Familienwerte

Autoren: Mark Humphrys (@markhumphrys) und Andreas Müller (@feuerbringer). Übersetzung von Mr. Humphrys Beiträgen aus dem Englischen: Andreas Müller. Quelle: MarkHumphrys.com. Fett und Kursiv wie im Original.

Inhalt:

1. Einleitung

2. Die schockierenden Statistiken

3. Scheidung

4. Die sexuelle Revolution

5. Der Zusammenbruch der Familie und Kriminalität

6. Abtreibung

7. Ayn Rand über Familienwerte

8. Literatur

1. Einleitung

Zu den größten nicht erzählten Geschichten der Moderne gehört jene, dass christliche „Familienwerte“ größtenteils auf Wissenschaft und Belegen beruhen, während die säkulare Förderung nicht-traditioneller Familien größtenteils auf Glauben und Wunschdenken basiert.

„Familienwerte“ wie jene, dass es einem Kind am besten geht, wenn es mit seinem biologischen Vater aufwächst, ergeben laut der Evolutionsbiologie am meisten Sinn. Die Evolution hat uns so gemacht, dass wir unserem genetischen Nachwuchs eine höhere Bedeutung beimessen. Der Mensch hätte sich gar nicht entwickelt, wenn wir nicht so empfinden würden. Nun sind wir natürlich schlau und können gegen die Evolution rebellieren. Aber dann lasst uns wenigstens darüber im Klaren sein, dass wir dagegen rebellieren. Wenn man die Kinder seiner Freundin von einem anderen Mann aufzieht, dann ist das aus evolutionärer Sicht so unnatürlich wie das Zölibat. Und darum finden die Menschen es statistisch gesehen schwierig. Wir sollten davon ausgehen, dass sich biologische Väter statistisch betrachtet besser als andere Männer um ihre Kinder kümmern – und tatsächlich ist es das, was die Statistiken aufzeigen.

Nun bedeutet nichts davon, dass es keine guten Stiefväter gäbe und keine schlechten Väter. Wir sprechen hier von Statistik. Und nichts davon bedeutet, dass wir nicht-traditionelle Familien unterdrücken sollten. In einer freien Gesellschaft sollten wir jede Art von Arrangement erlauben, darunter Homoehe, keine Ehe, mehrere Ehen, Polygamie, Kommunen, Swingen und tatsächlich jedes Arrangement, das mündige Erwachsene möchten. Niemand sollte die freie Gesellschaft bedrohen. Nein, hier geht es um das Verständnis der Evolution und darum, zu begreifen, wie schwer es manchmal ist, ihr zu widerstehen. Und das wird uns helfen, bessere persönliche Entscheidungen zu treffen und die Folgen davon zu erkennen, die sexuelle Revolution zu ernst zu nehmen.

  • Familienwerte [kein deutscher Wikipedia-Eintrag vorhanden; siehe stattdessen Family Values. Es geht uns weniger um Politik, sondern um Ethik – um den Wert der traditionellen Familie, AM]
  • Väterrechtsbewegung [Bewegung für rechtliche Gleichstellung von Vätern und Müttern – gegen Bevorzugung von Müttern im Familienrecht; AM]
  • Die Evolution von Altruismus in der Natur (siehe: Verwandten-Selektion). Altruismus gegenüber dem eigenen Nachwuchs erfordert keine evolutionäre Erklärung. Altruismus gegenüber anderen Kindern schon. [Siehe bezüglich des Begriffs „Altruismus“: Ayn Rand über Familienwerte; AM]
  • Elternaufwand in der Natur. Elternschaft ist ein jahrzehntelanger Marathon der Selbstentsagung. Sie erfordert einen gewaltigen inneren Antrieb, um auf dem Kurs zu bleiben. Das ist einfacher durchzuhalten, wenn man primitive, evolutionäre, biologische Triebe empfindet im Gegensatz zu Altruismus oder der Liebe zu einer Freundin, die vergehen kann.
  • Infantizid in der Natur. Die Tötung von Jungen, die genetisch nicht die eigenen sind. Die Evolution erklärt, warum. [Weil Lebewesen laut Richard Dawkins‘ Theorie der „egoistischen Gene“ ihre eigenen Gene weitergeben möchten und nicht die von anderen; AM]
  • Der Aschenputtel-Effekt: Stiefeltern sind statistisch gesehen schlechter als Eltern. Die Evolution erklärt, warum. [Siehe auch: Cinderella Effect. Die deutschsprachige Google-Suche nach “Aschenputtel Effekt” führt zu Artikeln, in denen dieser geleugnet wird. Es handelt sich bei den prominenten Einträgen um die falsche Darstellung einer wissenschaftlichen Studie, die nichts dergleichen besagt. Vollständigere Belege sind leider nur in der englischsprachigen Wikipedia aufgelistet; AM]
  • Um das noch einmal zu betonen: Manchen Kindern geht es mit Stiefeltern besser als mit Eltern. Einige Menschen sollten sich scheiden lassen. Aber wir sprechen hier von Statistik. Und die Statistiken sind recht schockierend.
Kinder, die ohne Vater aufwachsen, leben häufiger auf der Straße, fliegen von der Schule oder begehen Selbstmord (Bild: American Institutes for Research)

Kinder, die ohne Vater aufwachsen, leben häufiger auf der Straße, fliegen von der Schule oder begehen Selbstmord (Bild: American Institutes for Research)

 

Kinder, die mit Vätern aufwachsen, sind wohlhabender, gesünder, gebildeter und werden nicht so häufig missbraucht (Bild: degreesearch.org, Zahlen: fatherhood.org)

Kinder, die mit Vätern aufwachsen, sind wohlhabender, gesünder, gebildeter und werden nicht so häufig missbraucht (Bild: degreesearch.org, Zahlen: fatherhood.org)

Kinder brauchen ihre Väter: Soldaten kommen nach Hause zu ihren Familien zurück.

