich die Art und Weise, wie man reich wird, vollkommen geändert hat. Kapitalismuskritiker sind so reaktionär, dass ihr politisches Weltbild über tausend Jahre alt ist und sich gänzlich unbeeindruckt zeigt von den revolutionären Veränderungen seit der Industrialisierung.

Wir haben die Ökoindustrie satt!

„Wir haben Agrarindustrie satt!“ ist das Motto von einem Aktionsbündnis gegen die moderne Landwirtschaft. Die Lobbyisten der Biolandwirtschafts-Industrie (Jahresumsatz: Fast acht Milliarden Euro) sowie ihre ehrenamtlichen Unterstützer protestieren am 16. Januar in Berlin für sich selbst, für staatliche Eingriffe zu ihren Gunsten und gegen die Konkurrenz. Sie haben ein Problem mit der Nicht-Biolandwirtschaft, weil sie selbst Profiteure und Teilhaber an der Biolandwirtschaft oder ideologische Unterstützer von anderen Öko-Organisationen sind (siehe ihr Netzwerk).

Es ist ein bisschen so, als würde Pepsi gegen Cola demonstrieren und dabei Jugendliche dazu bringen, mitzumachen. Aber sieht man genauer hin, ist es eigentlich viel schlimmer. Die jungen linken Ökos in der Unterstützerszene sind sich vielleicht nicht bewusst, welche Geisteshaltung sie da unterstützen. Weiterlesen

Heute 19:30 Uhr Skype-Diskussion

Sind Steuern Diebstahl Teaser

Heute um 19:30 Uhr moderiere ich eine Skype-Diskussion zum Thema „Sind Steuern Diebstahl?“, an der gerne jeder teilnehmen kann. Mein Skype-Name ist „feuerbringermagazin“.

Ich schicke den Teilnehmern zunächst eine kleine Präsentation, in der ich die Hauptargumente für die Position vorstelle, dass Steuern so etwas wie Diebstahl wären. Sie stammen aus Murray Rothbards „The Ethics of Liberty“. Ich gehe Rothbards Argumente mit euch durch. Danach können wir darüber diskutieren.

Etwa um 20:30 Uhr ist das Ende der Diskussion. Falls es ab einer gewissen Zeit keine Fragen, Argumente, Einwände mehr gibt, können wir bis dahin auch über etwas anderes reden.

Ich freue mich auf eure Teilnahme!

Hier die Präsentation:

Sind Steuern Diebstahl Handout Andreas Müller

Jetzt auf YouTube: Sind Steuern Diebstahl?

Meinen Essay über die Frage, ob Steuern Diebstahl sind, gibt es jetzt als YouTube-Vortrag:

Der Essay wird ja brav geteilt und empfohlen von Libertären, die glauben, ich würde darin argumentieren, dass Steuern Diebstahl sind. Es gab sogar eine richtige Twitter-Diskussion über meinen Artikel, dessen Aussage ins Gegenteil verkehrt wurde, mit dem Ergebnis, dass ich Recht habe und die Sache wirklich gut auf den Punkt bringen konnte. Das freut mich, besten Dank. Ich widerspreche de facto trotzdem im Anschluss an William R. Thomas von der Atlas Society Ayn Rands Idee für eine freiwillige Regierungsfinanzierung. Steuern sind kein Diebstahl und auch nichts ähnliches.

Für die Lesefaulen unter den Libertären habe ich jetzt dieses Video gemacht. Wie bereits jemand auf Facebook könnt ihr gerne den Inhalt des Videos ebenfalls ignorieren, davon ausgehen, ich würde Steuern für Diebstahl oder Raub halten, und es teilen und empfehlen. Lasst euch bloß nicht von dem eigentlichen Inhalt davon abhalten, es zu teilen. Es ist ja auch für Leute mit anderer Meinung interessant!

Steuern sind kein Diebstahl

Feuerbringer_Zitat_Freiwillige_Staatsfinanzierung

Hier nun mein Beitrag im Vorfeld der Diskussion am Sonntag über die Frage, ob Steuern Diebstahl sind? Wie der Titel dieses Essays nahelegt, bin ich der Meinung, dass dem nicht so ist. Einige Libertäre sind hingegen der Auffassung, dass Steuern mit Diebstahl, Erpressung oder Raub zu vergleichen wären. Wenn dir jemand ohne Zustimmung dein Eigentum wegnimmt, dann nennt man das „Diebstahl“. Warum sollte es anders sein, wenn ein Staat dir dein Geld wegnimmt? Der Staat ist schließlich nur eine Gruppe von Leuten, die von einer anderen Gruppe beauftragt wurde, dir dein Geld wegzunehmen. Einfach nur, weil die es gerne hätten. So die Logik von vielen Libertären, vor allem von den Anarchokapitalisten wie Murray Rothbard.

Ayn Rand war ebenso der Meinung, dass die Bürger ihre Regierung in einer völlig freien Gesellschaft freiwillig finanzieren müssten. Das ist die bislang einzige Position von Rand, bei der ich nun zur Schlussfolgerung gelangt bin, dass sie falsch ist. Es gibt an dieser Stelle einen Widerspruch in ihrem Denken. Sie hat mit einem wichtigeren Prinzip Recht und mit der freiwilligen Regierungsfinanzierung Unrecht. Man kann eine Regierung grundsätzlich nicht auf freiwilliger Basis finanzieren. Steuern sind also kein Diebstahl. Weiterlesen

Sozialisten wollen keine Vorschriften

Sozialismus mit einem menschlichen Gesicht. Wo liegt das Problem? (peoplescube.com)

Sozialismus mit einem menschlichen Gesicht. Wo liegt das Problem? (peoplescube.com)

94 Empfehlungen auf Facebook hat dieser verworrene Kommentar über Gentechnik, die USA und WikiLeaks im Magazin „The Intelligence“ erhalten. Ich frage mich schon lange, was ich falsch mache, dass ich nicht auf solche Zahlen komme. Ich glaube allmählich, es liegt daran, dass meine Kommentare zu viel Sinn ergeben.

Man sollte nicht schreiben, was Sinn ergibt, sondern man nimmt einfach diverse weit verbreitete Meinungen und wirft sie wild durcheinander, sodass sich ein Kommentar am Ende für möglichst viele Menschen gut anfühlt. Und wenn er inhaltlich noch so ein Unsinn ist. Weiterlesen