Historische Persönlichkeiten über den Islam

Europäische mittelalterliche Darstellung Al-Razis aus dem "Receuil des traites de medecine" (1250–1260), Gerhard von Cremona

Europäische mittelalterliche Darstellung Al-Razis aus dem „Receuil des traites de medecine“ (1250–1260), Gerhard von Cremona

In dieser Reihe übersetze und veröffentliche ich die Meinungen von nicht-muslimischen historischen Persönlichkeiten aus Ost und West über den Islam. Den Anfang machtAbū Bakr Muhammad ibn Zakarīyā ar-Rāzī (864-925), ein persischer Arzt, Naturwissenschaftler und Philosoph.

Al-Razi gilt als bedeutender Empiriker, der seine Aussagen anhand zahlreicher Experimente überprüfte. Noch Jahrhunderte später wurde Al-Razi für sein medizinisches Werk im mittelalterlichen Europa gewürdigt. In seiner Heimat, dem heutigen Iran und Irak, erfuhr er eine andere Rezeption. Al-Razi verlor seine Posten als Arzt in Bagdad und später als Krankenhausdirektor in Ray aufgrund seiner philosophischen Konflikte mit den islamischen Herrschern. Er starb als verarmter Mann in der Wohnung seiner Schwester in Ray.

Al-Razi über den Islam:

„Wenn man die Anhänger dieser Religion [Islam] nach dem Beweis für die Stichhaltigkeit ihres Glaubens fragt, dann werden sie rot im Gesicht, werden wütend und vergießen das Blut von jedem, der sie mit dieser Frage konfrontiert. Sie verbieten rationales Denken und streben den Tod ihrer Gegner an. Aus diesem Grund wurde die Wahrheit gründlich unterdrückt und verschleiert.“

„Ihr behauptet, dass das offenkundige Wunder hier vor uns liegt, der Koran. Ihr sagt: ‚Lasst ihn, der es leugnet, ein gleichwertiges Wunder vollbringen.‘ Kein Problem! Wir können tausend ähnliche Werke hervorbringen, verfasst von Rhetorikern, eloquenten Rednern und verschiedenen Dichtern, die alle Themen angemessener und prägnanter formulieren [als Mohammed]. Sie vermitteln die Inhalte besser und ihre Reimprosa ist in einem besseren Versmaß verfasst. Bei Gott, was ihr sagt, ist erstaunlich! Ihr sprecht über ein Werk, das alte Mythen erzählt und das zugleich voller Widersprüche steckt und keinerlei nützliche Information oder Erklärung enthält. Dann sagt ihr: ‚Vollbringt auch so etwas‘?!“

Quelle: Jennifer Michael Hecht – Doubt: A History: The Great Doubters and Their Legacy of Innovation from Socrates and Jesus to Thomas Jefferson and Emily Dickinson (S. 227-230) – HarperOne, September 7, 2004, ISBN 9780060097950

Reihe: Historische Persönlichkeiten über den Islam

Teil 1: Al-Razi

Teil 2: Tocqueville

Teil 3: Thomas von Aquin

Teil 4: Schopenhauer

Teil 5: Antony Flew

Teil 6: Winston Churchill