2. Die schockierenden Statistiken

Ein großer Teil der Diskussion über diese Themen findet in der Abwesenheit von Statistik statt und wird durch Ideologie bestimmt (was wir uns wünschen, dass es wahr ist) anstelle von Statistik (was wahr ist). Selbst der grundlegende Unterschied zwischen Anekdote und Statistik wird von vielen Menschen nicht verstanden. Die Statistiken sprechen allerdings für sich. Insgesamt beruhen christliche „Familienwerte“ auf Wissenschaft. Und die säkulare Förderung von „alternativen“ Familien beruht auf Glauben.

  • Viele Statistiken sind wenig bekannt, weil sie nicht zur vorherrschenden Ideologie passen. Wir wünschen uns, dass diese Dinge nicht wahr wären, also ignorieren wir sie. Einige der wichtigsten Beispiele:
  1. Kindesmissbrauch, Vergewaltigung und Gewalt gegen Frauen sind statistisch betrachtet viel häufiger außerhalb der Ehe anzutreffen als innerhalb der Ehe:
  2. Stiefväter missbrauchen Kinder statistisch gesehen viel häufiger als natürliche Väter.
  3. Selbst unverheiratete natürliche Väter missbrauchen Kinder viel häufiger als verheiratete natürliche Väter.
  1. Kinder von geschiedenen Eltern haben (statistisch) mehr Probleme aller Art und lassen sich statistisch selbst häufiger scheiden.
  2. Wo wir schon dabei sind: Verheiratete Männer sind reicher, leben länger und haben mehr und besseren Sex als Single-Männer. Warum sind all diese Statistiken so schockierend und befinden sich so sehr in Widerspruch zu den frommen politisch-korrekten Ideen, mit denen wir aufgewachsen sind?

    Für Erwachsene:

  1. Scheidung und die Aufzucht unehelicher Kinder erhöht sowohl für Kinder als auch für Mütter die Armut.
  2. Verheiratete Paare bauen offenbar im Schnitt mehr Wohlstand auf als Singles oder lediglich zusammenlebende Paare.
  3. Verheiratete Männer verdienen mehr Geld als Single-Männer mit einer vergleichbaren Bildung und einer vergleichbaren Berufserfahrung.
  4. Verheiratete Menschen, vor allem verheiratete Männer, haben eine höhere Lebenserwartung als anderweitig vergleichbare Singles.
  5. Ehe ist mit besserer Gesundheit und geringerem Auftreten von Verletzung, Krankheit und Behinderung für Männer und Frauen assoziiert.
  6. Scheidung scheint das Selbstmordrisiko signifikant zu erhöhen.
  7. Verheiratete Frauen haben offenbar ein geringeres Risiko, häusliche Gewalt zu erfahren, als zusammenlebende Frauen oder Frauen auf Partnersuche.

    Für Kinder:

  1. Die Ehe der Eltern ist mit einem deutlich geringeren Risiko für Säuglingssterblichkeit assoziiert.
  2. Außerhalb einer intakten Ehe aufzuwachsen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder sich selbst scheiden lassen oder unverheiratete Eltern werden.
  3. Die Scheidung der Eltern (oder das Nicht-Heiraten) scheint die Wahrscheinlichkeit für schulisches Versagen der Kinder zu erhöhen.
  4. Die Scheidung der Eltern vermindert die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder einen Hochschulabschluss erhalten und Berufe mit einem hohen Status bekommen.
  5. Kinder, die mit ihren eigenen verheirateten Eltern zusammenleben, genießen im Schnitt eine bessere körperliche Gesundheit als Kinder in anderen Familienformen.
  6. Kinder, deren Eltern sich scheiden lassen, leiden häufiger an psychologischen Problemen und geistigen Störungen.
  • Es gibt zahlreiche weitere Statistiken, die aus evolutionsbiologischer oder konservativer Perspektive Sinn ergeben, aber die keinen Sinn ergeben aus politisch korrekter Perspektive. Diese Statistiken lassen den Konservativismus so aussehen, als würde er auf Vernunft beruhen (solange er nicht zu weit geht und etwa Sex außerhalb der Ehe verbietet, wie in der Vergangenheit). Und diese Statistiken lassen Politische Korrektheit wie reine Ideologie aussehen, die Vernunft und Belegen feindlich gesonnen ist.
  • Experimente mit der Lebensweise: Die vaterlose Familie, eine Studie von Civitas.
    • Zeigt die Statistiken für England, die den US-amerikanischen Statistiken entsprechen. (Weil dieselbe Evolution uns alle gemacht hat).
    • Die Studie folgert: „Für viele Mütter, Väter und Kinder hat die ‚vaterlose Familie‘ Armut, emotionalen Kummer, schlechte Gesundheit, verpasste Chancen und einen Mangel an Stabilität bedeutet.“
  • Die Tony-Allwright-Debatte hat den folgenden Teil:
  • Selbst ein Linker wie Obama kann das Problem erkennen: Obama-Rede von 2008.
    • Obama ist in einem nicht-traditionellen Zuhause ohne natürlichen Vater aufgewachsen und doch vermittelt er selbst diese Daten: „Wir wissen, dass über die Hälfte der schwarzen Kinder in einem Haushalt mit nur einem Elternteil leben und diese Zahl hat sich verdoppelt – verdoppelt – seit wir Kinder waren. Wir kennen diese Statistiken – dass Kinder, die ohne Vater aufwachsen mit fünf Mal so hoher Wahrscheinlichkeit in Armut leben und Verbrechen begehen; mit neun Mal so hoher Wahrscheinlichkeit aus der Schule fliegen und zwanzig Mal so wahrscheinlich im Gefängnis landen. Sie haben häufiger Verhaltensschwierigkeiten oder laufen von Zuhause weg oder werden selbst Eltern im Teenager-Alter. Und die Fundamente unserer Gemeinschaft sind schwächer deswegen.“
Kinder von unverheirateten Müttern in England werden häufig von männlichen Freunden missbraucht, mit denen die Mutter zusammenlebt (Bild: heritage.org)

Kinder von unverheirateten Müttern in England werden häufig von männlichen Freunden missbraucht, mit denen die Mutter zusammenlebt (Bild: heritage.org)

Mütter sollten das Recht haben, mit ihren Freunden zusammenzuleben, aber statistisch wird dies zu viel mehr missbrauchten Kindern führen.

Ein Kind in England, dessen Mutter mit einem Freund zusammenwohnt, wird mit 73 Mal so hoher Wahrscheinlichkeit mit Todesfolge missbraucht als ein Kind in einer traditionellen Familie mit verheirateten biologischen Eltern (Bild: heritage.org)

Ein Kind in England, dessen Mutter mit einem Freund zusammenwohnt, wird mit 73 Mal so hoher Wahrscheinlichkeit mit Todesfolge missbraucht als ein Kind in einer traditionellen Familie mit verheirateten biologischen Eltern (Bild: heritage.org)

Ein Kind in England, dessen Mutter mit einem Freund zusammenwohnt, wird mit 73 Mal so hoher Wahrscheinlichkeit mit Todesfolge missbraucht als ein Kind in einer traditionellen Familie mit verheirateten biologischen Eltern (Bild: heritage.org)

Priester, die Waisenhäuser und Institutionen betreiben, sind nicht die Väter der Kinder und somit missbrauchen sie die Kinder mit höherer Wahrscheinlichkeit als ihre Väter.

Das katholische Säuglingsheim im irischen Tuam (Bild: http://philipboucher-hayes.com/2014/06/04/tuam-babies-the-evidence/)

Das katholische Säuglingsheim im irischen Tuam (Bild: http://philipboucher-hayes.com/2014/06/04/tuam-babies-the-evidence/)

Der Tuam-Babies-Skandal.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts nahm die Kirche Single-Müttern ihre Kinder ab und brachte sie in Institutionen unter. Es ist jetzt bekannt, dass diese Institutionen eine unglaublich hohe Todesrate hatten.

Die Evolution erklärt, warum Kinder mit ihren Müttern viel sicherer sind als in Säuglingsheimen. Selbst ohne Vater ist die Familie von Mutter und Kind ein viel sicherer Ort als eine nicht-familiäre Institution.

Die hohe Todesrate in den Säuglingsheimen erklärt sich durch die Bevorzugung von Institutionen gegenüber Familien seitens der Kirche.

3. Scheidung

Scheidung sollte legal sein, aber sie ist häufig eine schlechte Entscheidung – sowohl für die Kinder, wie für die Erwachsenen.

  • Es gibt Belege, dass für unglückliche Ehen eine Scheidung statistisch betrachtet eine schlechte Idee ist. Sie wird (statistisch) jeden unglücklicher machen, als zusammen zu bleiben. Offensichtlich ist die Scheidung für manche unglückliche Ehen die richtige Entscheidung. Aber für die meisten unglücklichen Ehen macht die Scheidung die Lage schlechter, nicht besser.
  • Macht Scheidung die Menschen glücklich? (Studie von 2002)
  • Glückliche Ehen und unglückliche Scheidungen von Mona Charen, 19. Juli 2002. „Die Daten zeigen, dass ein unglückliches Paar in fünf Jahren mit 64 Prozent Wahrscheinlichkeit glücklich ist, wenn die Partner zusammen bleiben, aber nur mit 19 Prozent, wenn sie sich scheiden lassen und wieder heiraten… Wer mit einer düsteren (manche würden sagen zutreffenden) Meinung über Scheidung und einer starken religiösen oder anderweitigen Motivation, sie zu vermeiden, heiratet, der lässt sich nicht nur mit geringerer Wahrscheinlichkeit scheiden, sondern er ist auch mit geringerer Wahrscheinlichkeit unglücklich.“
  • Das hauptsächliche Problem besteht nicht nur darin, die unglückliche Ehe zu verlassen – sondern man muss auch etwas Besseres finden. Das ist das große Problem.

Der Film Die Geschichte von uns (The Story of Us) berührt das Problem vieler geschiedener Menschen – man muss rausgehen und etwas Besseres, nicht Schlimmeres finden, als die aktuelle, mangelhafte Situation. Tatsächlich muss es für gewöhnlich etwas viel Besseres sein, um die emotionale Verletzung der Kinder, den Einkommensverlust, den Verlust des Familienheims, den Schmerz von Besuchen, des Unglücks mit neuen Partnern und so weiter auszugleichen. Das ist das Problem.

Anm.: Man sollte außerdem beachten, dass sich kriselnde Ehen in über der Hälfte der Fälle nach fünf Jahren erheblich verbessert haben und die Paare dann ihre größten Problem gelöst haben und glücklich sind. Nach einer Scheidung sind die Paare hingegen viel seltener glücklich. Siehe die Zahlen oben. (AM)

Die Ehe ist der sicherste Ort für Frauen (Bild: bjs.gov)

Die Ehe ist der sicherste Ort für Frauen (Bild: bjs.gov)

Die Ehe ist der sicherste Ort für Kinder und auch für Frauen. Häusliche Gewalt ist außerhalb der Ehe viel häufiger als innerhalb der Ehe. Aus: Intime Partnergewalt, 1993-2010.

4. Die sexuelle Revolution

  • Die sexuelle Revolution:
    • Sexologie
    • Anm.:Die sogenannten „Sexualwissenschaften“ weisen für eine Wissenschaft einen ungewöhnlich hohen Anteil an pseudowissenschaftlichen, ideologischen Elementen auf, etwa vergleichbar mit der Gender-Forschung. (AM)
    • Havelock Ellis
    • Alfred Kinsey
    • Masters and Johnson
  • Sexuelle Freiheit auf der Welt
  • Sex und Zensur – das Internet macht Zensur unmöglich.
  • Ich unterstütze die sexuelle Revolution und sexuelle Freiheit, aber ich denke, dass die Leute das zu ernst genommen haben. Ich bin mir nicht sicher, ob man wirklich sein ganzes Leben darin verbringen soll.
  • Anm.: Ich unterstütze wie Mark Humphrys die sexuelle Freiheit. Bei der sexuellen Revolution sollte man allerdings zwischen Mythos und Realität unterscheiden. Liest man die Schriften der Intellektuellen und Forscher, die für diese Revolution verantwortlich waren, so erkennt man nur bei einer kleinen Minderheit, dass sie lediglich das Sexleben ihrer erwachsenen Mitmenschen und die freie Kommunikation zwischen Partnern über Sex verbessern oder menschliche Sexualität erforschen wollte. Viele Revolutionäre waren vielmehr selbst in ihrer sexuellen Entwicklung gestört (z.B. schob sich Alfred Kinsey einen Draht in seinen Penis, nutzte die Beobachtungen eines Pädophilen für seine Untersuchungen und sah Männern unter pseudowissenschaftlichem Vorwand beim Masturbieren zu) und viele von ihnen waren Nihilisten, die Sex von Verantwortung lösten. Ihr Ziel war die Untergrabung der bürgerlichen Gesellschaft, wie sie die 68er-Marxisten predigten. Häufig spielte auch Utopismus hinein – etwa projiziert auf Tahiti mit seinen angeblich einst glücklichen, freien, folgenlosen Sex praktizierenden Inselbewohnern, siehe Literatur. (AM)
  • Interessanterweise sind es die ärmeren Schichten der Gesellschaft, die wirklich den radikalen Lebensstil der sexuellen Revolution umgesetzt haben, nicht die mittleren Schichten. Der beinahe vollkommene Zusammenbruch der traditionellen Familie ist ein dominantes Merkmal, vielleicht das dominante Merkmal von armen, von hoher Gewalt gezeichneten „Unterschicht“-Gegenden im Westen.
  • Wenn die Ehe verschwindet: Der Rückzug von der Ehe in Mittelamerika vom Projekt State of Our Unions. „In Mittelamerika ist die Ehe in Schwierigkeiten. Unter den Wohlhabenden ist die Ehe stabil und könnte sogar stärker werden. Unter den Armen ist die Ehe weiterhin zerbrechlich und schwach. Aber der folgenreichste Ehe-Trend unserer Zeit betrifft das weite Zentrum unserer Gesellschaft, wo Ehe, jene ikonische Mittelschicht-Institution, zu Grunde sinkt.“
Prozentualer Anteil unehelicher Geburten zwischen 1980 und 2007 (Bild: Centers for Disease Control and Prevention)

Prozentualer Anteil unehelicher Geburten zwischen 1980 und 2007 (Bild: Centers for Disease Control and Prevention)

Uneheliche Kinder – ein großes soziales Experiment im Westen.

Wahrscheinlichkeit, dass 1997 geborene Kinder während ihrer Kindheit mit ihren natürlichen Eltern zusammenleben (Bild: Civitas)

Wahrscheinlichkeit, dass 1997 geborene Kinder während ihrer Kindheit mit ihren natürlichen Eltern zusammenleben (Bild: Civitas)

Wenn deine Eltern bei deiner Geburt verheiratet sind, dann ist es viel wahrscheinlicher, dass sie es während deiner gesamten Kindheit bleiben.

5. Der Zusammenbruch der Familie und Kriminalität

  • In den ärmeren, von hoher Gewalt gezeichneten „Unterschicht“-Gebieten im Westen scheint die sexuelle Revolution zu einem vollkommenen Zusammenbruch der Familie geführt zu haben – die Abwesenheit von Vätern und eine erhöhte Toleranz für das Verlassen von Müttern und Kindern, während sich Männer neue sexuelle Beziehungen suchen. Das ist ein radikales soziales Experiment und es scheint stark mit Kriminalität und anderen gesellschaftlichen Krankheiten zusammenzuhängen.
  • Man sollte Party machen in der sexuellen Revolution, aber keine Kinder darin aufziehen:
    • Während die Mittelschicht mit sexuellen Chaos experimentiert, wenn sie jung ist, so vermeiden sie häufig Schwangerschaft, holen sich erst eine Karriere, heiraten und haben dann Kinder, oftmals sehr spät in ihren 30ern. Und ich mag diese Aspekte der sexuellen Revolution und würde die Uhr nicht zurückdrehen wollen. Aber die Leute müssen mit ihrer Freiheit verantwortlich umgehen, indem sie sorgfältig Verhütungsmittel gebrauchen und keine Kinder bekommen, bevor sie einen Beruf und eine stabile Beziehung haben. Die Mittelschicht ist oft verantwortungsvoll, instinktiv (wenn auch nur, weil sie sich um ihre Karriere sorgt).
    • Wie Theodore Dalrymple allerdings in All Sex, All the Time aufzeigt, lebt die Unterschicht in einer Welt des sexuellen Chaos, mit der die Mittelschicht nur flirtet. Sie zieht ihre Kinder in dieser Welt auf, anstatt nur darin Party zu machen. Sie nimmt die Ideen der Theoretiker der sexuellen Revolution ernst, was die Mittelschicht in vielerlei Hinsicht nicht tut. Und diese schlechten Ideen – dass Familien nicht notwendig sind, um Kinder aufzuziehen – sind eindeutig eine Hauptursache von Kriminalität und gesellschaftlicher Fehlfunktion.
    • Dalrymple unterscheidet sich von vielen Autoren über den Familienzusammenbruch und die sexuelle Revolution, weil er nicht religiös ist. Er ist tatsächlich ein Atheist. Er interessiert sich einfach dafür, ob die sexuelle Revolution die Unterschicht glücklich gemacht hat. Die Antwort darauf lautet offensichtlich Nein. Sie hat zu einer Zunahme, nicht zu einer Abnahme, von Vergewaltigung, häuslicher Gewalt, Kindesmissbrauch und aller Arten von Missbrauch von Frauen und Kindern geführt.
  • Anm.: Im Gegensatz zu Herrn Humphrys bin ich nicht der Meinung, dass man im sexuellen Chaos Party machen sollte – also dass man in der Jugend willkürlich mit irgendwelchen Altersgenossen Sex haben sollte. Es ist sicher wahr, dass es zum Leben der Menschen in der Mittelschicht aktuell dazugehört. Aber es ist keine gute Idee. Sex gehört in den Kontext einer sehr ernsthaften Beziehung – und das gilt auch für Jugendliche. Sex mit jemandem zu haben, der einem egal ist oder den man verachtet und lediglich physisch anziehend findet, halte ich für psychologisch und philosophisch destruktiv. Sex ist ein Ausdruck der eigenen höchsten Werte, die man in einem anderen erblickt. „Sex ist einer der wichtigsten Aspekte des menschlichen Lebens und darum sollte man nie leichtfertig oder beiläufig Sex haben. Eine sexuelle Beziehung ist nur angemessen auf Grundlage der höchsten Werte, die man in einem Menschen finden kann. Sex sollte nichts anderes sein als eine Antwort auf Werte. Und darum halte ich Promiskuität für unmoralisch“ (Ayn Rand); (AM)

Ein vaterloses Zuhause ist ein Brutplatz der Gewalt

  • 80 Prozent der Vergewaltiger, die von dislozierter Wut [auf andere Objektive übertragene Wut; AM] motiviert werden, stammen aus einem vaterlosen Zuhause.
  • 80 Prozent aller High-School-Studienabbrecher stammen aus einem vaterlosen Zuhause.
  • 70 Prozent aller Jugendlichen in staatlich betriebenen Institutionen stammen aus einem vaterlosen Zuhause.
  • 85 Prozent aller Jugendlichen, die im Gefängnis sitzen, sind in einem vaterlosen Zuhause aufgewachsen.

Können verheiratete Eltern die Kriminalität reduzieren? vom US-amerikanischen Institute for Marriage and Public Policy (2005).

  • Alle außer 3 von 23 Studien haben aufgezeigt, dass die Familienstruktur Kriminalität oder delinquentes Verhalten beeinflusst. 7 von 8 Studien, die national repräsentative Daten gebraucht haben, zeigten auf, dass Kinder in Familienstrukturen mit nur einem Elternteil oder in anderen nicht-intakten Familienstrukturen ein höheres Risiko hatten, kriminelle oder delinquente Handlungen auszuüben.
  • Eine Studie, die sich mit dem Verhältnis zwischen Scheidungsraten und Geburtsraten außerhalb der Ehe mit Gewaltverbrechen zwischen 1973 und 1995 befasste, kommt zum Ergebnis, dass fast 90 Prozent der Veränderung der Raten krimineller Gewalt durch die prozentuelle Veränderung von außerehelichen Geburten erklärt werden kann.

Britische Studie:

  • Vaterlose junge Menschen begehen mit um 80 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit anti-soziales Verhalten.
  • Sie sind mit um 76 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit an einem Verbrechen beteiligt.
Je geringer ihre Bildung, desto häufiger bekommen Frauen außereheliche Kinder (Bild: Heritage.org)

Je geringer ihre Bildung, desto häufiger bekommen Frauen außereheliche Kinder (Bild: Heritage.org)

 

70 Prozent der Kinder schwarzer US-Amerikaner sind uneheliche Kinder (Bild: Heritage.org)

70 Prozent der Kinder schwarzer US-Amerikaner sind uneheliche Kinder (Bild: Heritage.org)

Die Zerstörung der schwarzen Familie in Amerika. Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass dies eine gute Idee war?

Der Kindesmissbrauch hat seit der sexuellen Revolution zu- und nicht abgenommen (Bild: Heritage.org)

Der Kindesmissbrauch hat seit der sexuellen Revolution zu- und nicht abgenommen (Bild: Heritage.org)

 

Kindesmissbrauch und Vernachlässigung nach Familientyp (Bild: US-Gesundheitsministerium)

Kindesmissbrauch und Vernachlässigung nach Familientyp (Bild: US-Gesundheitsministerium)

Die verheirateten biologischen Eltern sind hier goldfarben dargestellt – und weisen mit Abstand die geringste Rate an Kindesmissbrauch und -vernachlässigung auf. Es gibt wenige Studienergebnisse, die so fundiert sind, wie jene, die aufzeigen, dass Kinder (mit Abstand) am sichersten sind, wenn ihre Eltern verheiratet sind und zusammenbleiben. Von der US-Gesundheitsbehörde: „Nationale Studie über die Auftretenshäufigkeit von Kindesmissbrauch und Vernachlässigung“

Jungen brauchen ihre Väter. VW-Werbespot „Ich möchte mehr Zeit.“ Empfehlung: Tony Allwright, März 2010.

  • Es gibt viel mehr Missbrauch und Vernachlässigung unter Stiefeltern und Nicht-Eltern (adoptierte Eltern, Pflegeeltern, „Betreuung“) als unter verheirateten biologischen Eltern.
  • Es gibt auch viel mehr Missbrauch und Vernachlässigung unter unverheirateten biologischen Eltern als unter verheirateten biologischen Eltern.
  • Am schlimmsten, was Missbrauch und Vernachlässigung angeht, ist eine Single-Mutter, die mit ihrem Freund zusammenwohnt (Nichtsnutzige Männer, die sich um Kinder kümmern sollen, die nicht einmal ihre eigenen sind.)
  • Nichts davon würde einen Evolutionsbiologen überraschen oder irgendwen, der die menschliche Natur versteht, aber es scheint die Linke zu überraschen.

6. Abtreibung

Abtreibung halte ich für eine schwierige Frage. Ich habe kein Problem mit der Zerstörung von Sperma, Eizellen oder einem neu befruchteten Ei oder sehr frühen Embryos in der Forschung. Ich habe ein Problem mit der Zerstörung eines lebensfähigen Fötus. Ich habe ein Problem mit der Zerstörung eines Fötus, der Schmerz empfindet. Es geht um die Definition, welches Leben wir schützen. Warum schützen wir nicht das Leben von Schimpansen? Würden wir das Leben eines Homo erectus schützen, wenn er überlebt hätte? Würden wir einen ungeborenen Homo erectus schützen? Wären alle Lebewesen, die es jemals gegeben hat, heute lebendig, welche würden wir schützen? Das ist dieselbe grundlegende Frage von Tierrechten und Vegetarismus. Welches Recht haben wir, irgendein Lebewesen zu töten?

Abtreibung

Pro-life (Lebensrechtsbewegung)

Tierversuche

Tierrechte [Anm.: Siehe auch meinen Vortrag gegen Tierrechte. (AM)]

Vegetarismus

Unsere Vorväter (Bild: National Center for Science Education)

Unsere Vorväter (Bild: National Center for Science Education)

Stellen Sie sich vor, dass wir die Welt erkunden und entdecken, dass Mitglieder all dieser Arten heute noch leben. Welche von ihnen sollten Menschenrechte bekommen? Die Religion hat niemals ernsthaft versucht, diese Frage zu beantworten.

Anm.: Ich denke, wir sollten allen Lebewesen Rechte zusprechen, die vernunftbegabt sind – also konzeptuell denken können und somit in der Lage sind, vertragliche Beziehungen mit uns einzugehen. Wenn ein Lebewesen keine Rechte hat, heißt das natürlich noch lange nicht, dass wir es töten sollten. (AM)

Pro-choice In Irland ist die Informationsfreiheit trotz des Verfassungszusatzes von 1992 nicht garantiert. Unter dem Gesetz zur Regulierung von Information (außerstaatliche Dienstleistungen zur Beendung von Schwangerschaften) von 1995 können Informationen über Abtreibungen (vor allem englische Telefonnummern) schwangeren Frauen nur in bestimmten Situationen zur Verfügung gestellt werden (nachdem sie über andere Optionen beraten wurden). Dies macht die folgenden Seiten, die einfach mit jeder Suchmaschine auffindbar sind, in Irland illegal:

In Deutschland darf eine Frau nur unter bestimmten Bedingungen abtreiben lassen (zitiert von Pro Familia; Ergänzung: AM):

  • Sie müssen sich der gesetzlich vorgeschriebenen Beratung unterzogen haben,
  • Die Beratung muss durch Bescheinigung einer anerkannten Beratungsstelle bestätigt sein,
  • Der Eingriff darf frühestens am 4. Tag nach dem Tag vorgenommen werden, an dem die Beratung abgeschlossen wurde.
  • Er muss von einer Ärztin oder einem Arzt bis zum Ende der 12. Woche nach der Empfängnis durchgeführt werden.

Die Kirche war nicht schon immer gegen Abtreibung

Fehlgeburt: Eine interessante Frage lautet: Falls religiöse Menschen wirklich glauben, dass das Leben mit der Geburt beginnt, warum geben sie Fehlgeburten dann keine Namen und bestatten diese? Warum fordert die Kirche keine Beerdigungen und Begräbniszeremonien für Fehlgeburten?

Hoffnung auf Heilung: Fehlgeburt und die Würde des menschlichen Körpers von Andrew J. Sodergren schreibt über die merkwürdige Behandlung von Fehlgeburten durch die katholische Kirche. Im Artikel wird ein Kritiker zitiert: „Seht euch an, wie die Lebensschützer mit Fehlgeburten umgehen. Falls man wirklich die Ungeborenen für menschliche Personen hält, wie können sie dann so gleichgültig und nonchalant mit Fehlgeburten umgehen? Wenn eine Frau eine Fehlgeburt hat, warum wird der Körper nicht aufbewahrt? Warum wird der Mutter nicht erlaubt, zu trauern? Warum gibt es keine Beerdigung oder keine Begräbniszeremonie? Diese Auslassungen beweisen die Unvernunft und Inkonsistenz der Pro-Life-Position.“

Pro-life

Das Internet stellt ebenso Informationen bereit, die von der anderen Seite zensiert werden:

Fotos von Abtreibungen

Videos von Abtreibungen

Wie ich sagte, bin ich mir nicht wirklich sicher, was ich denke. Ich denke, falls Abtreibung legal ist, dann sollte die Grenze auf vielleicht zehn Wochen herabgesetzt werden und die Abtreibung sollte mit einem Betäubungsmittel für den Fötus durchgeführt werden. Wahrscheinlich ist in der zehnten Woche kein Betäubungsmittel nötig, aber nur für den Fall. Ich denke, das ist das zivilisierte Verfahren. 80 Prozent der Abtreibungen finden sowieso vor der zehnten Woche statt. Ich habe kein Problem damit, sie nach zehn Wochen illegal zu machen. Ich denke auch: Selbst wenn Abtreibung legal sein sollte, so ist sie, wie die Scheidung, wahrscheinlich die falsche Wahl für die meisten Menschen.

Bereute Abtreibungen

Wahre Geschichten

Denkmäler für abgetriebene Kinder

Anm.: Ich denke, Abtreibung sollte bis zur Geburt legal sein. Eine Frau sollte nicht unnötig mit der Abtreibung warten, aber das tun Frauen auch nicht. Für Spätabtreibungen gibt es dringliche Gründe. In Deutschland liegt die Grenze bei zwölf Wochen, außerdem muss sich die Frau erst bei anerkannten Stellen beraten lassen. Diese Vorschrift widerspricht dem Selbstbestimmungsrecht der Frau. Jeder individuelle Mensch muss unabhängig denken und entscheiden dürfen, sofern er die Rechte anderer achtet. In diesem Zeitraum gilt der Embryo noch als Teil der Mutter ohne eigene Rechte. Die Leute können sich auch selbst informieren, ohne sich vom Staat zu einem unselbstständigen Minderjährigen herabwürdigen lassen zu müssen.

Der Embryo ist ein von der Mutter biologisch abhängiges Lebewesen, er ist sozusagen Teil der Mutter. Es ist ihre Entscheidung, ob sie das Kind auf die Welt bringen möchte oder nicht. Schließlich muss die Mutter dann auch die Konsequenzen ihrer Entscheidung tragen. Ein Mensch hat erst von Geburt an Rechte, wenn er ein biologisch unabhängiger, individueller Mensch ist. Also ist die Tötung eines Embryos wie auch eines Fötus kein Mord. Trotz allem würde ich darauf hinweisen, dass man ein Kind nicht abtreiben muss oder sollte, nur weil man es darf. So viele Chancen hat man im Leben nicht, ein Kind auf die Welt zu bringen. Siehe diesbezüglich: Ari Armstrong: Der Angriff auf die Abtreibung untergräbt all unsere Freiheiten sowie: Andreas Müller: Abtreibung ist ein Recht. (AM)

Die Dokumentation „Eclipse of Reason“ mit Charlton Heston richtet sich gegen Spätabtreibungen.

Friedhof für die Ungeborenen in den USA mit kleinen Kreuzen. Während ich denke, dass Abtreibung legal sein sollte, so ist sie wahrscheinlich die falsche Entscheidung für die meisten Menschen. Ein Problem, das die Menschen niemals beachten ist: Das könnte dein einzige Chance im Leben sein, ein Kind zu bekommen. Einige Menschen werden alt und haben ihr einziges Kind abgetrieben, das sie jemals bekommen haben. Das wussten sie damals nur nicht.

7. Ayn Rand über Familienwerte

[Kapitel ergänzt von AM]

Die objektivistische Philosophie von Ayn Rand impliziert eine egoistische Ethik. Sie sieht menschliche Beziehungen als im weiten Sinne Handelsbeziehungen an. Wir gehen Handelsbeziehungen im Optimalfall freiwillig ein (nur unsere eigene Familie können wir uns nicht aussuchen). Wir tauschen materielle und spirituelle Werte mit anderen Menschen. Dieses „Geben und Nehmen“ gilt auch für Ehepartner und Familien. Wir heiraten, weil wir vom Partner Liebe, Unterstützung, Sex und andere Werte bekommen. Wir bringen Kinder auf die Welt, weil wir ihre Gesellschaft wertschätzen, weil wir von ihnen Liebe erhalten, weil sie unserem Leben einen zusätzlichen Sinn verleihen.

Natürlich müssen wir uns nicht für Kinder entscheiden und Ayn Rand, die Gründerin des Objektivismus, tat dies auch nicht. Wenn wir uns für Kinder entscheiden, so gehen wir die Verpflichtung ein, für die Kinder zu sorgen, bis sie es selbst können. Laut dem objektivistischen Philosophen Leonard Peikoff kann es auch angemessen sein, Kinder noch bis in ihre späten 20er zu unterstützen, wenn sie etwa ein aufwändiges Studium durchlaufen (z.B. ein Medizinstudium). Die Entscheidung für Kinder erfordert außerdem, dass wir die Kinder auf Grundlage rationaler Prinzipien erziehen – dass wir ein Kind also nicht zum Opfer unserer Willkür oder zum Spielball unserer Launen machen.

Ayn Rand über Ehe: „Ich halte Ehe für eine sehr wichtige Institution, aber sie ist wichtig, wenn und falls zwei Menschen die Person gefunden haben, mit der sie den Rest ihres Lebens verbringen möchten – eine Frage, über die sich kein Mann und keine Frau automatisch sicher sein kann. Wenn man sich sicher ist, dass die Entscheidung endgültig ausfällt, dann ist die Ehe natürlich ein erstrebenswerter Zustand. Aber das bedeutet nicht, dass jede Beziehung, die auf weniger als vollkommener Sicherheit beruht, unangemessen ist. Ich denke, die Frage nach einer Affäre oder einer Ehe hängt vom Wissen und der Position der beiden Personen ab und sollte ihnen überlassen werden. Jede ist moralisch richtig, wenn nur beide Parteien die Beziehung ernst nehmen und sie auf Werten beruht.“

Ayn Rand über eine Mutter, die Zuhause bleibt: „Falls sie eine Familie möchte und daraus ihre Karriere machen möchte, wenigstens eine Weile lang, dann wäre das in Ordnung – falls sie es wie eine Karriere angeht, falls sie das Fachgebiet studiert, falls sie die Regeln und Prinzipien definiert, aufgrund derer sie ihre Kinder aufziehen möchte, falls sie ihre Aufgabe auf eine intellektuelle Weise angeht. Es ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe und eine sehr wichtige Aufgabe, aber nur, wenn sie wie eine Wissenschaft behandelt wird, nicht wie eine bloße emotionale Schwelgerei.“

Altruismus: Ayn Rand über die Frage, ob Kinder aufzuziehen ein Opfer ist: „Jede Handlung, die ein Mensch für den Vorteil jener, die er liebt, ausführt, ist kein Opfer, falls sie in seiner Wertehierarchie, im vollen Kontext der Optionen, die ihm offenstehen, das erreicht, was für ihn von größtem persönlichen (und rationalen) Wert ist.“

Anm.: Das heißt: Man muss zwar viel in die Aufzucht der eigenen Kinder investieren, aber dabei handelt es sich nicht um ein „Opfer“ im objektivistischen Sinne, sondern um einen Tausch der eigenen Mühen für die spirituellen Werte, die man von den Kindern erhält. (AM)

8. Literatur

[Kapitel ergänzt von AM]

Ari Armstrong: Values of Harry Potter (Armstrong behandelt das Thema Familienwerte aus objektivistischer Sicht anhand der Harry-Potter-Bücher von J.K. Rowling)

David Horowitz: Radicals. Portraits of a Destructive Passion (Der Ex-Linksradikale David Horowitz präsentiert Biografien einflussreicher 68er-Marxisten und Feministinnen. Er zeigt auf, wie einige von ihnen ihr Leben mit ihren eigenen Ideen über sexuelle Freizügigkeit zerstört haben.)

Leonard Peikoff: Teaching Johnny How to Think (Rationale Prinzipien für die Bildung von Kindern)

John Locke: Gedanken über Erziehung (Wie man Kinder erzieht – mein Tipp. Ich konnte auch etwas Wichtiges darüber lernen, wie man sich selbst erzieht.)

Roger Kimball: The Long March. How the Revolution of the 1960s changed America (Der amerikanische Kulturkritiker Roger Kimball demonstriert, wie die Ideen der sexuellen Revolutionäre ihnen selbst und der amerikanischen Kultur schadeten.)

Theodore Dalrymple: Life at the Bottom. The Worldview that makes the Underclass (Theodore Dalrymple hat als britischer Gefängnisarzt viele tausend Fälle beobachtet, wie die Unterschicht familiäre Beziehungen betrachtet und welchen katastrophalen Einfluss die Ideen der sexuellen Revolution auf ihr Leben hatten. Dalrymple zeigt konkret auf, wie die hier präsentierten Statistiken in der Wirklichkeit aussehen.)

9 Kommentare zu “Familienwerte

  1. spkr42 sagt:

    Ein sehr guter Beitrag, vielen Dank!

    „4. Die Scheidung der Eltern erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder einen Hochschulabschluss erhalten und Berufe mit einem hohen Status bekommen.“

    Das muss wohl „vermindert“ heissen?

  2. Dr. Webbaer sagt:

    Insgesamt beruhen christliche „Familienwerte“ auf Wissenschaft. Und die säkulare Förderung von „alternativen“ Familien beruht auf Glauben.

    „Etwas“ provokativ formuliert, es könnte statt von ‚Wissenschaft‘ auch von Empirie geschrieben werden, die sich als tendenziell außerhalb der Wissenschaft stehendes Wissen ein ums andere Mal bewährt hat, aber auch nett und auf den zweiten Teil bezogen nachvollziehbar formuliert.

    • Gemeint sind Soziologie und Evolutionsbiologie. Das sind schon Wissenschaften.

      • Dr. Webbaer sagt:

        Wobei die gemeinten Wissenschaften regelmäßig mit Kulturrelativisten bestückt sind, die alles andere als christliche Familienwerte für gut erachten, eigentlich beim Christentum eher eine Ausnahme machen.

        Ihr spezieller Kommentatorenfreund Michael Blume ist ja auch so ein Vertreter, der bspw. den traditionalistischen Katholizismus schon mal als ‚rechtsextrem‘ brandmarkt, aber zum Islam, Stichwort: Gülen, gehört Blume zur Gülen-Bewegung?, streng positiv steht.

        MFG
        Dr. W

  3. vinne90 sagt:

    Bei den schockierenden Statistiken für Erwachsene bleibt aber zu klären, ob zwischen den gesellschaftlich meist besser darstehenden Verheirateten nur eine Korrelation oder auch ein Kausalzusammenhang besteht. Und wenn ja, in welche Richtung?; heiraten Menschen mit mehr Geld eher als Menschen, die nur knapp bei Kasse sind?

  4. sba sagt:

    –> Können verheiratete Eltern die Kriminalität reduzieren?

    Beim ersten Unterpunkt wäre es nett, wenn dabei stünde, dass es sich bei den national repräsentativen Daten um die USA handelt. Findet man zwar auch schnell im Fußbereich des IMaPP-Dokumentes, aber sowas möchte man schon gerne im Haupttext erfahren.

    Tja, und sonst: Hochinteressant. Um mehr dazu zu sagen, bin ich leider nicht qualifiziert. Danke.

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